Naturschutzgebiet Rietzer See

Naturschutzgebiete

Sie birgen immer ein gewisses Risiko wenn man mit einem Hund unterwegs ist.

Ein übereifriger Förster, Paragraphenreitende Mitmenschen - wir haben alles schon erlebt.

 

Dennoch lassen wir uns diese Orte nicht vermiesen und sie werden weiterhin auf unserer Liste stehen.

Diesmal waren wir im Naturschutzgebiet Rietzer See und hatten viel Spaß.


Bericht

 

Was für ein Sommer!

Es gewittert, stürmt und regnet mehr, als das die Sonne sich mal blicken lässt.

Was es für uns auch schwer macht, neue Gebiete zu erkunden. Heute ist mal wieder einer der Tage, an denen zumindest kein Gewitter angesagt ist und wir uns raus trauen können.

Nachdem wir in letzter Zeit viel im Norden Brandenburgs unterwegs waren, wollten wir heute mal wieder dem Westen einen Besuch abstatten. Unsere Wahl fällt auf den Rietzer See in der Nähe vom Kloster Lehnin.

 

Auch wenn wir schon auf der Karte gesehen haben, dass es nicht wirklich einen Strand oder ähnliches gibt um ans Wasser zu kommen, wollten wir dennoch unser Glück versuchen.

Das Auto stellen wir im nahe gelegenen Jeserig ab und machen uns dann auf den Weg.

Am Ortseigenen Fußballfeld vorbei, gelangen wir auch sofort in weite Felder. Als Mensch, dem absolut der grüne Daumen fehlt, kann ich nicht sagen was hier angebaut wird.

Aber was es auch ist, es scheint Kira zu gefallen.

Immer wieder verschwindet sie in die Felder dessen Pflanzen größer sind als sie und erfreut sich des Lebens.

Um gleich irgendwelche Missverständnisse vorzubeugen, natürlich lässt sie alles heil.

 

Von den Feldern aus gelangen wir recht schnell im anliegenden Wald. Da schnell klar wird, dass wir heute Tatsache schönes Wetter haben, scheint auch die Sonne richtig schön durch die Bäume.

Wirklich tief in den Wald laufen wir dennoch nicht.

Der Waldweg führt direkt an der Grenze zu Wald und Feld vorbei. Was jedoch in keinster Weise schlimm ist.

Durch den klaren Himmel haben wir viele schöne Blicke über die Landschaft.

Was jedoch gewaltig nervt, sind die unzähligen Mücken. Keine drei Sekunden kann man stehen bleiben ohne vor einem Spontan Angriff verschont zu sein.

Das die hier in so einer Überzahl leben wundert mich aufgrund der nicht weniger vorhandenen Spinnennetze durch die ich ständig laufe. Schwache Leistung ihr Achtbeinigen Ungeheuer.

 

Während ich mich also wegen der Mücken ständig selber schlage und wegen der Spinnennetze perfektes Ballett tanze, schaut mich Kira nur verdutzt an.

Obwohl sie sich gar nicht so weit aus dem Fenster lehnen dürfte. Denn die Rehe, die unseren Weg kreuzen, müssen natürlich auch wieder gejagt werden.

Nach ein paar Kilometern schlagen wir uns dann komplett zu den Feldern durch. Um zum Rietzer See zu kommen, müssen wir uns so gut es geht westlich halten. Ein breiter Feldweg, von dem wir nicht wirklich wissen ob wir den betreten dürfen, ebnet uns dabei den Weg.

Kira ist das sonnige Wetter schon gar nicht mehr gewöhnt und ihre weit raus hängenden Zunge dürstet es nach Wasser. Bevor wir aber auch nur in der Nähe vom See sind, findet die Wünschelrute auf vier Beinen noch einen Bach.

In dem ist schon fast mehr Matsch als Wasser und dementsprechend sieht sie auch aus.

Aber Hauptsache ist, dass sie Spaß hat.

Der Weg, von dem wir denken er führt uns zum See, endet dann aber plötzlich im nichts. Ein kleines Schild weist uns noch auf das Naturschutzgebiet hin und das war es.

Bevor wir jetzt aber den Weg zurück gehen, schlagen wir uns lieber durch ein Gebüsch um auf das daneben liegende Feld zu kommen.

Von da aus finden wir dann auch wieder auf einen anderen Feldweg. Dort müssen wir uns dann zwar nochmal kurz durch einen dichten Waldabschnitt kämpfen, gelangen dann aber wieder nach Jeserig.

Zwar nicht zum See gekommen, aber dafür fast im Kreis gelaufen - Immerhin.

Einen kurzen Marsch am Ortsrand, landen wir dann jedoch über eine breite Straße wieder in der Natur. Laut Karte ist in der Nähe die einzig ersichtliche Chance nah an den See zu komme. Wir wollen das nicht unversucht lassen und begeben uns auf den Feldweg.

 

An einer Pferdekoppel vorbei, landen wir dann jedoch wieder in einer Sackgassen. Wer auch immer für die Anordnung der Felder verantwortlich ist, muss ein großer Fan von Labyrinthen sein.

Wieder müssen wir ein Stück zurück und unser neues Ziel ist eine Aussichtsplattform. Diese hatten wir schon vorher gesehen und dient uns vielleicht als kleine Orientierungshilfe. Auf der Plattform sehen wir zum ersten Mal den See.

Weit weg ist er nicht wirklich und ein weiterer Feldweg lässt Hoffnung aufschimmern.

Schon nach wenigen Metern sehen wir durch dichtes Gebüsch immerhin Wasser. Zwar handelt es sich um einen Bach nebenan, eignet sich für Kira aber prächtig um sich nochmal zu erfrischen.

Es wird uns jedoch auch schnell bewusst, das es einfach keine Chance gibt an das Wasser zu kommen.

Ist jedoch nicht weiter schlimm, da wir es uns ja dachten.

Was aber nicht auf den Plan stand, ist der riesige Umweg den wir jetzt unabsichtlich laufen.

 

Der Feldweg, auf dem wir uns befinden, kann nur geradeaus gelaufen werden. Es gibt keine Möglichkeit rechts abzubiegen und somit wieder Richtung Jeserig und zum Auto zu kommen. Umdrehen wollen wir aber auch nicht, weil gleiche Wege gehen ziemlich lahm ist.

Aber immerhin verläuft den Großteil der Strecke der Emsterkanal neben uns.

Was nach schön viel Wasser für Kira klingt, ist jedoch eine braune Brühe schlammigen Irgendwas.

Nach einem Badeversuch belässt es Kira auch dabei.

Bis zum Nordteil von Jeserig (das Dorf hat eine komische Form) passiert nicht mehr viel spannendes.

Einzig ein sehr weiter Umweg, der uns nicht nur Kraft, Kilometer und Nerven kostet, ist noch erwähnenswert.

Das einzig schöne daran ist, das der Weg an einem schönen Maisfeld vorbei führt.

Der Rest ist fluchen meinerseits und verdutzte Blicke von Kira. Warum ich fluche? Weil ich nicht mal im Ansatz so viel laufen wollte.

Dementsprechend habe ich auch nicht viel trinken mitgenommen und das ist schon seit einer Weile leer.

In Jeserig entdecken wir schnell eine Gastronomie, die dann aber ihren Ruhetag genau heute haben muss.

Also weiter laufen und die restlichen Kilometer irgendwie durchziehen.

Irgendwann unterwegs, ich gucke gerade an einer Gabelung nach dem Weg, legt sich Kira vor mich hin.

Ein Augenblick der Erschöpfung, den ich noch nie bei ihr gesehen habe. Normalerweise macht sie, trotzdem ich mich mal kurz hinsetze, irgendwas.

Stehen bleiben und nicht bewegen ist für Kira quasi nicht akzeptabel. Das ich das noch erleben darf.

Nach 5 Stunden und gut 24 Kilometern landen wir dann endlich am Auto.

Auch wenn der See, zumindest am östlichen Ufer, nicht zu erreichen ist, eine schöne Tour. Viel schöne Landschaft mit weiten Blicken über die Felder und komplette Ruhe.

 

 

Wanderroute


Bilder


Anfahrt