Großdöllner See & Carinhall

Natur mit Geschichte verbunden, dass kann keine schlechte Tour werden.

Am Großdöllner See liegt das ehemalige Anwesen von Herrmann Göhring und seinen Schergen und ist laut Erfahrungsberichten eine Reise wert.

 

Wir haben uns auf den Weg gemacht um das Ganze mal genauer unter die Lupe zu nehmen.


Bericht

 

In der Nähe von Friedrichswalde, gleich am Waldessrand, stellen wir unser Auto ab.

Wir wollten nicht gleich an den See ran fahren, sondern uns auch den Wald anschauen. Denn schließlich sind wir an einem Geschichtsträchtigen Ort.

Am Großdöllner See hatte einst Herrman Göhring ein Anwesen genannt Carinhall.

 

Von unserem Parkplatz aus laufen wir im Grunde nur geradeaus Richtung Großdöllner See.

Rechts von uns tiefer lichtdurchfluteter Wald, Links von uns große weite Felder der ansässigen Bauern. Für mich bedeutet das schöne Motive für Fotos und Kira kann schon mal die Gegend erschnüffeln.

Da wir heute in einem Ereignisarmen sonnigen Sommer Glück mit dem Wetter haben, kann Kira auch nicht auf den See warten und springt fröhlich in die erste Pfütze die unseren Weg kreuzt.

Wir bleiben nicht auf dem vorgesehenen leicht gepflasterten Waldweg, sondern entscheiden uns für einen kleinen Pfad daneben und stehen nach einigen Kilometern plötzlich ziemlich verloren im Wald.

Dennoch kein Grund umzudrehen, wissen wir doch um die grobe Richtung. Querfeldein bringt ja auch des öfteren schöne Ansichten zum Vorschein, die man sonst so nicht sehen würde.

 

Heute ist das nicht der Fall.

Denn heute landen wir in einem mit Brennesel bewucherten Boden. Stört Kira herzlich wenig, aber ich muss mich da ein bisschen durch schlängeln.

Zum Glück ist der Part nicht all zu lange und wir finden uns schnell auf einem Waldweg wieder. Von hier aus ist es dann auch nur noch ein kurzes Stück zum Großdöllner See.

Um dem Göhring sein Anwesen näher zu sehen, müssten wir jetzt eigentlich nur links vom See bleiben und gegen den Uhrzeigersinn laufen. Doch das ist uns zu lahm und wir wollen heute mehr.

Der See möchte von jeder Seite gesehen werden und von daher umrunden wir ihn komplett. Also nehmen wir die erste Abzweigungen nach rechts und befinden uns gleich auf einem Rundweg.

 

Kira braucht nicht lange um das Wasser zu bemerken und sprintet ohne Rücksicht auf Verluste durch das Dickicht. Davon ist auf der Nordseite des Sees jede Menge.

Ein wirkliches ran kommen an den See gibt es auf den ersten Kilometern nicht. Ist jedoch nicht weiter schlimm.

Denn zum einen können wir am Ufer auf der anderen Seite einige kleine Strände ausmachen und landen da später sowieso und zum anderen ist es super angenehm hier durch den Wald zu laufen.

Auch wenn der Geschichtliche Hintergrund auf dem Weg schon mal in den Kopf kommt.

Die Gegend ist wirklich atemberaubend schön und wenn man so daran denkt, dass so ein Gehirn amputierter hier lange Zeit die selben Wege gegangen ist - schon komisch.

An einer Stelle können wir dann auch Richtung Carinhall schauen. Am Ufer erkenne ich eine Art Bootsanleger und eine alte Bank. Ab diesem Moment an bin ich schon ganz gespannt darauf was noch von den Ruinen übrig ist.

Denn wie ich vorher gelesen hatte,soll wohl nicht mehr viel stehen.

 

Außer einer kleinen Stelle an der wir ans Wasser kommen, machen wir dann auch nicht groß halt.

Zumal uns unterwegs erst bewusst wird wie riesig dieser See ist. Im Nordwesten des Sees kommen wir an einem Hotel vorbei. Ziemlich schön eingerichtet das Ganze.

Neben einem großen Gebäude finden wir ein Bootshaus und einige Möglichkeiten ans Wasser zu gelangen.

Da uns hier aber zu viele Leute unterwegs sind (vorher ist uns nicht einer über den Weg gelaufen) gehen wir nach ein paar Fotos jedoch weiter.

Ein kurzer Halt noch an einem Steg und schon befinden wir uns am Südlichen Ufer.

 

Die erste kleine Bucht samt Strand lässt auch nicht lange auf sich warten. Sehr zur Freude von Kira, die jetzt endlich mal so richtig schwimmen kann.

Hier fällt uns dann auch zum ersten Mal auf wie klar das Wasser ist. War der Waldweg im Norden schon ein Highlight, so steht das südlichen Ufer dem Ganzen im nichts nach.

Kira, der See und ich - Liebe auf den ersten Schritt.

Nach dieser Bucht folgen noch viele weitere die uns immer wieder einen neuen Blick auf den See bieten.

Was irgendwie sonderbar ist, ist der See doch eigentlich nur länglich. Kurz vor den Ruinen Carinhalls, gelangen wir dann zu einer Art "Halbinsel".

Ein wirklich phantastischer Ort für eine Nacht im Zelt, der auch direkt eingespeichert wurde.

Bevor wir uns dann zu den Ruinen machen, gehen wir einen kleinen Bogen zum anliegenden Wuckersee. Auch dieser See ist schon eine Reise wert.

Von den zwei Buchten die wir uns anschauen, haben wir einen tollen Blick und sehen viele weitere kleine Strände am Ufer. Nun aber auf nach Carinhall.

 

Direkt am Waldweg steht schon eine große Infotafel am ehemaligen Eingang.

Dahinter befindet sich dicht bewucherter Wald, der die Berichte die wir zuvor gelesen haben bestätigt.

Viel zu sehen werden wir hier nicht bekommen. Dennoch schlagen wir uns durch die Büsche und hoffen zumindest auf den Bootsanleger den wir vom anderen Ufer gesehen haben. Doch leider finden wir nichts anderes als Pflanzen über Pflanzen.

Nicht mal ein kleiner Backstein ist ausfindig zu machen.

Hier steht wirklich gar nichts mehr. Wenn das jedoch vorhin keine Fatamorgana war, wollen wir dennoch diesen Anleger finden. Dafür laufen wir ein paar hundert Meter zurück, mit dem Ziel das vom Ufer aus zu finden.

Von der kleinen "Halbinsel" starten wir und ein kleiner Trampelpfad führt uns direkt ans Ufer. Doch es ist weit und breit nichts zu sehen.

Während ich an meinem Verstand zweifel, lässt es sich Kira weiterhin im Wasser gut gehen. Wenigstens finden wir noch eine Bucht mit schönen Weitblick über fast den gesamten See.

 

Zurück zum Auto geht es dann über den bekannten Weg von dem wir gekommen sind.

Nur die "Judenbrücke" ist neu und hoffentlich kein Überbleibsel von Herrman Göhrings gestörten Anhängseln. Eine wirklich schöne Tour durch ein Abwechslungsreiches und Geschichtsträchtiges Gelände.

Die über 4 Stunden, die wir für den Rundweg gebraucht haben, sind jeden Schritt wert.

 

Wanderroute


Bilder


Anfahrt