Naturschutzgebiet Löcknitztal

Wir haben mal wieder etwas Abwechslung in eine unserer Touren gebracht und jemanden mitgenommen.

Immer alleine unterwegs zu sein wird auf Dauer ja Langweillig.

 

Auch wenn das Naturschutzgebiet Löcknitztal eine Zufallswahl war, so hat es uns in keinster Weise enttäuscht.


Bericht

 

Wir haben also hohen Besuch.

Aus dem wunderbaren Bayern kommend, haben wir Marti zu Gast. Marti und ich haben uns auf die klassische Art kennengelernt - über Instagram :-)
Nachdem ich sie Anfang des Jahres im Zuge unseres Road Trips in Bayern besucht habe (jaja...der Bericht ist in Arbeit), hat sie sich nun zu uns in den Norden gesellt.

Um mit dem wundervollen Brandenburg zu glänzen, hatte ich mir schon ein schönes Plätzchen rausgesucht. Doch wegen eines Zwischenfall am Vortag, mussten wir die Pläne über Bord schmeißen.

 

Wir sind nämlich unseren anderen Hobby, der Lost Place Fotografie nachgegangen. Nun fand es jemand super witzig eines der Ventile am Reifen locker zu drehen.

So das es beim ersten Huckel komplett raus geflogen ist und der Reifen platt war. Das dies auch auf der Autobahn hätte passieren können und so was auch ein böses Ende nehmen kann, daran hat Sie/Er wohl nicht gedacht. Solchen Leuten schenken wir keine Beachtung, aber gehört zur Geschichte.

Wie dem auch sei, ich hab den Reifen zu Hause repariert.

Da ich jedoch zum ersten Mal ein Ventil eingesetzt habe, war ich mir unsicher. Es hat zwar alles über mehrere Stunden gehalten, aber ich wollte trotzdem keine 1 1/2 Stunden Autobahn fahren.

Soweit wäre es nämlich zum geplanten Schwanensee in der Nähe von Cottbus gewesen. Stattdessen haben wir uns dann spontan für das Naturschutzgebiet Löcknitztal entschieden. Nachdem wir das jetzt geklärt hätten, kommen wir zum wesentliche ;-)

 

Das Auto stellen wir am Möllensee ab.

Eigentlich hatte Google hier ganz groß einen Aussichtspunkt angekündigt. Doch außer einem Steg, der uns trotzdem eine gute Sicht beschert, ist nichts zu finden.

Meine Wenigkeit hatte heute etwas länger geschlafen und somit auf das Frühstück verzichtet. Dieses wollte ich mir unterwegs holen und habe auf einen Bäcker auf unserer Route gehofft. Doch das Glück ist nicht auf meiner Seite und so, ruhte die letzte Hoffnung auf Kagel-Finkenstein.

Um dort hinzukommen, machen wir unsere ersten Schritte auf einer Art Hauptstraße im Wald. Diese hat zwar den klangvollen Namen „Weg zur Erholung“, ist aber auch gut befahren. Kira muss also die ersten Meter an der Leine bleiben.

Im Wald angekommen, darf sie dann endlich durch die Gegend rennen. Wir entscheiden uns für den Weg durch den Wald, um in Kagel-Finkenstein anzukommen.

Der „Weg der Erholung“ ist zwar kürzer, aber hier kann sich Kira wenigstens frei bewegen. Zwar müssen wir uns am Ufer des Kiessees etwas durch das Gebüsch kämpfen, aber so bekommen wir einen ersten Eindruck vom Naturschutzgebiet. Einen Bäcker finden wir dann zwar nicht, dafür aber ein Restaurant in dem wir uns völlig gesunde Pommes gönnen. Es gibt doch nichts besseres als fettiges Essen vor einer Wanderung.

 

Immerhin haben wir jetzt was im Magen und die Tour kann richtig starten.

Unser Ziel ist eine auf Google Maps gekennzeichnete Sehenswürdigkeit direkt am Fluss Löcknitz.

Um dorthin zu gelangen, steht uns ein wilder Marsch mitten durch die Natur bevor. Auch wenn wir wieder Wegweiser vermissen, reißt der Wald hier alles raus.

Die Einsamkeit ist förmlich zu spüren und das obwohl wir zu dritt unterwegs sind. An vielen Stellen macht das Gebiet den Eindruck, als wenn hier noch nie ein Mensch unterwegs gewesen wäre.

Kira muss heute nicht sonderlich beschäftigt werden.

Ihr unnachgiebiger Drang ihr Rudel zusammen zu halten, ist eine Tagesaufgabe. Sowohl Marti als auch ich, bleiben oft genug stehen um Fotos zu machen.

Was natürlich dazu führt, dass wir dann und wann weiter entfernt voneinander laufen. Dementsprechend muss Kira immer wieder schauen ob denn keiner verloren geht.

Die nächsten Kilometer sind ein Highlight der Natur, auf denen man nur aufpassen muss, dass man nicht von runter fallenden Tannenzapfen erschlagen wird.

Nach einigen Kilometern gelangen wir dann an eine große Runde Fläche mitten im Wald. Da es ziemlich zugewachsen ist, lässt sich leider nicht genau sehen was es ist.

Da Kira aber für einige Sekunden im Dickicht verschwunden ist, nehme ich einfach mal an das irgendwo in der Mitte ein kleiner Sumpf ist.

Wir versuchen zunächst so nah wie möglich die Fläche zu umgehen, müssen dann aber doch ein kleines Stück zurück in den Wald. Es ist einfach zu stark bewachsen und wir haben keine große Lust uns mit kurzen Hosen hier durch zu kämpfen.

Als wir dann wieder auf den Waldweg gelangen, ist es zumindest laut Karte nicht mehr weit. Genau genommen stehen wir quasi direkt neben der angekündigten Sehenswürdigkeit an der Löcknitz und müssen nur noch ein kleines Feld überqueren.

Was anfangs sehr leicht aussieht, wird auch schon wie bei der runden Fläche zu einer Herausforderung. Denn einen Weg zur Löcknitz gibt es nicht.

Nicht mal so etwas wie einen Trampelpfad. Da ich das zunächst nicht so ganz glauben möchte, versuche ich noch eine Weile verkrampft einen Weg zu finden.

Doch als um mich herum nur noch Zaun ist, verstehe auch ich das hier eine Sackgasse ist. Da Marti es etwas gemütlicher angeht, muss sie nicht wie ich den ganzen Weg zurück durchs hohe Gras.

Ich will dennoch unbedingt zu dieser markierten Sehenswürdigkeit, also müssen wir zunächst auf den Waldweg zurück. Irgendwann vorher müssen wir eine Abbiegung verpasst haben, die uns zu unserem Ziel führt.

 

Haben wir auch. Gut einen Kilometer entfernt können wir eine Abzweigung nach rechts nehmen und unser Glück erneut versuchen.

Wieder landen wir vor einem großen Feld und wieder muss nur dieses überquert werden. Wir laufen auch ziemlich weit.

Weit genug jedenfalls, das dass Gras hoch genug ist um Kira kaum noch zu sehen. Als es auch mir fast bis zur Brust steht, geben wir erneut auf.

Nicht nur, weil Marti kaum noch über das Gras schauen kann, sondern weil das hier einfach nicht der richtige Ort sein kann. Wer auch immer diese Markierung gesetzt hat, war entweder mit einer Machete unterwegs oder hat sich um ein paar Breitengrade vertan.

Zunächst bin ich etwas enttäuscht – naja eigentlich bin ich schon etwas angefressen.

Erst macht dir ein Irrer den Reifen kaputt, dann kannst du nicht hin wo du willst und dann findest du nicht mal das neue Ziel das du dir gesetzt hast.

 

Dennoch brechen wir die Tour natürlich nicht ab.

Da wir auf die Löcknitz verzichten mussten, bekommt Kira eine andere Gelegenheit sich ins Wasser zu stürzen.

Im Norden gibt es drei verschiedenen Seen, wovon sich doch wenigsten einer zum baden eignen wird. Um dort hin zu gelangen, müssen wir lediglich einmal quer durch den Wald. Die Strecke ist ungefähr 3,5 Km lang und wir brauchen ca. 40 Minuten.

Nach der Enttäuschung werden wir auf diesem Weg wieder mit einer schönen Natur belohnt. Und auch wenn nichts besonderes passiert, oder einzigartiges zu sehen ist, fühlen wir uns dennoch unheimlich wohl hier.

Es ist einfach ein Wald nach unserem Geschmack.

Völlige Ruhe, angenehme Luft und keine Langeweile.

 

An den Seen angekommen, die in unmittelbarer Nähe zueinander liegen, haben wir jetzt die Qual der Wahl.

Entweder den recht großen Bauernsee zu unserer rechten, oder den Baberowsee und den Elsensee zu unserer linken.

Da Marti und ich doch schon etwas kaputt sind von der langen Tour, entscheiden wir uns dazu den Bauernsee nicht zu besuchen und nur den anderen beiden Seen einen Besuch abzustatten.

Diese beiden liegen eh auf unserem Rückweg zum Auto und bedeuten keinen weiteren Umweg.

Am Baberowsee scheint es zunächst kein ran kommen zu geben. Bis Marti per Google Maps doch einen Weg findet. Auch ich habe die Route dann auf meinem Handy und sie sieht angenehmer aus als jetzt strickt der stark befahrenen Hauptstraße zu folgen.

Zum Baberowsee laufen wir zunächst an vielen neu gebauten Einfamilienhäusern vorbei und gelangen dann an das Ufer. Kira ist natürlicher schneller im Wasser als wir gucken können.

Wenn auch die Aussicht nicht die schlechteste ist, so ist der See aber ziemlich schmutzig. Das Wasser hat eine nicht sehr einladende braune Farbe.

Leider gibt es auch den eben noch angezeigten Weg, der uns direkt zum Elsensee führen soll nicht. Stattdessen stehen wir plötzlich vor einem alten zugewachsenen Grundstück.

Also müssen wir kehrt machen und doch an der Hauptstraße entlang laufen.

 

Wenigstens werden wir noch mit einem schönen Feld belohnt, auf das die Sonne gerade ein richtiges cooles Licht wirft.

Der Elsensee ist dann schon wieder eine ganz andere Nummer als der Baberowsee. Es gibt eine große grüne Wiese am Ufer und viel Platz für ein Picknick.

Hier bleiben wir auch wesentlich länger am Wasser, was vor allem Kira sehr freut. Da Marti aber heute noch zurück in den Süden fliegt, können wir nicht all zu lange verweilen.

Direkt hinter uns führt ein Waldweg zurück zu unserem Auto und die restlichen paar Kilometer reißen wir dann auch noch souverän runter.

 

Eine wirklich gelungen Tour durch ein wahnsinnig schönes Gebiet. Auch wenn wir die Löcknitz nicht gefunden haben.

Es war schön Marti unser Flachland etwas näher zu bringen und wieder Zeit mit ihr verbracht zu haben.

Immer wieder schön mit jemanden Unterwegs zu sein, der die gleichen Interessen hat. Bis zum nächsten mal.

 

Wanderroute


Bilder


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