Leuenberg (Höhenland)


Endlich der erste Schnee in diesem Winter.

 

Kira liebt es seit dem ersten Tag darin zu wühlen und Schneebällen hinterher zu jagen

Grund genug, uns ein schönes Gebiet raus zu suchen und sie in ihrem weißen Gold zu lassen.


Tour de Chaos - so sollte dieser Ausflug eigentlich betitelt werden. Wenn ich denn nicht so herzlich über mich selbst lachen könnte.


Alles beginnt wie so oft. Wir suchen uns auf der Karte ein interessantes Gebiet raus und machen uns auf die Reise.

In der Nähe von Werneuchen ist ein Waldgebiet mit zwei kleineren Seen und müssen unserer Meinung nach mal besucht werden.

Der Plan ist es, beide Seen vom Süden her zu umrunden und es gemütlicher angehen zu lassen.

Wir haben auch Glück und finden genau dort, wo wir los wandern wollten einen Waldweg.

Was meine Wenigkeit nur nicht ganz beachtet, ist das ein Micra kein Geländewagen ist.

Als ich das gute Auto also an dem Rand abstellen will passiert es - Wir fahren uns so richtig schön fest.

 

Es geht weder vor noch zurück und wie es so bei ersten malen ist, sind wir etwas überfordert.

Ich versuche 2-3-mal mit Schwung dort raus zu kommen, grabe mich aber nur noch tiefer ein. Kira, die schon vorher total aufgeregt ist, versteht die Welt nicht mehr und macht mit dezenten winseln klar, dass sie raus will.

Um die ganze Sache etwas zu beruhigen, gebe ich ihr diesen Willen. Während sie also freudig im Schnee rum wühlt, begutachte ich mal die Lage.

Alles klar, wir stehen tief genug drin um zu wissen das wir da nicht alleine raus kommen. Für einen kurzen Moment glaube ich das ich Hulks kleiner Bruder bin und das Auto schon raus geschoben bekomme.

Leerlauf rein, ans Heck und - nichts.

 

Naja versuchen kann man es ja mal. Also ein kurzer Anruf ans Elternhaus, dass ich mal eben Abgeschleppt werden muss. Die Begeisterung auf der anderen Seite ist förmlich zu spüren.

Nebenbei hab ich mir einen festen Stock genommen um die festgefahrenen Räder etwas frei zu legen. Da kommt ein Geländewagen in den Waldweg gebogen und ein netter Herr bietet seine Hilfe an.

Doch prompt stehen wir vor dem nächsten Problem. Keiner von uns hat ein Abschleppseil dabei.

Da ist Improvisation gefragt und ein paar Zurrgurte müssen herhalten.

Der erste Versuch scheitert kläglich. Nachdem der gute man das Auto aber mal eben alleine Rückwärts aus den Löchern geschoben hat, sind wir endlich frei.

Kira ist in dieser ganzen Zeit völlig am durchdrehen. Total verwirrt, springt sie im Auto hin und her und jammert was das Zeug hält.

 

Als wir dann wieder auf der Landstraße sind, heißt es eine neue Möglichkeit zum Parken finden.

Irgendwann, nachdem wir ziellos durch die Gegend fahren, landen wir im kleinen Örtchen Leuenberg direkt an einem Waldweg. Bevor ich jetzt erst mal die Karte checke um zu wissen wo wir sind, muss Kira aus dem Auto.

Was hat dieser Hund für einen Spaß im Schnee.

Vergessen ist die Tortur von eben und Madame ist mit dem ganzen Körper im weißen Rund.

Allzu sehr verfahren haben wir uns gar nicht. Wir sind nur einmal um die Seen rum gefahren und können diese doch noch besuchen.

 

Der Weg dahin, ist jedoch beschwerlich. Nicht etwa weil die Wege schwer zu begehen sind.

Nein es ist vielmehr so, dass ich nicht wirklich erkenne was Weg ist und was nicht. Jetzt mal abgesehen von dem breiten Waldweg der uns in das Gebiet geführt hat.

Auf dem befinden wir uns jedoch schon lange nicht mehr. Wir sind irgendwann in einen kleineren Weg abgebogen, an dessen Anfang eine Schranke war.

Auf diesem haben wir eine super schöne Winterlandschaft und gelangen an eine größere Gabelung.

Wie es jetzt weiter geht, wissen wir aber nicht wirklich. Beide Wege führen vom eigentlichen Ziel weg und so wählen wir den Weg, der uns gewinnbringend am Ausgangspunkt zurück führt.

Da wir jetzt spontan im Kreis gelaufen sind, entscheiden wir uns für die Querfeldein Methode. Einfach mal quer durch Wald laufen und schauen wo wir landen.

 

Weit kommen wir zwar nicht, dafür aber an die Grenze des Waldes mit schönem Blick auf Leuenberg und die Landschaft.

Wo wir gerade so schön an einem freien Feld stehen, nutzen wir die Gelegenheit um zu spielen. Ein Spielzeug oder einen Stock benötigen wir nicht.

Kira reicht es vollkommen mit dem Schnee zu spielen.

Ein Blick auf die Karte, verrät uns das Eisenbahnschienen zu den See führen. Also laufen wir einen großen Bogen um das Feld und begeben uns dorthin.

Schienen umgeben von Schnee haben ja schon was schönes. Die Tatsache, dass der Schnee auf den Schienen hoch und die Umgebung verwildert ist, sagt uns das hier nichts fährt. Also können wir ganz gemütlich auf den Schienen lang spazieren.

Nach gut einem Kilometer gelangen wir dann auch endlich an die Seen. Und da die Schienen weit oben entlang verlaufen, haben wir eine klasse Aussicht auf beide.

 

Zu beiden Seen führen Wanderwege und wir wollen beide auch zumindest mal an testen. Beide umrunden wollen wir heute nicht mehr. Das lässt die Zeit nicht zu.

Als ich mich noch den steilen Abhang runter kämpfe, ist Kira schon voll auf der Eisfläche. Zunächst denke ich mir dabei gar nichts Böses.

Als die kleine Wasserratte es dann jedoch für eine gute Idee hält sehr weit auf das Eis zu laufen, muss ich mal eben lauter werden.

Viel zu dünn ist die Oberfläche und sie auch noch auf dem Weg zu einem kleinen Loch.

Der andere See ist etwas kleiner, aber in keinster Weise weniger sehenswert. Im Sommer, mit etwas mehr Zeit werden wir hier nochmal auftauchen und beide genauer begutachten.

Für heute reicht uns die 5 Stunden Tour, die eigentlich eine 2 Stunden Tour werden sollte.

 

Um wieder zum Auto zu gelangen, begeben wir uns nicht wieder auf direkten Weg zu den Schienen, sondern laufen quer durch den Wald.

Was den Vorteil hat, dass wir noch einmal richtig schöne Landschaften sehen, die wir so sonst nicht gesehen hätten.

Wir kommen quasi an dem Nachbarfeld des Feldes an, auf dem wir schon gespielt hatten und machen uns auf dem Weg zur Hauptstraße.

Als wir dann am Auto ankommen der nächste Schock. Anscheinend hat sich beim festfahren der linke vordere Reifen verabschiedet. Zumindest ist der bedenklich Platt. Zum Glück ist es nicht so weit nach Hause und das nachpumpen an der Tankstelle hat vorerst ausgereicht. Was für ein Chaos Tag.


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