Von Mahlenzien zum Breitlingsee


Willkommen im Winterwunderland.

 

Unser heutiger Ausflug ging in das Brandenburgische Wald- und Seengebiet in der Nähe von Brandenburg an der Havel.

Dazu haben wir uns zum südlichen Ende des Waldgebietes begeben um uns dann in Richtung Norden zum Breitlingsee aufzumachen.

Dieser sah auf der Karte extrem Interessant aus und gehört mit dem Möserschen See und dem Plauer See zu einer enorm großen Seenplatte die von den Inseln Kiehnwerder und Buhenwerder getrennt werden.


Bevor wir unseren Ausflug starten können, gibt es einen kleinen Schock Moment. Das gute Auto will einfach nicht anspringen und wir müssen uns Starthilfe besorgen.

Denn zum Brandenburger Wald- und Seengebiet fahren wir mit Sicherheit nicht mit dem Zug. Generell kommt mir eine Fahrt in den Westen Brandenburgs immer wie eine halbe Weltreise vor. Entweder müssen wir uns mühsam durch ganz Berlin kämpfen, oder diesen ewig langen Berliner Ring fahren. Aber wer das eine will, muss das andere mögen.

 

Durch die Wetterverhältnisse brauchen wir gut 2 Stunden, bis wir dann am südlichen Ende des Gebiets ankommen. In Mahlenzien finden wir direkt am Ortseingang einen großen Parkplatz an einer Feuerwehr.

Als Kira dann endlich aus dem Auto kann, dauert es nicht lange bis sie sich im Schnee wühlt. Pünktlich zu unseren Ankunft beginnt es nochmal ordentlich zu schneien, was die ohnehin schon reichlich mit Schnee bedeckte Landschaft noch schöner erscheinen lässt.

Die ersten paar Meter laufen wir noch durch einen schönen Wald, um dann auf einer riesigen freien Fläche zu landen. Perfekter Zeitpunkt um Kira einmal quer durch die Gegend zu jagen.

Was die Felder hier an wärmeren Tagen genau bezwecken, lässt sich nur erahnen. Als wir den Weg weitergehe, gelangen wir an eine kleine Scheune und schließen einfach mal daraus, dass hier Rinder gehalten werden. Auch wenn die Scheune sicherlich schon bessere Tage erlebt hat. In dieser weißen Landschaft ist die Scheune jedoch ein super Motiv für mich.

 

Direkt an der Scheune fließt die Buckau, die mit ihren 34 Km länge ein Nebenfluß der Havel ist.

Zu meiner Verwunderung macht Kira nicht mal einen Versuch in das Wasser zu springen. Erlebt man so auch nicht oft.

Mittlerweile hat sich zum starken Schneefall noch ein rauer Wind zu uns gesellt. Zeit also, schleunigst wieder in den Wald zu gelangen.

Die Buckau hat an dieser Stelle nur einen ersichtlichen Übergang in Form einer Schleuse. Ziemlich genau an dem Punkt biegen wir auch wieder in den Wald ein.

 

Von hier an, schlagen wir uns mehr schlecht als recht Richtung Norden zum Breitlingsee.

Eine Ausschilderung gibt es nicht, die suchen wir vergebens.

Was es jedoch gibt, sind reichlich Abzweigungen. Was dann irgendwann dazu führt, dass wir wieder quer durch den Wald laufen um irgendwie vorran zu kommen.

Doch wie es manchmal so ist, haben wir einen guten Riecher und landen an dem Örtchen Wendgräben.

Von da aus ist es zwar noch ein gutes Stück bis bis zum Breitlingsee, aber wir haben dank der parallel fließenden Buckau an der wir uns jetzt wieder befinden, eine Richtungsangabe.

 

Diese mündet, wenn auch recht modrig, direkt im Breitlingsee. Wir müssen nur einmal gewaltig auf der Hut sein, da wir Bahnschienen überqueren müssen. Nicht gerade ungefährlich.

Der See an sich ist wirklich schön, haut mich persönlich aber auch nicht aus dem Hocker. Was vermutlich daran liegt, dass wir voll auf dem Seecamp Malge landen.

Einen recht großen Campinplatz am südlichen Ufer.

Da ich keine Ahnung habe ob hier auch im Winter Leute aktiv sind, muss Kira zunächst an die Leine. Was jedoch auch nicht weiter schlimm ist, da sie heute nicht ins Wasser will.

Den See, der mit 5,13 km² eine beachtliche Größe hat, zu umrunden macht bestimmt Spaß. Aber für unsere Tour sind wir voll am falschen Ufer gelandet. Aber sei es drum.

 

Als wir es endlich geschafft haben irgendwie vom Zeltplatz zu entkommen, machen wir uns auf dem Rückweg. Zunächst an einer kleinen Landstraße, über diesmal Bahnschienen mit Schranken, vorbei an einem sehr rutschigen Parkplatz, bis zu einem großen Feld.

Dieses erreichen wir aber auch nur dank meiner Neugier und der Weigerung an einer Landstraße entlang zu laufen. Zwar müssen wir über einen etwas größeren Graben, aber der Ausblick lohnt sich.

Wir beide laufen ganz entspannt über das große Feld, über das sonst niemand läuft und am Ende landen wir wieder im Wald.

 

Das ändert sich auch nicht, bis wir zu einem kleinen Fleckchen kommen, der sich Görisgräben nennt.

Man möchte fast meinen, dass wir hier in einer kleinen Geisterstadt angekommen sind. Die Häuser, die noch in Takt aussehen, scheinen trotzdem nicht bewohnt und ein riesiger alter Bauernhof modert vor sich hin.

Da ich ein hohes Interesse an lost places habe, muss Kira das auch heute wieder über sich ergehen lassen. Verfallene Gebäude sind nicht unbedingt der beste Platz für einen Hund. Aber meistens landen wir durch Zufall an solchen Orten.

Wir finden auch relativ schnell eine Möglichkeit auf das Gelände zu kommen und ich schleiche mich mit Kira durch das Gestrüpp. Sonderlich viel gibt es nicht mehr zu sehen. Interessant ist es dennoch, dass so ein großer Bauernhof einfach so verfällt.Besonders Gespenstig ist der kleine Friedhof, der unmittelbar im angrenzenden Wald liegt. Ohne irgendeinen Zaun oder sonstiges. Einfach nur ein Friedhof mitten im Nirgendwo.

 

Als wir dann auch meine Neugier befriedigt haben, geht es für uns auf an das letzte Stück.

Wir befinden uns jetzt auf der anderen Seite der Buckau und wollen Planmäßig zu der Schleuse gelangen um wieder zum Auto zu kommen.

Doof ist nur, dass von der Buckau ein kleiner Nebenfluß Namens Verlorenwasser unsere Pläne durchkreuzt.

Denn da müssen wir jetzt rüber und es gibt nicht eine ersichtliche Möglichkeit dafür. Da ich zu dem Zeitpunkt keine Ahnung habe wir lang dieser erneute Nebenfluß ist, muss improvisiert werden.

An einer Stelle liegt ein dickerer Baumstamm im Wasser, an dem es möglich sein könnte rüber zu balancieren.

Ich unternehme zwei Anläufe, bis ich mir eingestehen muss das dass auf keinen Fall was wird.

Kira ist in dieser Zeit mal wieder völlig verwirrt was das Herrchen denn da veranstaltet. Wenn es nach ihr gehen würde, würden wir da einfach beide durchlaufen.

Bleibt also nichts anderes übrig, als weiter nach einer Möglichkeit zu suchen und im schlimmsten Fall einen sehr weiten Umweg gehen zu müssen.

 

Zum Glück bleibt uns das jedoch erspart und wir können an einer sehr engen Stelle das Verlorenwasser überqueren. Kurz danach, als wir uns wieder auf zur Buckau machen, kommt auch schon die Schleuse und wir sind auf dem gleichen Weg auf dem wir gekommen sind.

Wenn man so will ziemlich pünktlich, da so langsam die Nacht einbricht. Trotz des kleinen Hindernisses am Ende eine sehr schöne Tour mit vielen Facetten, die sicherlich auch im Sommer ihre Reize hat.

Wanderroute


Bilder


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