Sächsische Schweiz & Dresden


Hallo Herbst.

 

Für viele werden die Tage dunkler, trüber und kälter.

Wir beide sehen einfach nur phantastische Naturlandschaften mit schönen Laubdecken und angenehme Temperaturen für Wanderungen.

 

Um den Herbst gebührend zu empfangen, entscheiden wir uns für einen kleinen Wochenendtrip.

Die Sächsische Schweiz ist in aller Munde und muss nun von uns einfach mal getestet werden.


Die Reise in die Sächsische Schweiz ist eher ein spontaner Trip. Geplant war eigentlich ein volles Wochenende dort zu verbringen.

Doch leider haben wir erst Samstag auf dem späten Nachmittag die Möglichkeit ein Auto zu bekommen.

Wir haben uns die Tage vorher nach Mietwagen und Bahnticket erkundet. Das wäre auch alles im finanziellen Rahmen geblieben, wenn wir im Zelt geschlafen hätten. Doch es war eine Menge Regen und starker Wind angesagt. Muss man sich ja nun auch nicht wirklich antun.

Und Mietwagen/Bahnticket und eine Unterkunft wäre einfach zu teuer geworden.

Plan B war dann nur am Sonntag zu fahren, eine nette Wanderung zu unternehmen und abends wieder zurück. Auch nicht gerade die beste Option.

Zum Glück hat sich uns dann noch recht spontan eine Arbeitskollegin angeschlossen. Zu zweit geht das Ganze ja nicht so sehr ins Geld.

Plan C ist dann also Samstagnachmittag los.

Da Dresden in der Nähe ist und eine Stadt die mal besucht werden sollte, buchen wir kurzfristig noch ein Bungalow in einer Pension.

In Dresden kommen wir dann auch wie geplant um 20:00 Uhr an.

Die Pension Brunnen liegt mitten in einem Wohngebiet mit Einfamilienhäusern und ist nicht einfach zu finden.

Was jedoch größtenteils an dem Navi liegt, dass die genaue Adresse nicht kennen will. Wir fahren ein paar extra Runden durch Straßen und nach gut 15 Minuten stehen wir dann endlich vor der Tür.

Wer ein genauso stures Navi hat wie wir, muss einfach nur auf die Wegweiser der Pension achten. Die sind zwar klein, aber besser als nichts.

Der nette Herr vom Empfang hilft uns noch ein wenig bei der Planung unserer nächtlichen Dresden Tour und dann kann es auch los gehen.

 

Mit der Tram, die in unmittelbarer Nähe fährt, geht es in das gut 20 Minuten entfernte Zentrum.

So eine Fahrt mit der Tram in Dresden, ist eine "laute" Angelegenheit. Man hat das Gefühl, dass bei jeder Bewegung und Aktion irgendein Alarmsignal ertönt. Schon etwas Gewöhnungsbedürftig.
Wir landen dann mitten in dem wahrscheinlich schönsten Teil von Dresden. Da weder Kira noch ich die Stadt kennen, muss sie leider an der Leine bleiben.

Obwohl hier für einen Samstagabend sehr wenig los ist. Ich hingegen genieße die wunderbare Architektur und ärgere mich schon nach 5 Minuten, dass wir nur so kurz hier sind.

Da es noch nichts zum Abendbrot gab, suchen wir jetzt kurzer Hand einen Schnellimbiss. Fündig werden wir an einem Einkaufszentrum nahe der Frauenkirche. und dann geht es zurück an der Elbe entlang.

Es ist wieder mal schön zu sehen, dass es auch saubere Städte gibt. Ich weiß nicht was Berlin falsch macht, aber es geht auch anders.

Wir sehen weitere schöne Gebäude, Statuen und Brunnen. Dresden wir beide müssen uns mal länger treffen.

 

Der neue Tag beginnt etwas übermüdet.

Aus welchem Grund auch immer, war Kira die ganze Nacht unruhig. Bei jeder Bewegung hatte man plötzlich ihre Nase im Gesicht. Dementsprechend ging die Fahrt doch etwas später los als geplant.

Was auch weniger schön ist: Ab ca. 7:00 Uhr herrscht hier reger Flugverkehr. Die Teile fliegen so tief, das man den Gästen per Handschlag einen guten Flug wünschen kann. Glücklicherweise sind wir nicht zum ausschlafen hier.

Das erste Ziel für heute ist der Basteiweg von Wehlen nach Rathen. Das heißt zunächst eine gute dreiviertel Stunde Fahrt hinter uns bringen.

Unterwegs gibt es dann noch Konter Frühstück an der Tanke und dann kann es los gehen.

 

In Wehlen gibt es einen Parkplatz direkt an der Elbe. Leider kostet der 1 Euro pro Stunde. Aber was soll man machen. Meine Kollegin erkundigt sich in der Information noch nach dem Weg und wir machen uns auf durch die Stadt. Durch kleine enge Gassen landen wir nach gut 10 Minuten in der Natur.

Zeit Kira von der Leine und sie ihrer Wege gehen zu lassen. Am Rand des Wanderwegs sieht man einen kleinen ausgetrockneten Bach, dessen Moos belagerter Grund ganz schön was her macht.

Die Steine, Mauern und Brücken allesamt noch aus einer anderen Zeit. Kira versucht des Öfteren einen Sprung zu wagen. Doch jedes mal fällt ihr wieder auf, dass da kein Wasser drin ist.

Bis zum Denkmal zu Ehren von Friedrich Märkel, müssen wir jedoch etwas aufpassen. Auf diesem Teilstück sind auch Autos unterwegs. Wo auch immer die herkommen. Aber ab dem Denkmal bleibt es dann ruhig und wir können unbeirrt unserer Wege gehen.

 

Mir fällt sofort auf, dass es hier aussieht wie in Norwegen. Mega viele Erhebungen (wenn auch sehr viel kleiner) und ein richtig geiler mystischer Wald.

Es gibt dutzende Möglichkeiten auf kleineren Wegen tiefer in die Natur zu gehen.

Da wir leider nur heute hier sind, müssen wir dieser Versuchung weites gehend wiederstehen. Die meisten Wege werden einfach nur kurz angeschnitten.

Nur bei einem versuchen wir uns etwas weiter rein.

Dort haben wir die Möglichkeit durch eine kleine enge Treppe etwas in die Höhe zu steigen. Weit kommen wir jedoch nicht. Zumal es durch das Wetter auch ziemlich rutschig ist.

Obwohl wir bis zur Bastei nach oben steigen, bekommen wir davon wenig mit. Der Weg ist angenehm zu laufen und nicht zu steil. Auch wenn es ein paar kleinere „schwierige“ Stellen gibt.

Kira stört das alles sowieso wieder wenig und sie läuft wie von einer Hummel gestochen durch die Gegend.

Mit meiner Kollegin, hat sie heute auch einen passenden Gegenpart. Beide springen durch die Natur, als wenn sie zum ersten mal draußen sind. Schön wenn so etwas genossen wird.

Bis zur Bastei brauchen wir etwa 2 Stunden.

 

Wenn man an einem Sonntag in der Nähe ist, bekommt man das schon mit. Unheimlich viele Touristen sind hier unterwegs.

Der erste fantastische Ausblick lässt auch nicht lange auf sich warten. Über eine Treppe kommt man ganz gemütlich zur Wehlsteinaussicht.

Für das bloße Auge sehr schön anzusehen. Für mich als Hobby Fotografen leider nicht der schönste Winkel.

Mir wäre eine längliche Sicht auf das Tal sehr viel lieber. Kira ist mittlerweile natürlich an der Leine. Viel zu viele Leute, viel zu viele Hunde und viel zu steile Abhänge.

Aber ich gehe auch mal stark davon aus, dass hier nach 5 Minuten etwas gesagt wird, wenn man seinen Hund ohne Leine laufen lässt.

Hier oben finden wir dann auch allerhand Gastronomie, die selbst an einem Sonntag geöffnet hat. Zeit uns hier nieder zu lassen haben wir nicht.

Hier oben auf der Bastei fühle ich mich Pudel wohl.

Es gibt mehrere Wege die zu einigen grandiosen Aussichtsplattformen führen. Das die Wege hier sehr eng sind und die Leute nicht immer Rücksichtsvoll, muss man halt in Kauf nehmen.

Besonders angetan hat es mir die alte Basteibrücke. Nicht nur der Ausblick auf diese, sondern auch von der Brücke ist Mega geil.

Das ist genau mein Kaliber. Kira muss sich hier oben ein wenig Langweile gefallen lassen.

Das arme Tier muss an der Leine bleiben und alle 5 Meter anhalten, weil das Herrchen Fotos machen will. Immerhin trifft sie mehr als genug Artgenossen, die sie wenigstens kurz kennen lernen kann. Also alles halb so wild.

 

Nach der Brücke geht es dann auch schon wieder runter vom Berg. Meine Begleiterin ist von der ungleichmäßigen Treppenanordnung wenig begeistert.

Aber hey, schließlich steht das ganze hier schon ein paar Jahre. Nichts desto trotz, muss auch ich anmerken das der Weg runter etwas anstrengender ist.

Auf jeden Fall steiler als der Weg hinauf. Unterwegs begeistert uns ein Mann der mitten im Wald steht und fröhlich Heimatlider trällert.

Grund genug, dem guten Mann ein paar Euro in die Mütze zu werfen. Da das Gebiet jetzt nicht mehr so gefährlich ist, läuft Kira mittlerweile auch wieder frei durch die Gegend. Sichtlich begeistert endlich von der ollen Leine los zu sein. Aber als wir dann Rathen betreten, muss sie wieder ran.

 

Auch hier unten gibt es wieder reichlich Gastronomie.

Wir drei überlegen jetzt aber wie wir wieder zu unserem Auto zurück kehren. Im Vorfeld habe ich mich erkundigt und es fährt eine Bahn zurück nach Wehlen.

Was ich jedoch völlig verpeilt habe ist, dass wir uns ja auf der anderen Seite der Elbe befinden. Am Ufer finden wir eine kleine Fähre, die uns sicher an das andere Ufer führen kann.

Da die nächste Bahn aber erst in gut einer halben Stunde kommt und der Weg unten am Ufer zurück nach Wehlen auch nur 45 Minuten dauern soll, entschließen wir uns kurzfristig einfach zu laufen. Man muss ja nicht unnötig Geld rauswerfen.

Der Rückweg ist nicht sonderlich spektakulär.

Ein gemütlicher Ufersparziergang mit schönen Ausblick. Nicht mehr und nicht weniger.

Das einzig überraschende ist nur, dass Kira nicht einmal versucht in die Elbe zu springen. Sachen gibt`s.

 

Von Wehlen machen wir uns jetzt auf in den Nationalpark Sächsische Schweiz.

Eine kleine Tour muss noch drin sein.

Der Weg dorthin, führt uns über eine kleine und enge Landstraße, auf der auch eine sehr alte Bahn fährt. Super idyllisch, auch wenn sie heute auf Grund eines umgefallenen Stromastes nicht fahren kann.

Irgendwo mitten drin, machen wir dann halt und schauen wo wir lang wandern können. Viel Zeit bleibt uns nicht mehr und es muss eine kleinere Tour sein.

Am Parkplatz finden wir auch direkt eine Karte. Blöd ist nur, dass keine Zeit- oder Kilometerangaben vorhanden sind.

Da ist ein wenig Spontanität gefragt und wir machen uns einfach zum nahe gelegenen Carolafelsen auf.

Keine Ahnung was uns da erwartet, oder wie weit das ist, aber im Notfall drehen wir einfach wieder um.

 

Der Weg dorthin ist zunächst mehr als einfach. Zumindest für gut einen Kilometer.

Dann geht es für uns ein paar spärlich errichtete Treppen rauf. Durch das nasse Wetter und den Laub doch ziemlich rutschig.

Generell kommen ab hier schon gewaltige Anstiege auf einen zu. Während Kira weiterhin fröhlich durch die Felsen springt, muss ich an manchen Stellen schon ganz schön kämpfen.

Aber der Wald ist mal wieder jede Anstrengung Wert. An einer Stelle kommen wir in ein kleines Tal umgeben von riesigen Felswänden.

In diesen befinden sich auch reichlich Höhlen und man könnte mit ein wenig mehr Zeit viele interessante Orte erkunden.

Irgendwann kommen wir dann an eine Gabelung, die ein größerer Weg kreuzt.

Von dem kommt man noch zu verschiedenen anderen Orten. Wir gehen jedoch weiter geradeaus mitten auf einen kleinen und engen Weg.

Zunächst ist das Gelände einfach zu belaufen. Es gibt zwar weiterhin noch recht steile Passagen und die Beine von meiner Begleiterin und mir sind schon etwas müde, aber es ist doch zu schaffen.

Da wir uns hier aber in einer Hochburg für Bergsteiger befinden, kommt es wie es kommen muss.

Plötzlich ist vor uns eine Treppe aus Stein, die schon für Menschen schwer zu besteigen ist.

Da der Wille es nach oben zu schaffen jedoch groß ist, entscheiden wir uns weiter zu gehen. Kira braucht dabei meine ganze Hilfe, da sie sonst nicht über die erste Stufe hinaus kommen würde.

Doch als wir dann (Mitten in einem Berg) nach gut 20 Metern um die Ecke gucken, ist uns klar hier ist Feierabend.

Eine große, wackelige und für Kira völlig unzugängliche Treppe zerstört uns denn Aufstieg.

Kira hätte auf den Treppen niemals laufen können, da es auf dem Metal keinen Halt für sie gegeben hätte. Tragen ist auch keine Möglichkeit, da ich mich sonst nirgends festhalten könnte.

Ist im Grunde aber auch alles egal. Meine Kollegin ist kurz nach oben, hat um die Ecke geschaut und da war alles eng und unsicher.

Dieser Weg ist also absolut nicht für Hundebesitzer geeignet.

Ist aber auch nicht schlimm, denn schließlich ist das ein Bergsteiger Gebiet. Schlimm ist jetzt nur der Abstieg.

Denn die Treppe, die Kira schon nicht ohne Hilfe raufgekommen ist, muss jetzt ja auch wieder runter genommen werden. Zum Glück habe ich heute noch jemanden bei, der mir helfen kann.

So gehe ich schon mal nach unten und lasse Kira quasi in meine Arme springen.

Etwas Abenteuerlich was wir hier gemacht haben, aber trotzdem eine schöne Erfahrung. Zurück geht es dann auf dem gleichen Weg, der einen plötzlich viel länger vorkommt.

 

Da das Ganze ja jetzt nicht so lange gedauert hat, machen wir uns noch auf dem Weg zur Festung Königstein, die wir von der Bastei aus gesehen haben.

Leider haben wir diesmal nicht wirklich viel Glück.

Die Ruine hat nur noch eine Stunde auf und der Eintritt würde 10 Euro kosten. Da die nette Verkäuferin uns sagt, dass man mindestens 4 Stunden für alles braucht, lassen wir das sein.

 

So haben wir wenigstens ein Ziel für unseren nächsten Besuch hier.

Denn die Sächsische Schweiz wird uns noch ziemlich oft sehen.

Wanderroute Dresden


Wanderroute Bastei


Wanderroute Nationalpark Sächsische Schweiz


Bilder


Anfahrt Bastei


Anfahrt Nationalpark Sächsische Schweiz