Von Eberswalde über`n Schwärzesee nach Biesenthal

Wir waren schon lange nicht mehr von Ort zu Ort unterwegs und mussten schleunigst was daran ändern.

 

Diesmal haben wir uns entschieden mit dem Zug nach Eberswalde zu fahren und uns von dort, mit großem Bogen über den Schwärzesee, auf nach Biesenthal zu machen.


Ich weiß gar nicht, warum ich so viele Jahre immer nur mit Kira weit rausgefahren bin wenn ich ein Auto hatte.

Dabei haben wir ganz einfach die Möglichkeit, in fast jede Richtung mit einem Regionalzug zu fahren.

Wahrscheinlich waren es die ganzen Horrorgeschichten über unfreundliches Bahnpersonal, die am liebsten gar keinen Hund im Zug hätten.

Alles Quatsch kann ich dazu nur sagen. Wir sind in letzter Zeit öfter mit der Bahn raus und es hat bisher keinen Mitarbeiter gekümmert ob wir ein Ticket für Kira haben, oder ob sie einen Maulkorb trägt.

Jedoch müssen wir auch erwähnen, dass es sich um relativ kurze Strecken gehandelt hat. Ob dies auch der Fall ist, wenn wir mal weiter wegfahren, wird sich dann zeigen.

 

Auch heute kommen wir wieder günstig weg und der einzige der sich ein Ticket kaufen muss bin ich.

5,40 EUR sind jetzt aber auch nicht die Welt, wenn man bedenkt dass man den ganzen Tag unterwegs ist.

In Eberswalde kommen wir nach gut 45 Minuten an und Kira hat sich auf der Fahrt ziemlich ruhig verhalten. Das ist nicht immer so, da sie bei jedem Ausflug unnormal aufgeregt ist.

In Eberswalde halten wir uns nicht lange auf. Außer einem kleinen Boxenstopp beim Bäcker, geht es für uns auf kürzesten Weg in den Wald.

Wir hatten eigentlich gehofft, dass der Weg zum Schwärzesee ausgeschildert ist. Leider müssen wir sehr schnell feststellen, dass dies nicht der Fall ist.

So bleibt uns wieder einmal nichts anderes übrig, als uns durch den Wald zu schlagen. Heute ist das nicht unbedingt eine große Herausforderung. Im Großen und Ganzen müssen wir immer nur Richtung Westen laufen und sollten dann fast genau darauf zukommen.

Im ersten Waldstück, an der Grenze zu Eberswalde, kommen wir jedoch trotzdem nicht wirklich voran.

Was ich nämlich nicht bemerke, ist das wir hier in einer Art Park sind und wir sportlich den Rundweg laufen. Dementsprechend kommen wir fast wieder genau da an, wo wir losgelaufen sind.

Also kurz umdenken und den Weg an der Hauptstraße entlang gehen.

 

Nur leider müssen wir irgendwann auf die andere Seite gelangen. Zunächst suchen wir irgendwo einen Übergang um in den tatsächlichen Wald zu gelangen.

Da dies vergebene Mühe ist, laufen wir irgendwann einfach über die Straße und in den Wald hinein.

Kira sprintet hier wie gewohnt durch die Gegend und erfreut sich des Schnees. Der liegt hier, anders als im grauen Berlin, noch ziemlich unberührt.

Um jetzt mal langsam voran zu kommen, laufen wir Querfeldein um einen Waldweg zu finden. Nach einigen kleineren Trampelpfaden finden wir dann auch endlich einen breiteren Weg.

Schilder, die uns irgendwie die Richtung weisen, suchen wir aber weiterhin vergeblich. Keine Ahnung ob wir uns immer so weit abseits der Wege befinden, oder ob die Beschilderung in den Wäldern abgenommen hat.

Aber irgendwie ist mir so, dass man früher mehr davon gesehen hat.

 

Abgesehen von den kleinen Zickzack Kurs, den wir zu Anfang noch durch den Wald laufen, sind die nächsten Kilometer die wir machen recht lahm. Nicht in dem Sinne, dass die Gegend nicht schön wäre.

Der leicht verwüstete Wald mit ständig im Weg liegenden alten Bäumen hat was für sich. Nein eher weil wir jetzt nur noch geradeaus laufen.

Das Ganze auch noch auf einer sehr glatten Fläche. Nicht dass wir die Ruhe nicht genießen würden, aber es gibt halt nichts zu schreiben.

Bleibt uns also nichts anderes übrig, als die breite Straße zu verlassen und ein wenig Action zu suchen.

Finden wir zwar nicht, dafür aber wieder mehr Schnee und – ein Wegweiser. Na schau mal einer an.

Auch wenn wir den erst 200 Meter vor unserem Ziel finden, macht das ja ein wenig Hoffnung.

 

Das wichtigste für den Moment ist jedoch, dass wir endlich am Schwärzesee angekommen sind.

Wie es der Zufall so will, direkt an dem einzigen Strand.

Ob man hier jedoch wirklich baden gehen möchte weiß ich nicht so genau. Kira jedenfalls, kam mit ziemlich schwarzen Füßen wieder aus dem Wasser.

Irgendwoher muss der See ja seinen Namen haben.

Da wir schon mal hier sind, umrunden wir den See natürlich auch. Was jedoch auch gar nicht so einfach ist. Einen Rundweg um den See suchen wir erst vergebens und finden dann nach einer Weile immerhin einen kleinen Trampelpfad.

Doch nachdem dieser uns zu einer Bootsanlegestelle geführt hat, endet er auch schon wieder. Ok, er endet nicht wirklich. Vielmehr führt der Weg jetzt rauf zu ein paar Häusern und man muss einen großen Bogen laufen.

Da haben wir heute aber keine große Lust drauf und bewegen uns weiter dem Ufer entlang.

Das ist zwar nicht wirklich einfach, spart aber immerhin etwas Zeit.

Hätte ich jedoch gewusst, dass wir hier auf einem Schlachtfeld landen, wäre ich lieber den Bogen gelaufen. Denn plötzlich liegt vor uns ein frisch ausgeschlachtetes Reh.

Für einen Vegetarier nicht gerade der schönste Anblick und Kira brauchte natürlich auch eine etwas strengere Ansage. Fehlt mir ja noch, dass sie an dem armen Tier rumknabbert.

Nach dem kurzen Schock geht es dann weiter um den See herum. Irgendwann finden wir auch endlich wieder einen Weg, entfernen uns so langsam vom Schwärzesee und machen uns auf in Richtung Biesenthal.

 

Auf dem Hinweg habe ich ein Fabrikgebäude gesehen, dass direkt an den Gleisen lag und verlassen aussah.

Das möchte ich heute gerne noch mitnehmen und wir machen uns daher auf den kürzesten Weg dorthin.

Für uns heißt das zunächst die Bahnschienen finden. Von da aus können wir uns wenigstens nicht verlaufen und kommen direkt zum Bahnhof.

Was jedoch so gar nicht in den Plan passt, ist die Begebenheit des Weges. Dieser ist schon von Natur aus sehr holprig und lässt sich durch den gefrorenen Boden nicht gerade besser begehen.

So wird das Stück an den Gleisen eine ziemlich anstrengende Tour für mich, die mit genervtem Grummeln kommentiert wird.

Kira macht das herzlich wenig aus. Die läuft weiterhin total begeistert durch die Landschaft und erfreut sich über jeden Stock.

Bleibt mir nichts anderes übrig, als mich anstecken zu lassen und sie mit Stöckchen werfen zu beschäftigen.

Das witzigste an dieser Strecke ist wohl ein altes Ölfass, dass auf einer freien Fläche liegt.

Dieses ist Kira so unheimlich, dass es erst mal ein paar Sekunden angeknurrt wird.

 

Kurz vor Melchow dann nochmal ein kurzer Schock.

Da liegen plötzlich zwei frisch abgetrennte Wildschwein Beine auf dem Weg. Manchmal ist es schon krank was man so in der Natur findet.

In Melchow finden wir dann Gott sei Dank mal wieder eine Karte. So erfahren wir, dass wir nicht weiter an den Gleisen lang wandern müssen, sondern einen gemütlichen Wanderweg bis nach Biesenthal nehmen können.

Über große Felder und einem schön angelegten Weg gelangen wir dann in den Wald kurz vor Biesenthal.

Kira tobe ich hier jetzt noch ein letztes Mal aus, bevor wir die Heimfahrt antreten.

Als wir dann kurz vor dem Ortseingang stehen finden wir mal wieder etwas. Hier verbirgt sich eine kleine alte Militäranlage.

Da lassen wir uns nicht zweimal bitten und machen uns auf das Gelände zu erkunden.

Leider ist nicht mehr viel übrig geblieben. Das einzige was wir hier vorfinden, sind alte Schützengräben und eine kleine alte Ruine.

Erst als wir schon aus dem Gelände raus wollen finden wir noch 2 weitere Gebäude. Nichts großartig spannendes, aber dennoch interessant.

Was jetzt noch für den Tag übrig bleibt ist die alte Fabrik in die ich möchte. Leider stellst sich ziemlich schnell heraus, dass diese noch intakt ist und nur etwas marode aussieht.

 

Schade für mich. Dennoch war es eine schöne lange Tour, der zwar dann und wann die Highlights gefehlt haben, es sich aber doch gelohnt hat zu gehen.  

Wanderroute


Bilder


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