Beutel


Es gibt da eine ehemalige Kaserne in Vogelsang, die es mir ganz schön angetan hat.

 

Nachdem wir da jetzt schon öfter unterwegs waren, habe ich mir auf der Karte mal die nähere Umgebung angeschaut.

In der Hoffnung noch irgendwelche verborgenen Trümer zu finden, aber auch um die umliegende Natur zu erkunden.

 

Für den heutigen Tag haben wir uns den Wald um den Ort Beutel ausgesucht und wollen von da zum Kramsee wandern.


Beutel liegt im Norden der Kaserne und ziemlich tief im Wald. Da auch noch jede Menge Seen und gerade die Havel dazwischen liegt, bleibt uns nichts anderes übrig als über Templin zu fahren.

Wenn man Google Maps aufmacht sieht man zwar jede Menge Waldstraßen die eine Abkürzung bedeuten würden, aber ob die wirklich befahrbar sind weiß ich nicht.

Daher gehen wir lieber auf Nummer sicher.

Etwas Gutes hat das Ganze auch.

Bei einem Zwischenstopp irgendwo an einer Landstraße, sind wir auf einen sehr einsam wirkenden See gestoßen. Wieder ein neues Ziel.


In Beutel angekommen, finden wir am Waldrand auch direkt einen Parkplatz. Von da aus gehen wir noch ein kleines Stück über gepflasterten Weg um in den Wald zu kommen.

Schon auf diesem kurzen Stück sehen wir das erste Highlight auf der Tour.

Von einem mit grünen Bäumen versenden Bereich, gehen wir in einem mit schönen herbstlich gelben Bäumen versenden Bereich.

Die Grenze ist wie eine gerade Linie und wir kommen uns vor, als würden wir in ein anderes Reich wandern.

Sehr beeindruckend.

Auf diesem Stück kommt auch noch ein letztes Haus. Beziehungsweise eine Art Bauernhof, auf dem auch 2 Schäferhunde leben.

Die beiden bellen sich schon aus beachtlicher Entfernung die Seele aus dem Leib. Als wir dann am Grundstück vorbei laufen, sehen wir die beiden in 2 seperaten Käfigen eingesperrt.

Die beiden bekomme  bestimmt genug Auslauf, aber wenn ich sowas sehe werde ich trotzdem Sauer. Die konnten sich gerade mal in den Käfigen umdrehen.


Direkt nach dem Hof, gelangen wir dann in dem Wald.

Vom eben noch schönen typischen gelben Herbstwald ist zunächst nix mehr zu sehen. Wir befinden uns jetzt eher in einem Nadelbaum Abschnitt.

Als wir gerade mal ein paar Minuten im Wald sind, kommt uns von hinten ein Auto entgegen und hält unmittelbar neben uns an.

Ich sehe nur 2 Gestalten, die neben uns wild im Wagen rumfuchteln und reden.

Bei geschlossenen Fenstern wohlbemerkt!

Nachdem die beiden merken, dass ich keine Ahnung habe was sie von mir wollen, schalten sie eine Gehirnzelle weiter und fuchteln nun dazu mit einer Hundeleine wild umher.

Natürlich weiß ich jetzt was sie möchten. Da die Art und Weise nach wie vor an Respektlosigkeit nicht zu überbieten ist, stelle ich mich dumm.

Jetzt endlich kommt wenigstens der Beifahrer auf die Idee mal eben das Fenster runter zu kurbeln und es vielleicht mal mit Worten zu versuchen.

Auf die unheimlich nette Ansprache (schau an, Ironie) Kira an die Leine zu nehmen, antworte ich nur das wir uns hier in einem Wald befinden und in der Natur.

Das „ja eben“ von den beiden, entgegne ich mit einem schnippischen Kommentar und schon sind sie wieder weg.

 

Was manche Menschen für Probleme haben?!

Ich fahre mit meinem Hund doch nicht aus Langeweile in die Natur.

Es dauert auch eine ganze Weile bis ich mich beruhigt habe. Nicht wegen der „Bitte“ an sich, sondern wegen der Art und Weise.

Bei etwas Höflichkeit, hätte ich Kira auch an die Leine genommen. Auch wenn ich sie wieder abgemacht hätte.

Es hätte auch ein Gespräch über Warum, Wieso, Weshalb entstehen können. Aber so bleiben nur zwei verärgerte Parteien übrig. Man man.

 

Aber was soll`s. Wir lassen uns den Tag von solchen Menschen jetzt nicht vermiesen.

Kurz danach landen wir auf ein richtig schönes Feld und die Aussicht lässt das eben passierte ganz schnell vergessen.

Das Licht scheint fast perfekt auf diese Landschaft und ich bin mal wieder Sprachlos. Kira hingegen jagt voller Freude durch die Gegend und lebt sich mal wieder selbst.

Direkt hinter dem Feld liegt auch schon der angepeilte Kramsee.

Am Ufer gibt es nicht wirklich einen Weg, oder Trampelpfad. Von daher solltet ihr euch festes Schuhwerk anziehen. Der Herbst zeigt sich hier am See in seiner ganzen Pracht. Wir können beinahe unbeschwert am Ufer entlang laufen und sehen das ein oder andere Highlight. Das einzige negative für Kira ist, dass es keinen wirklichen Zugang zum Wasser gibt.

Nicht das sie das normaler Weise groß stören würde, aber durch Meter hohes Schilf geht selbst sie nicht gerne. Nachdem wir das Ostufer fast geschafft haben, entscheiden wir uns spontan nicht um den See herum zu laufen.

Stattdessen machen wir es uns an einer freien Stelle, auf einem kleinen Hügel gemütlich. Die Sonne fängt schon langsam an unterzugehen und wir genießen einfach nur ein paar Minuten die letzten Sonnenstrahlen.

Naja eigentlich genieße ich sie, während Kira mal wieder Rastlos ist und ich sie auf der Suche nach Leckerlies schicke.

 

Den Rückweg treten wir dann über einen gut 100 Meter vom Ufer entfernten Weg an.

Auf diesen spielen wir wie die verrückten, springen und rennen hin und her.

Was soweit ja nichts unnormales ist. Bis wir dann an einer Schranke vorbei kommen, auf der uns ein Hinweisschild mitteilt:

ACHTUNG-GEFÄHRDUNGSGEBIET-EXPLOSIONSVERSEUCHT.

 

Was zum Teufel??? Da spazieren wir einfach mal auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz entlang und da ist nichts eingezäunt? Es existiert nur ein kleines Warnschild an irgendeiner Schranke?

Ich bezweifel das auf dem Weg irgendetwas passieren kann und nur das umliegende Gebiet Richtung Wald gemeint ist.

Aber nichts desto trotz geht mir ja kurz mal die Biege.

Also wenn ihr euch mal hier hin aufmacht, bleibt einfach direkt am See, der gehört nicht zu dem ehemaligen Übungsplatz.

Auf dem Rückweg entdecken wir dann noch eine alte Mauer, auf der sich die Jungs der ehemaligen UDSSR verewigt haben. Wir sind zwar nicht weit weg von der Kaserne in Vogelsang, aber doch weit genug, um beachtlichen Respekt von der Größe dieser Militäreinrichtung zu haben.

Den restlichen Weg legen wir dann durch (das jetzt wieder sichere) Waldgebiet zurück. Mit einem großen Schrecken und ein wenig Ärger, doch ein schönes Plätzchen für einen gemütlichen Spaziergang.

Wanderroute


Bilder


Anfahrt