Redernswalder See

Wir sind schon immer auf der Suche nach Seen, die auch an heißen Sommertagen nicht überlaufen sind.

 

Anscheinend haben wir mal wieder so eine kleine Perle gefunden und möchten euch das nicht vorenthalten.

 

Vor allem, weil wir unterwegs wieder einmal vielen Tieren begegnet sind.

 


Bericht

 

Der Tag beginnt wie viele andere.

Wir haben uns eine nette Stelle auf der Karte ausgesucht die sowohl Wald als auch einen See beinhaltet. Allerdings könnte das Wetter besser sein.

Denn eigentlich wollten wir die zwei freien Tage dazu nutzen, eine Nacht draußen zu verbringen. So bleibt es bei einem Tagesausflug und das erkunden des Gebiets.

Wenigstens hat der Regen aufgehört, als wir uns ins Auto gesetzt haben. Nach gut einer Stunde sind wir dann auch schon am Ziel angekommen.

 

In der Nähe vom Dorf Altkünkendorf und dem Wolletzsee parken wir das Auto und machen uns auf in den Norden.

Die Hoffnung auf trockenes Wetter können wir direkt wieder begraben. So ziemlich genau als wir ankommen, beginnt es wieder zu regnen.

Für Kira anscheinend nicht Erfrischung genug, so dass sie sich in der ersten Pfütze voller Schlamm vergnügt.

Gleich zu Beginn haben wir die Möglichkeit einen langen Feldweg in Richtung Norden einzuschlagen. Besser geht es natürlich nicht und wir müssen uns nicht wieder irgendwie zum See durchschlagen.

Von weiten sehen wir jedoch ein Schild, von dem schon „verboten“ zu lesen ist. Das Verbot betrifft jedoch das Pflücken von den Früchten.

Da ich keine Ahnung von Bäumen habe, kann ich nur raten und tippe auf Apfelbäume.

 

Als wir so durch die Gegend schlendern werfe ich einen kurzen Blick nach links. Mit einem kurzen Schrecken bekomme ich mit, das da ein kleines Wildschwein am Wegesrand steht.

Völlig relaxt und unbeeindruckt beobachtet das Ferkel Kira und mich. Mein verkappter Jagdhund hat davon noch nichts mitbekommen. Bevor sie das tut, nehme ich sie schnell an die Leine.

Das Wildschwein ist zwar total entspannt, aber was weiß ich ob Mutter und Vater irgendwo in der Nähe sind. Als wir beide weiterlaufen, macht sich auch das Wildschwein auf in den Wald.

Der Feldweg den wir gehen, erinnert mich an die frühen Abenteuer Filme die ich immer geschaut habe. In denen irgendjemand aufbricht XY zu suchen und dabei an schönen Landschaften vorbei läuft.

Ich liebe diese Momente, in denen wir beide völlig alleine sind und die Welt um uns herum still zu stehen scheint. Der Weg endet dann nach gut 3 Km an einer Gabelung und wir müssen entscheiden wo lang. An sich müssen wir weiter geradeaus und beide Wege machen nicht den Anschein, dass das bald wieder möglich ist.

Es ist eigentlich nicht viel mehr zu sehen als eine riesige Ackerfläche. Da jedoch links ein Wald ist, entscheiden wir uns aus dem Bauch heraus für diese Richtung.

Dort haben wir auch schon sehr bald die Möglichkeit wieder in die Ursprungsrichtung einzubiegen.

Vom Wald haben wir zunächst jedoch nicht viel. Einen wirklichen Weg gibt es nicht und stattdessen laufen wir um das große Ackerfeld und sind jetzt plötzlich unter Strommasten.

Mal abgesehen von diesen, dennoch eine schöne Landschaft. An dieser Stelle ist Kira auch mal wieder sehr angetan von einer Stelle im Grass. Wenn sie sich durch keinen Befehl herbei rufen lässt und anfängt sich plötzlich im Grass zu wühlen, kann das nur eins bedeuten.

Da liegen ein paar Knochen eines toten Tieres rum und Madame will natürlich nur eins – Fressen.

Da hat sie die Rechnung aber ohne mich gemacht und muss leider von Dannen ziehen. Nach einem frisch gepflügten eingezäunten Feld gehen wir beide dann in den Wald. Irgendwo hier in der Nähe sollte der See sein.

 

Als wir dann so durch den etwas düsteren Wald gehen, sehen wir von weitem das Ende der Bäume. Dahinter sieht es aus, als wenn die Welt zu Ende ist.

Kein Anzeichen von einem See, kein Anzeichen von einem Strand – nur eine weiße Wand.

Nachdem wir uns durch den dichten Wald geschlagen haben, stehen wir dann aber plötzlich doch an einem See.

Der liegt hier, als wären wir die ersten Menschen die den entdeckt haben. Um den ganzen See rum ist keine Badestelle oder ein Weg zu erkennen. Nur dicht aneinander wachsende Bäume.

Da stehe ich nun mit offenen Mund und Kira schwimmt schon wieder völlig unbeeindruckt im Wasser. Das zu allem anderen auch noch total klar ist.

Wieder bei Sinnen, erkunden wir beide den See noch weiter. Ich kann einfach nicht glauben das hier nirgends ein Strand oder Weg ist. Wir sind zwar nur das Südufer abgelaufen und es regnet immer noch in Strömen, aber ich bin mir total sicher das nicht viele Menschen von der Existenz des Sees wissen. Dennoch gehört der See nicht uns alleine.

Wildschweine haben hier an vielen Stellen gewühlt und nicht nur einmal erschrecke ich mich vor davon laufenden Rehen.

 

Der See ist also abgecheckt und wir freuen uns jetzt schon auf unsere ersten Nächte dort.

Zurück geht es dann zunächst auf gleichem Weg wie wir hergekommen sind. Nur das wir an den Stromästen entscheiden in die andere Richtung um das große Feld zu laufen.

Ich erinnere mich daran, dass es vorhin ja zwei Wege um das Feld gab und hoffe das wir irgendwie wieder an die Gabelung kommen. Diese Entscheidung wird dann auch gleich mal belohnt.

Hinter einem kleinen Hügel steht eine Herde Rehe und wir haben die Möglichkeit recht nah an diese ran zukommen. Bevor Kira die armen Tierchen zu Tode erschreckt, nehme ich sie natürlich an die Leine.

Das funktioniert auch ganz gut. Wenn auch nicht sehr nahe, habe ich die Möglichkeit aus der Entfernung ein paar Bilder zu machen.

Was mich nur sehr verwundert ist, dass zwischen all den Rehen auch irgendein weißes Tier steht. Ein Albino Reh? Ein überdimensional großes Schaf? Ich habe keine Ahnung und habe auch nicht lange Zeit mir das genauer anzuschauen.

Die Rehe haben uns mittlerweile trotz großer Entfernung entdeckt und sind in den Wald geflüchtet.

Keinen Kilometer später aber stehen dann plötzlich wieder drei vor uns.

Selbst Kira ist total überrascht und steht einfach nur da. Einige Sekunden starren sich alle Parteien bewegungslos an, bis auch diese Rehe die Flucht ergreifen.

An gleicher Stelle finden wir dann noch einen kleinen Teich mitten am Waldessrand und können unter einem großen Baum halbwegs trocken eine Pause einlegen.

Außer einer weiteren Begegnung mit einer Herde Rehe (diesmal jedoch sehr weit weg von uns) verläuft der weitere Weg ziemlich ereignislos.

Das beste ist eigentlich, dass es endlich aufgehört hat zu regnen. Mein Gespür war auch richtig und nach einer Weile befinden wir uns auf den Weg, der uns wieder zur Gabelung vom Anfang führt.

Da dieser Weg sich unheimlich in die Länge zieht, bin ich froh Anfangs meinem Gefühl vertraut zu haben.

Kira jedenfalls ist auch schon fertig. Vom anfänglichen wilden herumgerenne ist nicht mehr viel geblieben.

Sie schleicht jetzt neben mir her und freut sich nach der Tour wahrscheinlich schon auf ihr Bett.

Vorher jagt sie aber noch mir, sich und einer armen Ente einen Schrecken ein. Als sie sich so durch die Wiese schnüffelt, hat sie anscheinend die arme Ente übersehen und diese ist laut quakend weggeflogen. Was Kira und mich mal eben kurz zusammen zucken lässt.

 

Die Tour an dieser einsamen Landschaft hat wirklich Spaß gemacht. Und wir freuen uns jetzt schon bei besseren Wetter den See nochmal zu besuchen.

 

Wanderroute


Bilder


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