Nationalpark Müritz - Waren (Müritz)


Silvester ist für Kira, wie für viele Hunde, der absolute Horror.

 

Nachdem sie viele Jahre dem Krach in der Großstadt Berlin ausgesetzt war, versuche ich seit dem letzten Jahr ein ruhiges Fleckchen für sie zu finden.

Da dieses mal keine größere Reise möglich ist, mussten wir etwas finden das keine lange Anreise erfordert.

Da in Nationalparks das abbrennen von Feuerwerken verboten ist, fiel die Wahl auf die Müritz.

Zwar nicht nah genug am Nationalpark, aber doch in einer sehr ländlichen Gegend.


Die Fahrt in die Müritz dauert gut 2 Stunden.

Unterwegs machen wir einen kurzen Zwischenstopp an einem schönen Rastplatz, dessen genaue Lage ich schon wieder vergessen habe. Es ist jedoch einer dieser wenigen Plätze, an denen es möglich ist weit in den Wald zu laufen. Davon sollte es echt mehr geben, da die Hunde dann ein bisschen mehr Freiheit haben als auf so einem kleinen Grünstreifen.

Wie dem auch sei, fahren wir bei ziemlich schönen Wetter los. Was sich leider fast genau an der Grenze zwischen Brandenburg und Mecklenburg -Vorpommern rasant ändert.

Vom blauen Himmel ist nicht mehr viel zu sehen und zum immer dichter werdenden Nebel, gibt es auch ab und zu leichte Schauer.

 

An unserer Ferienwohnung kommen wir gegen 12 Uhr an. 3 Stunden bevor wir diese betreten können.

Da Kira nach der Fahrt eh erst mal Bewegung braucht, ist das kein Problem. Wir begeben uns dazu an den Hafen von Sietow, um mal die Lage zu checken.

Auch wenn in diesem kleinen Ort überraschend viele Menschen unterwegs sind, wird noch nicht geknallt. Anscheinend sind wir hier nicht ganz so verkehrt.

Als erstes statten wir dem großen Steg am Hafen einen Besuch ab. Für einen kurzen Moment fühlen wir uns wie am Meer. Was weniger mit der Aussicht zu tun hat, sondern mit dem rauen Wind der hier weht.

In Berlin hatten wir noch fast sowas wie ein Frühlingsgefühl. Hier merkt man den Winter schon ein wenig mehr. Nur der Schnee fehlt.

Kira stört das Ganze herzlich wenig und sie würde am liebsten ins Wasser springen. Das will ich heute jedoch vermeiden. Kommt irgendwie nicht gut, mit einem völlig nassen Hund in eine Ferienwohnung einzureiten.

Mal davon abgesehen, dass sie bei dem Wetter auch aussehen würde wie ein Schwein.

 

Die 3 Stunden, bevor wir in die Ferienwohnung können, wäre ich gerne mit ihr am See lang gewandert. Nur leider gibt es von diesem Fleck nicht wirklich die Möglichkeit dazu. Zumindest keine, die wir auf den ersten Blick erkennen.

Irgendwann, nachdem wir auf der Hauptstraße hin und her gelaufen sind, sehen wir ein Schild mit der Aufschrift "Badestrand".

Da es die einzige Möglichkeit ist Kira ihren Spaß zu gönnen, werfe ich mal eben die Idee der trockenen Kira über Bord. Den Strand erreichen wir dann auch nach wenigen Metern und siehe da - ein "Hunde verboten" Schild.

Da keine Menschenseele zu sehen ist, lassen wir das mal so stehen.

Mittlerweile sind dann auch hier die ersten Knaller zu hören. Zu meiner Überraschung bleibt Kira für ihre Verhältnisse recht entspannt.

Glücklicherweise ist Kira heute nicht unbedingt gewillt, komplett ins Wasser zu laufen. So hält sich die Schweinerei in Grenzen.

Wie auch immer wir es geschafft haben, aber die 3 Stunden sind jetzt vorüber und wir können endlich in die Ferienwohnung.

Außer einer kleinen Runde etwas später am Abend, bleiben wir die restliche Zeit in der Unterkunft.

Die Dämmung der Fenster und Türen ist richtig gut. Von der Knallerei ist nicht wirklich viel zu hören. Dabei war es draußen nicht so ruhig wie ich angenommen hatte.

Das habe ich bei einem kurzen Blick nach Mitternacht gesehen.

Bilder




Es war also nicht das ganz ruhige Silvester das ich mir für Kira erhofft habe.

Jedoch ruhig genug, dass sie am nächsten Tag nicht völlig eingeschüchtert vor die Tür geht. Das haben wir in den Jahren, die wir in Berlin verbracht haben so nicht gehabt. Da konnte ich mit ihr 3 Tage vorher und nachher nicht in Ruhe raus.

 

Der heutige Tag beginnt dann erst mal mit einem schönen Frühstück und einer kleinen Runde in den angrenzenden Feldern.

Dort waren wir ja gestern Abend schon kurz unterwegs und können wegen des besseren Wetters jetzt auch weiter als 5 Meter gucken. Der Nebel hat sich zwar verzogen, aber es weht immer noch ein eiskalter Wind.

Gegen 10 Uhr machen wir uns dann auf in den Nationalpark Müritz. Als wir durch Waren fahren, ist der Nationalpark schon sehr gut ausgeschildert. Wir landen dann schließlich auf einen Parkplatz zwischen der Müritz und dem See Tiefwaren.

 

Direkt am Parkplatz finden wir eine große Karte mit verschiedenen Wandertouren. Während Kira schon mal durch die Gegend heizt, plane ich unsere Route.

Die Wege sind zumindest auf der Karte richtig schön farblich markiert. Nur leider finden wir nicht eine Markierung, als wir uns dann auf den Weg machen. Was mich persönlich ein wenig verwirrt.

Wozu kennzeichnet man eine Karte mit farblichen Routen, wenn man diese dann im Park nicht markiert?

So bleibt uns nichts anderes übrig, als wieder Blind drauf los zu laufen. Was von der Sache an sich nichts neues und schlimmes ist.

 

Was mich aber wenig überzeugt ist der Nationalpark.

Ich hatte ja jetzt nicht mit exotischen Bäumen oder Tieren gerechnet, aber eigentlich befinden wir uns in einem völlig normalen Wald.

Kira ist das egal, sie hat einfach nur ihren Spaß und saust durch die Landschaft, als hätte sie nie einen Knaller gehört.

Das ist für mich auch das wichtigste heute. Das sie trotz allem Normalität hat.

Ich hingegen bin schon etwas enttäuscht von der Umgebung. Ich hatte irgendwie mit etwas besonderen gerechnet - irgendeiner Sehenswürdigkeit.

Irgendwann tu ich das, was ich immer tue wenn es zu eintönig wird. Ich begebe mich mit Kira abseits der Wege. Und siehe da: wenigstens ein kleines See taucht vor uns auf.

Also ab dafür, auch wenn kein Weg vorhanden ist. 

 

Unsere Tour wird dann mal kurz von einer Frau gestört.

Die fühlt sich davon belästigt das Kira hier frei rum läuft. Ok, zu Beginn stand auf einem Schild das Hunde angeleint sein müssen. Aber verdammt nochmal ich bin hier in der Natur.

Das versuche ich auch der Dame zu erklären, die mich darauf hinweist das sie ihre Hunde auch immer an die Leine nimmt. Die armen Hunde denke ich mir nur.

Wie dem auch sei, finden wir uns dann irgendwann wieder auf dem vorgesehenen Waldweg wieder.

Wenn der Wald schon keine großen Highlights hervor bringt, wollen wir wenigstens noch an die Müritz.

Nur wissen wir leider nicht in welche Richtung wir müssen. Das Handy ist heute mal im Auto geblieben und somit kann Maps nicht als Hilfe dienen.

Als wir dann Blind die Richtung suchen, stehen wir plötzlich wieder in der Nähe vom Auto. Zwar wissen wir nun wo das Wasser ist, müssen uns aber mit dem Ufer vom Warener Hafen zufrieden geben.

Mir wäre eine Stelle weiter entfernt von einer Hauptstraße lieber. Soll für den Moment aber egal sein.

 

Nachdem Kira sich ihre Erfrischung geholt hat, machen wir uns auf einen kleinen Hügel. Auf der anderen Seite ist der Tiefwarener See und vielleichtt können wir den ja umrunden.

Gut sieht er ja aus, aber den zu umwandern, würde gut 3 Stunden dauern. Zumindest wenn wir nicht einfach nur im Eiltempo durchziehen.

Da es mittlerweile etwas nach 15 Uhr ist, wir noch eine Weile nach Hause fahren müssen und die Laune nicht gerade auf dem Höhepunkt, entschließen wir uns die Heimreise anzutreten.

 

Vielleicht haben wir uns einfach nur genau die falsche Stelle zum wandern ausgesucht.

Aber so einen Wald finde ich überall in der Nähe von Berlin. Da muss ich keine 2 Stunden für fahren.

Dennoch ist es dort natürlich ganz angenehm und wenn ich da wohnen würde, auch unsere Anlaufstelle.

Keine Frage.

Wanderroute

Route 3.503.126 - powered by www.wandermap.net

Bilder


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