Kloster Chorin & Großer Plagesee

Auf unseren vielen Reisen in den Norden Brandenburgs, fällt uns immer wieder dieses eine große Schild an der Autobahn ins Auge - Kloster Chorin.

 

Irgendwann mussten wir das Kloster mal mitnehmen.

Doch das alleine wäre gerade für Kira etwas langweillig. Daher haben wir uns eine Route in der Gegend rausgesucht und das Kloster einfach im Weg mit eingeplant.

Auf der ständigen Suche nach einem einsamen See für die Sommerzeit, haben wir uns entschieden auch den Großen Plagesee mit einzuschließen.


Bericht

 

Wir parken etwas abseits vom Kloster Chorin und landen zufällig schon am ersten interessanten Ort.

Verlassene Gebäude sind ein Thema das mich total fasziniert und direkt vor uns stehen gleich mehrere davon. Da hier jedoch gerade mehrere Menschen am werkeln sind, entschließen wir uns das ganze genauer anzuschauen wenn wir wieder da sind.

 

Kira ist sowieso schon im Wald unterwegs und erschnüffelt schon mal die Gegend. Gleich neben unserem Parkplatz finden wir auch die ersten 2 Plakate, die uns die ersten Informationen über die Umgebung zeigen.

Zu Beginn besteht der Waldweg aus Kopfsteinpflaster.

Nicht unbedingt ein Untergrund auf dem ich gerne laufe. Auch Kira hält sich lieber im angrenzenden Wald auf.

Leider sind heute auch ziemlich viele Waldarbeiter unterwegs die gehörig Lärm machen. Nicht nur, dass wir zunächst nicht auf die erhoffte Ruhe treffen, sondern auch die Tatsache das so viel ab gerodet wird lässt uns zunächst auf nichts gutes schließen.

Nach einer größeren Kreuzung, dessen anderer Weg direkt zum Kloster Chorin führt, wird es dann aber doch noch ruhig. Auch wenn wir sehr viele markierte Bäume sehen, hoffen wir mal das die es hier mit dem abholzen nicht übertreiben werden.

 

Um zum See zu gelangen, müssen wir eigentlich auch nur auf dem Weg bleiben, von dem wir gekommen sind. Aber selbst wenn wir das nicht wüssten, helfen einem die ausreichenden Wegweiser. Der See wird zwar nicht wirklich darauf erwähnt, aber die nächstgelegene Ortschaft Brodowin.

Was sich uns auch spätestens als wir kurz vor dem See stehen erklärt. Denn einen richtigen Weg zum See gibt es nicht wirklich. Vielmehr ist hier im Süden alles rund um das Ufer Naturschutzgebiet.

Das bekommen wir in dem Moment mit, als wir uns mal wieder abseits der Wege befinden und plötzlich vor einer Gedenktafel von Professor Dr. Hugo Conwentz stehen.

Der gute Mann hat den Naturschutz in Brandenburg quasi erst durchgesetzt. Auch nicht die schlechteste Leistung in einer Vita.

An dieser Gedenktafel jedenfalls, stehen wir dann auch wieder auf einem vorgesehenen Waldweg und machen uns auf den See zu finden.

So ein Naturschutzgebiet soll ja im Allgemeinen nicht betreten werden. Ich sehe zwar kein Schild dass das explizit untersagt, aber man weiß das eigentlich. Dennoch ist da etwas in diesem Gebiet, dass mich magisch anzieht.

Wenn wir schon nicht komplett rein können, müssen wir wenigstens mal schnuppern. Also landen wir in einem riesigen Moorgebiet das mich völlig aus den Socken haut. Auch Kira ist sichtlich begeistert.

Warum auch nicht. Schließlich gibt es ja hier genug Schlamm in dem man sich wühlen kann. Dementsprechend sieht sie auch nach ein paar Minuten aus.

Aber was will ich mich beschweren – war ja meine Idee.

 

Warum man aber nicht in so ein Naturschutzgebiet reingehen sollte, erfahren wir kurze Zeit später. Als wir so den Waldweg wiederfinden wollen, fängt der Boden an sich plötzlich zu bewegen. Denn keine 5 Meter vor uns, hat es sich eine Wildschwein Familie gemütlich gemacht.

Es ist wirklich erstaunend, dass die ca. 10 Wildschweine vorher nicht mal Ansatzweise im Schlamm zu erkennen waren.

Für einen Moment steht für alle die Zeit still. Keiner Bewegt sich und es wird sich nur mit voller Ehrfurcht angestarrt.

Bis die Wildschweine sich dann auf machen, in den tiefen des Waldes zu verschwinden. Blöd ist nur, dass jetzt auch Kira ihre Schockstarre abgelegt hat und es für eine kluge Idee hält dem Rudel bellend zu folgen.

Keine Ungefährliche Sache bei Wildscheinen. Doch zum Glück interessieren sich diese nicht im geringsten für das Bellen und laufen einfach weiter. Meinen kleinen Jagdhund habe ich dann auch relativ schnell unter Kontrolle und wir bewegen uns mit zittrigen Knien auf den Waldweg.

 

Irgendwie ist es dann aber nicht der, von dem wir gekommen waren. Was für den Moment jedoch nicht schlimm ist.

Denn wie auch immer wir es geschafft haben, sind wir dann doch endlich am See angekommen. So ziemlich an der einzigen Stelle im Süden, an der man auch ins Wasser kommt. Kira nutzt die Gelegenheit um sich im Wasser abzukühlen und ich mache eine kleine Pause.

Von diesem kleinen Strand aus kommen wir dann auch endlich wieder auf den Weg, der uns nach Brodowin führt. Nach dem Schock eben, entschließen wir uns dazu auf dem vorgesehenen Weg zu bleiben und langsam den Weg zum Kloster Chorin einzuschlagen.

Dazu müssen wir jetzt aber erst mal einen großen Bogen um den großen Plagesee laufen. Dieser große Bogen führt uns dann auch durch die Ortschaft Brodowin, vorbei an großen Feldern und mit einem schönen Blick auf den großen Plagesee.

Kurz vor Brodowin finden wir noch einen kleinen Teich, dessen alter Steg uns zu einer weiteren Pause einlädt. Ob wir da wirklich hin dürfen wissen wir nicht so genau.

An dem Teich grenzt zwar ein großes Grundstück, aber einen Zaun oder eine Absperrung sehen wir nicht.

 

Von Brodowin selbst sehen wir nicht wirklich viel.

Am Ortseingang biegen wir auch schon wieder in den Wald ab und vor einem alten Tor gibt es dann zwei Wege.

An sich müssen wir zum Kloster Chorin nur geradeaus laufen. Da aber beide Wege irgendwie die Anschein machen das sie die richtigen sind, fragen wir lieber die zwei netten Damen die hier gerade vorbei spazieren.

Die erklären uns dann, dass der linke Weg zum Wasser und auf ein großes Feld führt und der Weg durch das Tor nach Chorin.

Obwohl es verlockend klingt zum Wasser zu laufen, entscheiden wir uns doch gleich den Weg zum Kloster einzuschlagen. So langsam zeigt sich dann auch endlich der Frühling und wir bekommen noch ein wenig Sonne ab.

Was den Wald wieder einmal noch schöner erscheinen lässt.

 

Viel erleben wir nicht auf dem letzten Stück.

Es ist ruhig, es ist schön aber wir verzichten auf weitere Erlebnisse im Wald. Wer sich jedoch den Wald auch im Norden vom Großen Plagesee näher anschauen möchte, hat durch die vielen Waldwege genug Möglichkeiten.

Wir beide jedoch, landen dann plötzlich an einer Landstraße. Da das ein offizieller Wanderweg zum Kloster ist, bin ich schon ein wenig überrascht.

Direkt am Amtssee in Chorin, führt nichts als ein kleiner Trampelpfad an der Landstraße zum Kloster. Da auch nicht gerade wenig Verkehr ist, muss Kira also an die Leine.

Es ist zwar nur ein wirklich kurzes Stück dass wir da an der Landstraße laufen müssen, aber komisch ist es trotzdem.

 

Wie dem auch sei, sind wir dann auch endlich am Kloster angekommen.

Für mich ist es schön zu sehen das hier außer dem Kloster noch viele andere alte Gebäude stehen. Auch wenn diese mittlerweile andere Funktionen haben als zur damaligen Zeit. Zum Beispiel die Schmiede, die jetzt anscheinend ein Restaurant ist.

Das Kloster selbst sehen wir zunächst nur von der Hinterseite. Mit angrenzenden alten Friedhof schon eine schöne Sache. Auf der anderen Seite sieht es dann schon nicht mehr so schön aus.

Wir sind natürlich genau dann zu Besuch, wenn hier Saniert wird. Die hässlichen Baugerüste versauen uns demnach das ganze Bild.

Ziemlich schade aber nun mal auch nicht zu ändern.

 

So machen wir uns auf den Weg zurück zum Auto, der uns noch durch den „Naturlehrpfad Weinberg“ führt.

Wir sehen zwar nicht viel davon, aber immerhin können wir sagen das wir schon mal da waren.

Was die verlassenen Gebäude an unserem Auto angeht, so handelt es sich um alte Ferienhäuser.

Außer den Grundmauern ist nicht mehr viel übrig und somit halten wir uns auch nicht lange dort auf.

Einzig die tiefstehende Sonne wirft ein schönes Bild auf die Ruinen.

Es ist einmal mehr eine schöne Tour gewesen mit einigen Highlights und abgesehen von den Waldarbeiten am Anfang sehr ruhig.

 

Wanderroute


Bilder


Anfahrt