Harz 26.11.2016 - 27.11.2016


Irgendwann, als kleines Kind war ich mal im Harz.

 

Erinnerungen habe ich daran absolut keine. Aber ich weiß das es dort sehr viel zu sehen und zu erleben gibt.

Gerade die Tatsache, dass der Nationalpark Harz zu Sylvester Knallfrei ist, lässt ihn bei mir sehr hoch im Kurs stehen.

 

Zeit also, die Gegend mal ein wenig zu erkunden und Kira mit in ein neues Abenteuer zu nehmen.


Tag 1 - 26.11.2016 Sösestausee

Auf dem Weg zum Harz, haben wir uns vorgenommen einen kleinen Zwischenstopp zu machen.

Nicht nur weil 4 Stunden durch fahren nicht schön für einen Hund ist, sondern auch weil ich einen bestimmten Ort besuchen wollte. Welcher Ort das genau ist, kann und will ich nicht so öffentlich erwähnen.

Es sei nur so viel gesagt – es handelt sich um einen verlassenen Ort, an dem ich einige Fotos machen wollte. Das das ganze eher ein Reinfall war, lassen wir mal dahin gestellt. Die Ruine war zu sehr von der Stadt abgesichert worden und auch wenn ich drin war, sind dennoch nicht viele Fotos entstanden.

 

Kommen wir zum wesentlichen, nämlich unsere Reise in den Harz.

Schon als wir so langsam in den Naturpark Harz reinfahren, bin ich begeistert von so viel Schönheit.

Wieder einmal steht die Sonne so tief, dass unglaubliche Lichtverhältnisse über die Landschaft ziehen.

Unser Ziel für den heutigen Tag ist der Sösestausee in der Nähe von Osterode. Zunächst sieht es so aus, als ob uns das nicht gelingen wird. Denn auf dem letzten Stück der Strecke lesen wir ein Schild, dass uns klar machen will das die Weiterfahrt nicht möglich ist.

Da aber stets auch dazu geschrieben steht „Anwohner frei“, fahren wir einfach weiter. Schließlich liegt ja auch unsere Unterkunft auf dieser Strecke und somit sind wir ja Anwohner.

Wir kommen dann auch problemlos am Stausee an. Zumindest können wir bis zu dem Damm fahren. Ab da ist für uns die Durchfahrt verboten.

Für uns jedoch auch kein Problem. Wir wollten unsere Tour eh hier beginnen und uns dann Richtung Norden machen. Nachdem wir auf dem vorhandenen Parkplatz geparkt haben, begeben wir uns auch schon auf dem Damm.

Der erste Blick geht nach rechts, auf dem ruhig gelegenen See und seine Berglandschaft.

Als wir dann aber nach links blicken, sind wir ein ums andere mal sprachlos. Vor uns ist ein unheimlich schöner und weiter Ausblick auf den ganzen Stausee.

Man sieht schon von hier, dass der Wasserspiegel im normal Fall etwas höher ist. Aber genau dieser Umstand macht die Landschaft zu diesem Zeitpunkt so einzigartig. Vor der Reise habe ich mich wegen ein paar Wanderrouten erkundigt und entschieden im Norden auf dem Berg lang zu wandern und den See nur südlich am Ufer entlang zu laufen.

Dieser Plan wird kurzer Hand und ohne Überlegung geändert. Wir wollen nur noch runter an den See und am Ufer lang wandern.

Da es im normalen Fall keinen Wanderweg am nördlichen Ufer gibt, müssen wir uns daher erst mal durch den angrenzenden Wald schlagen. Kira ist schon wieder voll in ihrem Element und saust die doch sehr unebene Strecke mit gewohnter Lässigkeit runter.

Irgendwann sind wir dann auch endlich am Ufer und bekommen schon wieder den Mund nicht zu. Dieser Anblick, mit der tiefstehenden Sonne ist Großartig.

Solltet ihr hier mal unterwegs sein, sollten ihr euch unbedingt Wasserfestes Schuhwerk anziehen.

Denn logischerweise ist es dann und wann etwas matschig. Am Wasser angekommen, werden natürlich erst mal viele Fotos geschossen und Kira wird mit einem Stock durch die Heide gejagt.

 

Danach machen wir uns auf dem Weg, den See zu umrunden. Da es zu dieser Jahreszeit ja früh dunkel wird, dürfen wir uns nicht all zu viel Zeit lassen.

Dennoch geht es nicht in Hektik, sondern gemütlich weiter. Irgendwann, so etwa Mitte des Sees, können wir nicht mehr am Ufer lang und müssen uns einen kleinen Hügel hochkämpfen.

Von hier oben haben wir den nächsten super Ausblick. Vor uns ist das Ufer, mit den ganzen alten Baumstämmen, die sonst irgendwo in den tiefen des Sees liegen.

Welche Höhe der Wasserspiegel hat, ist an den vielen verschiedenen Erdschichten zu sehen. Kurz vor der Sösetalsperre, müssen wir dann noch einen kleinen Umweg machen.

Der See erstreckt sich hier nochmal in eine größere Bucht. Wir könnten weiterhin am Ufer entlang laufen. Aber das ist an dieser Strecke so steil, dass wir uns lieber einen anderen Weg suchen.

Durch ein Dickicht aus Pflanzen und Moor, gelangen wir dann schließlich auf eine Landstraße. Hier wird uns dann auch klar, warum wir nicht mit dem Auto weiter fahren konnten. Die Strecke wird gerade Umfangreich saniert. Demnach solltet ihr bei einer Seeumrundung lieber am Ufer des Sees bleiben.

Ansonsten befindet ihr euch mitten auf einer Landstraße. Wir haben wie so oft Glück und können ohne Probleme auf der Landstraße weiter laufen und erreichen auch nach gut 15 Minuten die Sösetalsperre.

 

Perfekt wie der Tag bisher lief, nimmt unser Glück auch kein Ende. Wir kommen pünktlich zum Sonnenuntergang an und haben auf ein weiteres ein Bild für die Götter vor uns.

Auf der Sösetalsperre kommen uns auch die ersten Menschen auf der ganzen Tour entgegen. Wie alleine man in solchen Gegenden ist, merkt man immer erst wenn dann doch plötzlich Menschen auftauchen.

Auf der Sperre saugen wir noch eine Zeit lang die Landschaft auf und machen uns dann auf der Südseite wieder auf dem Heimweg.

Wie schon vorher gelesen, ist dieser Teil der Strecke nicht unbedingt von Highlights umgeben. Wir laufen auf einer breiten gepflasterten Straße entlang und sehen nicht unbedingt viel von dem See.

Dennoch ist das kein großer Grund zu meckern. Highlights hatten wir heute wahrlich genug.

Das letzte Stück müssen wir dann auch durch die Dunkelheit laufen. Zum Glück habe ich mir vor der Reise eine neue Stirnlampe besorgt, die auch ordentlich Feuer macht. Wirklich eine tolle Sache, wenn man beide Hände frei hat.

Am Ende des Tages fahren wir dann noch in unsere Unterkunft und lassen es uns mit leckeren Essen gut gehen.

Wanderroute


Bilder


Anfahrt



Tag 2 27.11.16 - Oderteich und Grenzwanderung

Wer sich fragt, warum das bei uns derweilen so chaotisch zu geht und wir des Öfteren so Planlos in der Gegend rumstehen, dem sei gesagt – das macht nur den Anschein. Was unsere Unternehmungen angeht, fahren wir gerne einfach nur so raus. Es gibt mit Sicherheit immer irgendwie ein Ziel und einen groben Weg. Aber wie wir den gehen und was da so alles auf uns zukommt, davon lassen wir uns gerne überraschen. Völlig verplant sind wir also nicht.

 

So ist das auch wieder heute.

Für den zweiten Tag war eigentlich geplant auf den Brocken zu steigen. Da wir aber mit nicht so gutem Wetter aufgestanden sind, gibt es andere Überlegungen.

Was bringt es schon auf einen Berg zu steigen, wenn man keine Aussicht genießen kann. Gestern, auf dem Weg zum Sösestausee, sind wir an einem anderen See vorbei gefahren.

Dieser machte einen unheimlich guten Eindruck und sollte vielleicht nicht links liegen gelassen werden. Dennoch machen wir uns als erstes auf dem Weg Richtung Brocken. In unserer Unterkunft habe ich eine Broschüre gelesen, in der ich erfahren habe das man mit einem alten Zug rauf fahren kann. Auch keine schlechte Idee. Das spart Zeit und man kann danach vielleicht noch etwas anderes vom Harz sehen.

An der Station angekommen, sagen wir jedoch dankend ab, als wir die Preise für die Fahrt hören. Also auf zu Plan B, der mir eigentlich auch viel lieber ist.

 

Der See an dem wir vorbei gefahren sind und der für heute unser Ausflugsziel ist, heißt Oderteich.

Von der Landstraße aus, kommen wir direkt auf einen großen Parkplatz und können unsere Tour starten.

Es gibt nur eine Sache die Kira noch mehr liebt als Wasser und das ist Schnee. Gut nun liegt hier heute noch kein Schnee. Aber der See, der gerade dabei ist eine Eisdecke aufzubauen reicht definitiv auch aus.

Denn ihre drittliebste Beschäftigung ist es, Eisschollen aus dem Wasser zu fischen.

Die Umgebung um den Oderteich erinnert von der ersten Sekunde an irgendwie an den Yellowstone Nationalpark. Zumindest das, was ich bisher auf Bildern oder Videos gesehen habe.

Wir entschließen uns den See im Uhrzeigersinn zu umrunden und können dies auch Problemlos direkt am Ufer tun. Im Gegensatz zu gestern, ist Kira heute etwas mehr im Wasser. Was wahrscheinlich an dem spaßigen rumgeknabber an Eisstücken liegt.

Der Oderteich hat eine richtig schöne rötliche Färbung, was ein toller Kontrast zur gelblichen Umgebung ist. Warum das Wasser hier nun rötlich ist, kann ich leider nicht sagen. Soweit reichen meine Geologischen Kenntnisse nicht.

Unser Weg am Ufer wird nach gut der Hälfte von einem Schild unterbrochen. Wir werden gebeten unseren Weg im Wald weiter zu führen und das tun wir dann auch.

 

Auf dem Waldweg finden wir dann einige Wegmarkierungen, die ein verlaufen selbst für Laien unmöglich macht. Nebenbei gesagt kann man von hier aus viele lange Touren in die verschiedensten Richtungen in Angriff nehmen.

Nach ein paar hundert Metern führt uns der Waldweg wieder direkt an das Ufer. Wieder einmal haben wir eine Mega schöne Aussicht auf die ganze Umgebung. Hier oben scheint es aber mal ordentlich gestürmt zu haben.

Überall liegen Bäume auf den Boden oder der Rest, von dem was mal ein Baum war, dümpelt so vor sich hin.

Hier, an der nördlichen Spitze des Oderteichs, müssen wir wieder einen großen Bogen in den Wald laufen. Die vielen Wurzeln auf den Boden und der Matsch, der nicht nur wegen des heutigen Wetters hier ist, verlangt definitiv nach festem Schuhwerk.

Als wir eine kleine Brücke mitten im Wald überqueren, finden wir uns auch schon auf der anderen Seite des Sees wieder.

Und siehe da, auch hier sind Menschen unterwegs. Auch wenn wir lange warten mussten.

 

Auf gut der Hälfte des Sees, haben wir dann auch wieder die Möglichkeit an das Ufer zu gelangen. Auch wenn wir uns dafür nicht die beste Stelle aussuchen.

Denn wir müssen direkt noch einen kleinen Bach überqueren. Während Kira da fröhlich durchläuft, suche ich mir in aller Ruhe einen halbwegs trockenen Weg.

Am Ufer können wir dennoch nicht lange spazieren. Irgendwann wird es so modrig, das wir uns wieder auf den vorgesehenen Waldweg machen.

Dieser wird auch zugleich eine kleine Abenteuer Strecke über ein paar Holzplanken. Der Weg ist auch bitter notwendig. Denn selbst auf diesem bekommt man nasse Schuhe, so hoch steht das Wasser hier.

 

Am Ende des Rundweg, kommen wir dann an einer alten Schleuse vorbei. Das Teil muss schon hunderte Jahre alt sein.

Mich ärgert nur, dass die anliegende Landstraße und Leitplanken das Bild ziemlich zerstören.

Der Oderteich ist dann doch schneller Umrundet als eigentlich gedacht. Jetzt schon wieder in die Heimat fahren wäre eine ziemliche Verschwendung.

Daher machen wir uns auf zu einer weiteren Stelle, die wir so im vorbei fahren gesehen haben. Dort stand ein großes Schild, dass an die ehemalige Teilung Deutschlands erinnert hat. Kein schlechter Ausgangspunkt für eine Tour. Zumindest denke ich, dass wir eine Wanderung am ehemaligen Grenzstreifen unternehmen können.

 

Dort angekommen, machen wir uns auch direkt auf dem Weg. Eine kleine Wanderkarte am Parkplatz gibt uns eine grobe Richtung vor.

Das wir hier aber nicht an einem ehemaligen Grenzstreifen lang wandern merken wir schnell. Keine Ahnung ob wir einfach nur den falschen Weg eingeschlagen haben, oder es hier einfach nichts mehr zu sehen gibt.

Doch im Großen und Ganzen sind wir hier einfach nur in einem Wald unterwegs.

Über diesen will ich mich eigentlich nicht großartig beschweren. Er ist wirklich schön und hat ein wenig was von einem Märchenwald. Was aber gehörig nervt, ist die Tatsache das wir in unmittelbarer Nähe von der Landstraße laufen.

Nach ein paar Kilometern entscheiden wir uns daher einfach mal mitten in den Wald zu gehen. Wir müssen es ja nur irgendwie schaffen, im Kreis zu laufen. Dann sollten wir auch wieder an unserem Auto ankommen.

Und zur Not müssen wir den ganzen Weg halt wieder zurück gehen.

 

Noch immer sind wir guter Hoffnung irgendwas zu finden, was irgendwie mit der Mauer zu tun hat. Was aber auf dem ganzen Weg nicht passiert.

Stattdessen laufen wir durch einen schönen Waldabschnitt nach den anderen. Hätte ja auch schlimmer kommen können.

Ich habe mal wieder den richtigen Riecher und wir biegen in genau den Waldweg ein, der uns zu unserem Auto führt. Wenn man es positiv betrachten möchte ist das ganze hier nicht wirklich ein Waldweg.

Eher eine Straße, aus aneinander gelegten Steinen, so wie man sie nur im ehemaligen Osten vorfindet. Wahrscheinlich ein alter Weg von NVA Soldaten.

Da haben wir ja doch noch ein wenig von der ehemaligen Grenze gesehen.

Wanderroute Oderteich


Wanderroute ehemalige Deutsche Grenze


Bilder


Anfahrt Oderteich


Anfahrt ehemalige Deutsche Grenze