Lübelowsee & Waldgebiet

Milmersdorf war in meiner Kindheit schon fast wie ein zweites zu Hause.

Um genau zu sein eher der Kölpinsee im angrenzenden Götchendorf.

 

Dieser See ist zwar auch auf unserer Liste, alleine schon aus Nostalgischen Gründen, aber diesmal waren wir noch etwas weiter südlich am Lübelowsee unterwegs.

 


Bericht

 

Das schöne an so einem Wald ist ja, dass er zu jeder Jahreszeit seine Besonderheiten hat.

Im Frühling fängt alles an zu blühen, im Sommer erstrahlt die Sonne das Grün in einem besonderen Licht, im Herbst bietet das Laub ein schönes Farbenspiel und im Winter sieht alles sowieso komplett anders aus.

Für mich als Hobby Fotograf immer schöne Motive.

Kira hingegen ist es völlig egal ob nun die Sonne scheint, oder es aus strömen regnet. Hauptsache Wald, viel Auslauf und im besten Fall noch ein See in der Nähe.

 

So ist es auch heute wieder bei unserem Besuch im Waldgebiet um den Lübelowsee.

So ein Rundgang um einen See hat immer was schönes. Damit sich das Ganze jedoch auch lohnt, braucht er schon eine gewisse Größe. Oder eine Wahnsinnige Umgebung wie es in den Alpen der Fall ist.

Da wir Flachland Berliner nicht mit vielen Bergen gesegnet sind, suchen wir uns in den meisten Fällen Orte raus, in denen wir zunächst durch ein Wald müssen um zum See zu gelangen.

Mit dem Parkplatz haben wir heute mal wieder Glück und können genau am geplanten Ort, ungefähr 2 Km vor Milmersdorf halten. Schon auf der Karte war ein riesiges freies Feld aus Sand mitten im Wald zu sehen.

Sowas finde ich immer interessant, da man nie weiß was einem da erwartet.

Mit Kira konnte ich die Ganze Woche nicht wirklich raus und man merkt ihr die Freude regelrecht an. Manchmal kommt es mir so vor, als würde sie am liebsten jeden einzelnen Baum umarmen.

Durch die schwüle Hitze dauert es aber auch nicht lange, bis die Zunge schon über den Boden schleift. Was sie natürlich trotzdem nicht davon abhält weiter wie ein Berserker durch die Gegend zu heizen.

 

Zu dem großen Feld gelangen wir dann auch schon nach 15 Minuten. Das Bild bei Google Maps scheint schon was älter zu sein und statt Sand sehen wir eine große Fläche mit neu gepflanzter Nadelbäume.

Wegen eines Zauns, dessen Sinn mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar ist, müssen wir einen kleinen Bogen laufen.

Als ich noch die Orientierung suche, ist Kira plötzlich auf und davon. Auf rufen und pfeifen reagiert sie nicht. Ich weiß zwar das sie viel zu anhänglich ist und immer den Weg zurück findet, dass Herz bleibt in solchen Momenten dennoch kurz stehen.

Irgendwann kommt sie dann auch mit leicht verdutzten Blick aus dem Wald gerannt. Warum das so ist, sehe ich dann auch gleich. Hinter dem Zaun sind mehrere kleine Teiche.

Kira hatte die ganze Zeit versucht irgendwie da rein zu kommen. Beziehungsweise versucht sie es noch den ganzen Bogen den wir laufen.

Es klingt zwar sehr gemein, aber es ist trotzdem ein witziger Anblick.

Sie ist sogar so konzentriert auf das Wasser, dass sie gar nicht bemerkt das plötzlich ein Reh vor uns steht. Dieses kommt zwischen den dichten Bäumen hervorgeschossen, bleibt erschreckt stehen, ein kurzes Anstarr-Duell mit mir und schwupps ist es wieder weg.

Kurz bevor wir uns Richtung Lübelowsee aufmachen, sehen wir dann auch was für ein Gebiet hier eingezäunt ist. Ein Refugium für Frosch und Co – Noch nie in meinem Leben gehört, aber eine schöne Sache, wie ich finde.

Besser zumindest als den stillgelegten Kiesabbau hier vor sich dahinvegetieren zu lassen.

 

Zum Lübelowsee ist es dann auch nicht mehr weit.

Vorher kommen wir auf eine Wanderroute, die sowohl nach Angermünde als auch Templin führt. Im angrenzenden kleinen Melitzsee holt sich Kira dann auch endlich ihre Erfrischung. Sie knallt da so wild in das Schilf, das sie sich direkt ein blutiges Auge holt. Aber alles nicht so wild, ist nur ein kleiner Kratzer.

Nach der Abkühlung, ist es nur noch ein Katzensprung bis zum Lübelowsee. Was wir Anfangs durch die Bäume sehen können, lässt auf einen schönen See schließen.

Aber uns fällt auch sehr früh die raue Umgebung auf.

Also entweder hat hier vor kurzem ein Orkan gewütet, oder die Umgebung wird reichlich abgeholzt.

Überall liegen Baumstämme, Rinde und Äste rum. Also nicht auf die charmante rustikale Art, sondern irgendwie "dreckig". Als wenn abgeholzt wurde, ohne einen Baum mitzunehmen. Mag komisch klingen, reicht aber uns vom See zu entfernen.

 

Nichts ist es also, mit einem Rundgang um den Lübelowsee. Doch kein Grund zur Trauer, dann nehmen wir halt den Wald unter die Lupe.

Es dauert nur eine Weile, bis wir wieder im unberührten Wald sind. Dafür lohnt es sich jedoch auch.

Denn ein kleines Rehkitz hat es sich an unserem Wegesrand gemütlich gemacht. Zwar erschrickt es im ersten Moment, rennt aber auch nicht sehr weit weg.

Da Kira gerade mit schnüffeln an Baumstämmen beschäftigt ist, bekommt sie davon auch nichts mit.

Meine Chance also, ein Rehkitz vor die Linse zu bekommen. Näher ran als mit vollem Zoom komme ich aber leider nicht. Dafür ist das Rehkitz zu Aufmerksam und flüchtet bei jeden Annäherungsversuch ein Stück weiter.

Da muss dringend ein besseres Objektiv für die Kamera her. Der weitere Weg durch den Wald verläuft eher unspektakulär. Weit weg, von dem "unaufgeräumten" See, können wir dann einfach nur die Natur genießen.

Schöne Waldabschnitte, manch eine Wiese und eine Kira die quer durch die Gegend rennt.

An einem kleineren See, der nicht mehr als die Löschwasserentnahmestelle ist, können wir dann auch nochmal eine kleine Rast einlegen.

Danach geht es wieder zum Refugium und zum Auto.

Auch wenn der Lübelowsee wegen seines zu chaotischen Uferwegs nicht unser Geschmack ist, haben wir dennoch viel Spaß im Wald.

Hier kann man Flora und Fauna in Ruhe genießen und gemütlich spazieren.

 

Wanderroute


Bilder


Anfahrt