Norwegen 06.06.2016 - 20.06.2016


Es war 1997, als ich mit meiner Familie in Norwegen Urlaub gemacht habe.

Seitdem lässt mich dieses Land einfach nicht mehr los. Zu Atemberaubend war die Landschaft, zu beeindruckend der mystische Schleier der förmlich über dieses Land schwebt.

 

Leider hat es wirklich bis dieses Jahr gedauert, um wieder in Norwegen zu landen. Selbstverständlich weil ich auch Kira dieses Land nicht vorenthalten wollte.

Schon im Januar haben wir uns ein kleines, aber feines Wohnmobil besorgt. Weil ich mich mit ihr nicht nur in einer Region aufhalten wollte, sondern so viel sehen wie es nur möglich ist.

Das ist uns auf jeden Fall gelungen.


Tag 1 - 06.06.2016 Anreise & Dänemark

 

Das Wohnmobil ist fertig beladen und nach Monaten des Wartens, kann es nun endlich los gehen.

 

Ich persönlich habe keine großen Erwartungen oder Vorfreuden. Zu oft führen diese einem hinters Licht. Wir nehmen es, wie es kommt. Es gibt einen ungefähren Plan, aber keinen Termin gerichteten Ablauf. Das einzige, auf das ich gespannt bin, ist wie Kira diesen Urlaub verarbeitet. So lange waren wir noch nie weg.

 

Unsere Fähre legt erst morgen vom Hafen ab und wir werden die erste Nacht in Dänemark verbringen. Da meine Eltern seit Jahren immer noch nach Norwegen fahren, haben sie uns einen Tipp für den Schlafplatz gegeben. In der Nähe vom Fährhafen steht ein alter Leuchtturm mit großem Parkplatz zum Übernachten. So haben wir unser erstes Ausflugsziel und unser erstes Nachtlager. Guter Anfang.

 

Von der Reise nach Dänemark gibt es nicht viel zu berichten. Autobahn, Autobahn und noch mehr Autobahn. Für mich gibt es ja nichts langweiligeres als dieses stupide geradeaus fahren. Unser Gefährt ist auch nicht gerade die Rennmaschine unter den Wohnmobilen und so geht es mit 90 KmH mehr schleppend vorwärts.

 

Das einzige das von der Fahrt nicht unerwähnt bleiben sollte, sind die schönen Rastplätze in Dänemark.

Anders als in Deutschland, in denen diese ja gerne mal komplett eingezäunt sind, hat man hier die Möglichkeit problemlos in die angrenzende Natur zu wandern.

Das ist natürlich gerade für Hundebesitzer eine sehr schöne Sache. So kann der Hund auch zwischendurch schön ausgetobt werden. Leider muss man dafür auf den Autobahnen in Dänemark um sein Leben fürchten.

So etwas wie einen Sicherheitsabstand beim überholen, kennen die anscheinend nicht. Schon sehr riskant was da einige abziehen.

 

Nach guten 12 Stunden fahrt, haben wir dann auch endlich unser Ziel erreicht. Was wir jetzt schon aus der Ferne sehen, ist schlicht und einfach unglaublich. Um uns und dem Parkplatz die blühende grüne Landschaft und in einem Kilometer Entfernung sehen wir den Leuchtturm umgeben von einer riesigen Sandlandschaft. Mit genügend Phantasie ausgestattet kommen wir uns vor wie in einer Oase mitten in der Wüste. Ein Stück Afrika mitten in Dänemark.

 

Kira bekommt für ihr super Verhalten während der langen Fahrt jetzt auch ihr verdiente Belohnung.

Einen langen Spaziergang. Als erstes machen wir Bekanntschaft mit ein paar Kühen und Schafen, die gemütlich auf den angrenzenden Feldern ihr Leben genießen. Kira riecht natürlich schon von weitem, dass wir uns am Meer befinden und möchte am liebsten den einen Kilometer vor rennen.

Da wir nicht wissen was uns erwartet und auch viele Leute hier unterwegs sind, muss sie zunächst aber an der Leine bleiben. Am Leuchtturm angekommen noch mal kurz Atem anhalten.

Der Ausblick auf diese Landschaft ist einfach nur phänomenal. So eine riesige Küste mit purem Sand, habe ich das letzte mal in Tunesien gesehen.

So etwas habe ich definitiv nicht erwartet. Zum Glück habe ich Kira auch an der Leine gelassen.

Sie will natürlich ins Wasser. Aber dahin führt nur ein Weg über eine sehr steile Küste. Das heißt für uns leider keinen Badespaß am Meer. Stattdessen schauen wir uns den Leuchtturm an.

Um ihn herum ist alles in Schutt und Asche, so dass nur der Turm selbst noch gut erhalten ist.

Zu meinem Erstaunen, ist es sogar möglich auf diesem rauf zu gehen. Und das ohne etwas bezahlen zu müssen.

Da es mir auch für Kira sicher aussieht, lassen wir uns das natürlich nicht entgehen. Doch leider habe ich mir die Treppe nicht gründlich genug angeschaut, was ich beim runtergehen schwer bereue.

Denn schon in den ersten Stufen, hat sich Kira immer wieder mit ihren Krallen in den kleinen Löchern der Metalltreppe verfangen. Leider auch einmal sehr heftig, was sie auch mit einem sehr lauten quieken quitiert.

Von da an hieß es sehr langsam und vorsichtig weiter laufen und viel Zeit dafür nehmen. Nachdem auch das nicht funktioniert hat, habe ich sie das letzte Stück getragen. Unten angekommen dann erst mal eine kleine medizinische Betreuung.

Eine Kralle hat es leider erwischt. Zum Glück aber alles nicht zu schlimm. Somit haben wir den ersten Schreckmoment schon mal hinter uns.

Nach gut 2 Stunden am Leuchtturm heißt es für uns jetzt wieder zurück zum Wohnmobil. Der Abend bricht an und der Hunger ist mittlerweile riesig.

Zurück am Parkplatz nochmal ein kurzer Check ob wir hier wirklich campen können, ohne eine Strafe zu bekommen. Natürlich nicht! Ein kleines Schild am Eingang weist darauf hin, das Camping hier verboten ist. Super Sache. Glücklicherweise habe ich auf der Anreise einen kleinen Rastplatz gesehen und wir müssen jetzt nicht noch ewig suchen.

Dort angekommen gibt es für uns beide Abendbrot und dann heißt es auch schon ab ins Bett. War ein langer anstrengender Tag.

Wanderroute - Rubjerg Knude Fyr


Bilder


Anfahrt



Tag 2 - 07.06.2016 Hirtshals & Tag 1 Norwegen

Die erste Nacht haben wir zwei gut überstanden und geschlafen wie Steine. Kein Wunder nach der Tour gestern. Unser Rastplatz hat sich als echter Glücksgriff heraus gestellt.

Wir haben nicht nur eine saubere Toilette vor Ort sondern auch gleich eine schöne Wiese vor der Tür, die sich prima zur morgendlichen Gassi runde eignet.

Vorher gibt es zunächst ein schönes Frühstück.

Gegen 12 Uhr machen wir uns dann auf dem Weg nach Hirtshals. Unsere Fähre legt zwar erst um 18 Uhr ab, man weiß ja jedoch nie was so passieren kann auf dem Weg. Außerdem hat mir meine Mutter den Tipp gegeben, dass wir direkt am Fährhafen einen großen Strand finden. Perfekt um Kira vor der Überfahrt noch ein wenig auszutoben.

 

In Hirtshals angekommen, parken wir direkt auf dem Parkplatz vor dem Check In bei Fjordline.

Alles unentgeltlich. Bevor wir uns auf zum Strand machen, schauen wir uns erstmal die Stadt an.

Zum einen, weil ich ein schönen Hafen erwarte, zum anderen, weil mir gestern Abend aufgefallen ist, das ich meinen Gürtel zu Hause vergesse habe. Mal schauen ob wir etwas finden.

Hirtshals macht jetzt nicht unbedingt was her.

Viel Industrie, wenig Kultur. Es ist halt ein Fährhafen. Außer der kleinen Anlegestelle für die Fischer, ist auch der Hafen nicht unbedingt ein Highlight. Ein Geschäft, um mir einen Gürtel zu kaufen, finde ich auch nicht.

So geht es für uns dann an den Strand um die letzten 3 Stunden rum zu kriegen.

 

Der Strand ist schon eher unser Kaliber. Riesengroß und zu unserer Überraschung sehr leer.

Leider ist es ein ganzes Stück um wirklich in tiefe Gewässer zu gelangen und für mich zu kalt, um diesen Weg zu gehen. So muss Kira auf schwimmen verzichten.

Stört jedoch nicht. Wir haben trotzdem Spaß.

Nach gut 2 Stunden machen wir uns dann wieder auf zu unserem Wohnmobil. Während wir langsam alles für die Überfahrt vorbereiten, lernen wir einen älteren Herren aus Deutschland kennen.

In einem netten Gespräch erfahre ich, dass er mit seiner Frau eine Tour über Norwegen, Schweden Finnland usw. zurück nach Deutschland macht. Diese Tour war auch ganz kurz auf meinem Schirm. Jedoch hätten die 2 Wochen nie dazu gereicht.

Die beiden fahren jedoch 6 Wochen. Ein bisschen neidisch werde ich ja schon.

 

Für uns geht es jetzt aber auf die Fähre. Etwas später einzuchecken ist auf jeden Fall eine gute Entscheidung.

So ist Kira nicht zu lange alleine im Frachtraum und wir kommen als eine der ersten wieder von der Fähre runter. Das ich Kira jedoch alleine da unten lassen muss, gefällt keinen von uns beiden.

Zum Glück sind es nur 2 Stunden. Die Fahrt an sich, ist ziemlich unspektakulär.

Zur Abfahrt hat man noch die Möglichkeit auf dem kleinen Deck die Aussicht zu genießen. Sobald das Schiff jedoch Fahrt aufnimmt, wird es da draußen sehr ungemütlich. Bleibt mir also nichts anderes übrig, als die Fahrt gelangweilt drinnen zu verbringen und sehnsüchtig die Fahrtroute auf dem Bildschirm zu verfolgen.

Als endlich die Küste Norwegens zu erkennen ist, geht es für mich wieder nach draußen.

Schließlich muss alles festgehalten werden.

Dann endlich der Hinweis, dass wir wieder zu unseren Autos können. Na dann mal schauen wie Kira die Fahrt überstanden hat.

 

Anscheinend ganz gut. Sie freut sich natürlich tierrisch über meine Rückkehr und will am liebsten sofort aus dem Auto raus. Geht aber leider nicht.

Zuerst müssen wir durch den Zoll. Natürlich nicht, ohne uns an der falschen Schlange anzustellen. Da Kira ein "Import" ist, müssen wir eigentlich in die entsprechend gekennzeichnete Linie. Aber alles easy, die Norweger nehmen das ganze entspannt.

Jetzt gibt es eine kurze Kontrolle des Impfausweises und schon kann die Fahrt weiter gehen. Ich will natürlich so schnell wie möglich Kira aus dem Auto lassen.

Aber irgendwie finden wir uns direkt auf der Autobahn wieder. Blöd gelaufen.

Es dauert auch ca. eine viertel Stunde, eh wir einen Rastplatz finden. Was Kira natürlich herzlich wenig gefällt. Dafür bietet der Rastplatz aber dann auch direkt einen kleinen See und die kleine kann sich ein wenig austoben. Viel Zeit haben wir jedoch nicht. Wir müssen noch einen Platz für die Nacht finden.

Dazu haben wir uns Mandal ausgesucht. Dort gibt es einen Campingplatz und wenn der zu hat, zur Not auch einen großen Parkplatz.

 

Wie es immer so ist, hat der Campingpatz seine Pforten natürlich schon geschlossen und auf dem Parkplatz ist Camping ausdrücklich verboten. Guter Start.

Wir versuchen es in Mandal noch auf  Langzeitparkplätzen, die jedoch sehr uneben sind. Nicht unbedingt schön zum Schlafen.

Nach einer Einstündigen Suche in der näheren Umgebung, entscheide ich mich dafür einfach schon mal weiter in die eh vorgesehene Richtung zu fahren. Irgendwann muss ja mal ein geeignetes Plätzchen kommen.

Wir merken jedoch schnell, dass wir auf der Bundesstraße nicht viel Erfolg haben werden. Es sei denn wir wollen die Nacht neben einer lauten und vielbefahrenen Straße verbringen.

Wollen wir natürlich nicht und fahren stattdessen in irgendeine Straße hinein, die in irgendeinen Wald führt. Nach ein paar Kilometern haben wir auch Glück.

Wie dafür gemacht, finden wir einen kleinen Parkplatz direkt am Rand der Straße. Das soll für die erste Nacht definitiv reichen.

Es ist mittlerweile fast 24 Uhr, so dass wir noch schnell was essen und dann auch schon ins Bett gehen. Für die erste Bergtour morgen müssen wir fit sein.

Wanderroute - Hirtshals


Bilder



Tag 3 - 08.06.2016 Wanderung Skrelia

Tag 3 und endlich unser erstes Ausflugsziel in Norwegen. Dafür haben wir uns Skrelia ausgesucht, das ca. 2 Stunden von uns entfernt ist.

 

Wir machen uns nach dem Frühstück direkt los und hoffen, dass uns unser Uralt Navi heil ans Ziel bringt.

Das letzte Stück der Strecke, müssen wir auf einer unbefestigten und unübersichtlichen Straße zurück legen. Selbstverständlich nicht, ohne uns zu verfahren.

Wir haben auf der engen Straße die Abfahrt verpasst und müssen jetzt erst mal eine Möglichkeit finden um zu wenden. Gar nicht so einfach mit einem Wohnmobil.

Als es uns dann endlich gelingt, nutzen wir die Gelegenheit, um uns den schönen Wald anzuschauen. Schöner habe ich mich auf jeden Fall noch nie verfahren. Wir finden ein angenehmen Platz und wandern ein wenig durch den Wald.

Felsen, Hügel und ein kleiner See. Alles da was wir brauchen. Aber wir wollen natürlich weiter.

In Skrelia finden wir auch direkt einen gepflegten und sauberen Parkplatz. Der ist so angenehm, dass wir jetzt schon überlegen, möglicherweise über Nacht hier zu bleiben. Jetzt heißt es aber erst mal wandern.

Wir sind schon auf den ersten Metern schwer beeindruckt. Alles was wir sehen ist zwar karger Fels, aber unheimlich gut zu bewandern.

Die Aussicht ist von Anfang an ziemlich beeindruckend.

Zu Beginn hat man die Möglichkeit, sich für mehrere Wanderrouten zu entscheiden. Wir wählen natürlich die längste. Soll sich ja schließlich auch lohnen.

Was besonders gefällt, ist die ausreichende Markierung der Route. Verlaufen ist hier überhaupt nicht möglich.

Kira, anfangs noch an der Leine, läuft mittlerweile frei und sichtlich erfreut durch die Gegend.

Ich sehe weder gefährliche Abgründe, noch steile Passagen und lass sie einfach machen. Wir steigen zwar einen Berg auf, merken davon jedoch recht wenig,da die Strecke sehr angenehm zu laufen ist.

Unser Ziel ist ein Bergsee der ungefähr nach der Hälfte der Strecke unseren Weg kreuzen sollte. Auf dem Weg dahin, weiter nur karger Fels.

Auf unserer Route, passieren wir noch einen weiteren See, an dem wir jedoch zunächst nicht rankommen.

Nach gut einer Stunde erstreckt sich dann unser angepeilter See aus der Ferne.

Schon sehr nett anzuschauen. Während ich gemütlich weiter laufe, ist Kira natürlich schon längst im Wasser. Bevor wir es uns hier jetzt gemütlich machen, erkunden wir zunächst ein bisschen das Ufer. Auf alle Fälle bekommen wir schnell mit, dass der See größer ist, als zunächst angenommen.

Als ich dann endlich genug Fotos geschossen habe, suchen wir uns eine gemütliche Stelle. Einen Sandstrand gibt es natürlich nicht. Uns umgibt weiterhin nichts als Fels und ein wenig Wald. Dennoch könnte das Ufer nicht gemütlicher sein.

Für mich ist es jetzt Zeit für eine kleine Mahlzeit. Kira ist zu sehr damit beschäftigt einen Stein anzubellen, dessen spitze aus dem Wasser ragt.

Keine Ahnung was den Hund da schon wieder durch den Kopf geht. Erst nach einer halben Stunde traut sie sich näher heran und bemerkt das der Stein nichts böses ist. Dieser Hund ist und bleibt einzigartig.

Es ist zwar recht windig auf dem Berg, jedoch auch sehr warm. Warm genug jedenfalls, um mal eben die Temperatur des Wassers anzutesten. Wie oft hat man schon die Möglichkeit in einem Bergsee irgendwo im nirgendwo zu baden?!

Aber verdammt nochmal, ist das Wasser kalt! Das baden überlasse ich dann doch lieber Kira. Nach unserer Pause geht es dann die Wanderroute weiter.

 

Auf der letzten Hälfte, kommen wir noch an 2 weiteren Mega schönen Seen vorbei.

Mittendrin irgendwelche Häuser. Wer hier Urlaub macht, hat definitiv seine Ruhe.

Am letzten Stück, kreuzt dann ein sehr langer Wasserfall unseren Weg. Wobei es meiner Meinung nach eher ein Fluss ist.

Wie dem auch sei, schön anzusehen ist es allemal.

Hier machen wir auch unsere zweite Pause und genießen die Aussicht. Nach 19 Jahren endlich wieder einen Fjord live und in Farbe sehen.

Kira lasse ich lieber an der Leine. Der Wasserfall/Fluss ist mir einfach zu unsicher.

Es gibt keine große Strömung und es ist auch nicht wirklich steil, aber der Untergrund ist extrem rutschig.

Wer sich hier vertritt, macht eine ordentliche Rutschpartie. Muss nicht unbedingt sein.

Bevor wir uns auf dem Weg zum Wohnmobil machen, gehen wir noch ein Stück weiter auf einen Felsvorsprung. Kira ist hierbei immer noch an der Leine und das ist auch gut so.

Denn auf dem Weg sind einige sehr tiefe Felsspalten.

Wenn man hier nicht aufpasst, dann ist Feierabend.

Seid hier unbedingt sehr vorsichtig! Denn die Felsspalten sind von weiten in keinster Weise zu sehen!

 

Jetzt aber wieder zurück zum Wohnmobil.

Das letzte Stück ist in ca. einer halben Stunde geschafft und wir kommen da an, wo wir gestartet sind.

Ein schöner Rundweg also, der euch hier erwartet.

Am Wohnmobil zurück, merken wir das es gerade mal 17 Uhr ist. Jetzt schon den Tag ausklingen lassen?

Obwohl wir einen guten Platz haben, entscheide ich mich dennoch dafür noch weiter zu fahren. Wie so oft auf dieser Tour, gab es nicht wirklich ein Ziel, sondern nur eine grobe Richtung.

Die heißt in diesem Fall Flekkefjord. Wir verlassen uns mal auf unser Navi, das dort ein Campingplatz ausgemacht hat. Man kann ja mal schauen wie teuer hier so eine Übernachtung ist.

Kurz vor unserem Ziel, fahren wir auch an einem Campingplatz vorbei. Aber unser Navi findet es besser uns noch ein Stück weiter fahren zu lassen und unsere Fahrt irgendwo an einem Haus enden zu lassen.

Dennoch ein gar nicht mal so schlechter Platz. Leider muss man jedoch mindestens 150 Meter Abstand zu einem Haus lassen, wenn man wild campt.

Wir bleiben trotzdem stehen und nutzen die Gelegenheit unser Schlauchboot zu testen. Schon das einsteigen ist für Kira ein kleines Hindernis. Kennt sie halt nicht und ist dementsprechend etwas misstrauisch.

Im dritten Anlauf klappt dann aber auch der Einstieg. Wirklich Spaß macht es ihr aber glaube nicht.

Sie will wahrscheinlich lieber ins Wasser springen.

Naja, probieren kann man es ja mal.

 

Nach einer kleinen Runde und wieder am Land, will ich eigentlich nicht wirklich weiter fahren.

Also erkundige ich mich mal ein wenig in der Umgebung. Als erstes schauen wir uns mal das Haus an.

Denn irgendwie sieht es sehr verlassen aus - Und das ist es auch.

Von daher wird das Wohnmobil jetzt in eine aufrechte Position gestellt und diese Stelle zu unserem Nachtlager erkoren. Wird schon schief gehen.

Nach einiger Zeit landet ein deutsches Pärchen auch auf diesem Platz. Sie wissen nicht so recht wo sie hin sollen und bleiben dann auch hier.

Die beiden haben auch einen Hund dabei, so dass Kira auch neue Bekanntschaften schließen kann.

Nachdem ich mich ein wenig mit den beiden unterhalten habe, heißt es für uns Abendbrot essen.

Der Abend wird auch nicht sonderlich lang. Denn die Tour war anstrengend.

Wanderroute - Skrelia


Bilder


Anfahrt - Skrelia



Tag 4 - 09.06.2016 Tonstad, Tundra & Rysstad

Am Morgen will ich die beiden eigentlich fragen wohin sie weiter reisen wollen. Ein wenig Gesellschaft kann ja nicht schaden. Da ich jedoch schon sehr viel früher auf den Beinen bin und keine Lust habe zu warten, geht es für uns alleine weiter.

 

Das heutige Ziel ist Tonstad. Laut unsere „geliebten“ ADAC Karte, finden wir dort einen See den ich zunächst auf ca. 2 Km Länge einschätze. Schönes Ziel für eine gemütliche Wanderung.

Dort angekommen, merken wir nicht nur dass der See um ein paar Meter länger ist, sondern auch dass wir nicht rankommen. Denn auf beiden Seiten gibt es nichts weiter als Bundesstraßen. Blöd gelaufen.

Also Zwischenstopp in Tonstad um den Tagesplan zu überdenken. Dort gibt es für uns auch die einzige ersichtliche Möglichkeit an den See heranzukommen.

Oder ist es doch ein Fjord? Gar nicht so einfach zu unterscheiden hier.

Egal, wir bleiben sage und schreibe ganze 15 Minuten hier am Strand. Nicht unser Fall so nah an einer Stadt und vor allem an Landstraßen.

Aber wir nutzen die Gelegenheit um Benzin und Wasser aufzutanken. Ist der Stopp nicht ganz umsonst.

Da unser nächstes Ziel eh Rysstad heißt, entscheiden wir uns einfach dazu, auf gut Glück los zu fahren.

Irgendwas Interessantes wird schon unseren Weg kreuzen.

 

Lange warten müssen wir auch nicht.

Neben der Landstraße fließt ein richtig schöner Fluss lang. Wird die Seeumrundung eben einen Spaziergang am Fluss. Doch leider gibt es einfach kein rankommen.

Der Fluss ist im Endeffekt genauso lang, wie die Strecke die wir fahren müssen. Er mündet auch immer wieder in kleine und große Seen.

Aber entweder kommt ewig lange gar keine Möglichkeit zum Parken (und wenn dann zu klein) oder nur auf der anderen Straßenseite.

Mit dem Wohnmobil auf den engen Straßen irgendwelche sperenzchen machen, ist mir auch nichts.Es ist wie verhext.

 

Nach einigen Kilometern, biege ich einfach mal rechts in eine Straße ein. In der Hoffnung dort irgendeine Möglichkeit zu finden.

Was wir finden, ist ein kleiner Nebenfluss und irgendwann am Ende der Straße auch eine Parkmöglichkeit.

Geht es halt nur an den Nebenfluss und die angrenzende Natur. Alles nicht ganz wie geplant gelaufen, aber wir haben hier trotzdem eine schöne Zeit. Auch wenn wir nicht weit laufen können.

Nach einer guten Stunde hake ich den Tag schon als doof gelaufen ab und entscheide mich einfach nach Ryystad zu fahren.

Da es so oder so unser Nachtlager für heute sein sollte, hoffen wir einfach auf einen Wald, See oder sonstiges in der Umgebung. Doch es kam mal wieder alles anders als gedacht.

 

Dazu muss ich ein wenig ausholen. In Deutschland hatte ich mir ja schon eine grobe Route rausgesucht.

Dabei war auch eine Straße, die auf Google zwar angezeigt, aber bei einer Routenplanung nicht berücksichtigt wird.

Nach einer kleinen Recherche habe ich rausgefunden, das man auf jeden Fall dort lang fahren kann.

Wie dem auch sei, ich wollte das Risiko eingehen. Auch wenn das vielleicht geheißen hätte, hunderte von Kilometern wieder zurück fahren zu müssen.

Es war aber eben auch der kürzeste Weg nach Ryystad. Unser geliebtes Navi hatte auch ein wenig Schwierigkeiten die Straße zu finden. Zumindest führt es uns erst mal in eine Sackgasse in der angrenzenden Stadt.

Als es sich dann wieder fängt, kennen wir auch endlich die Richtung. Mittlerweile befinden wir uns in einem Skigebiet.

Wir folgen also den Anweisungen des Navis und kämpfen uns einen recht steilen Berg hinauf. Die Luft wird immer kälter und die Umgebung rauer. Denn was wir nicht ahnen, wir finden uns gleich in einer riesigen Tundra Landschaft wieder.

Stand eigentlich auch auf dem Plan. Jedoch erst ein paar Tage später im Hardangvida Nationalpark. Was wir jetzt hier schon auf den ersten Metern sehen ist einfach nur Atemberaubend. Ich habe so etwas in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen und fühle mich wie jemand, der zum ersten Mal Schnee sieht.

An der ersten Gelegenheit machen wir auch direkt halt.

Vor gut zwei Stunden war uns wegen der Sonne noch extrem heiß. Jetzt weht hier ein recht rauer Wind und die Temperaturen erinnern schon leicht an Winter. Also Jacke überziehen und los geht`s.

Kira die verrückte, springt auch gleich in den kleinen See der hier ist. Wäre es hier nicht so extrem kalt, wäre das ein schöner Ort für eine Übernachtung. Für uns heißt es aber weiter.

 

Und die Landschaft wird immer beeindruckender. Es ist keine einfache Berglandschaft. Nicht wie man das vielleicht von Bayern kennt.Das hier ist pure Tundra.

Hätte ich gewusst, dass unsere erste Parkmöglichkeit auch die einzige bis zum Ende ist, wäre ich dort länger geblieben.

Es gibt auf dieser ca. 60 Km langen Strecke jede Menge Parkplätze. Aber leider sind die allesamt gesperrt. Aus welchen Gründen auch immer.

Wir können uns nur einmal zwischendurch in eine kleine Bucht stellen. Die jedoch eigentlich dafür gedacht ist, Platz zu machen wenn 2 größere Fahrzeuge sich den Weg kreuzen. Denn die Straße ist nicht sonderlich breit.

So bleibt uns also keine andere Möglichkeit als diese Landschaft nur zu durchfahren.

Da ich sowieso einfach nur begeistert bin und mit offenen Mund weiter fahre, zunächst kein Problem. Mir wird erst später am Abend klar welche einmalige Möglichkeit ich hier hatte. Schade drum.

 

Der letzte Stopp auf dieser Strecke ist dann wie gesagt am Ende der Straße. Hier sind wir schon wieder etwas mehr in der „Zivilisation“. Also Kira nochmal auf einer riesigen Wiese und an einem See austoben lassen. Keine halbe Stunde später sind wir dann auch schon in Rysstad.

Ein Mega idyllisches Nest das am Fuß eines Berges und Flusses liegt. Wir finden einen Campingplatz und schauen einfach mal was es kostet.

Irgendwie kommt es jedoch zu einem kleinen Missverständnis. Die junge Dame am Empfang rechnet ein klein wenig falsch und ich denke die Nacht kostet 20 Euro. Erst später, merke ich das ich mal eben etwas über 40 Euro bezahlt habe. Aber egal. Ein Platz direkt am Fluss und super moderne Sanitäre Anlagen.Dann ist es jetzt halt so. Außerdem brauchte ich auch ganz dringend Strom.

Die Akkus meines Camcorders waren beide tot. Was auch zu einem kleinen Problem auf dieser Reise werden sollte. Für heute ist es aber erst mal genug.

Wir machen noch einen kleinen Spaziergang durch die Stadt, versorgen uns mit frischen Brot und genießen den restlichen Abend am Fluss.

Bilder


Anfahrt - Tundra Landschaft


Der Campingplatz

Das Sølvgarden Hotel & Feriesenter kann man nur mit einem Wort beschreiben: WOW

 

Nicht ohne Grund, ist das der einzige 5 Sterne Campinplatz Norwegens. Das sagt zumindest die Brochüre an der Rezeption.

Außer den zwei Stellflächen für Wohnmobile, befinden sich noch reichlich Ferienhäuser auf dem Areal. In verschiedenen größen und Austattungen.

 

Die Sanitären Anlagen sind Mega sauber. Es gibt Kabinen in den alles was ein Bad ausmacht vorhanden ist und Kabinen mit einzelnen Duschen.Auch eine große Waschküche und eine Saune gehören dazu.

Der Ausblick ist durch den angrenzenden Berg samt Fluss natürlich überragend.

 

Einzig der Preis ist ziemlich hoch. Aber das können die sich hier auch erlauben.



Tag 5 - 10.06.2016 Wanderung Roholtsfjell

 

Wir haben nur eine grobe Richtung und diese heißt Vrådal. Wo genau wir lang wandern, entscheiden wir spontan. Laut Karte haben wir in jedem Fall eine Menge Möglichkeiten. Und wenn wir erst mal da sind, halten wir an einen der vielen Touristeninformationen und lassen uns überraschen.

 

 

Auf den Weg dahin, kommen wir am Øyfossen vorbei.

Ein super Rastplatz mit angrenzenden See + Fluss. Das Gelände lässt sich richtig gut bewandern und bietet sich prächtig für eine Frühstückspause an.

Kira lässt es sich im Wasser gut gehen und ich schieße mal wieder Foto über Foto. Eine beeindruckende Landschaft!

 

Nach einer längeren Fahrt, sind wir gegen Mittag in der Nähe von Vrådal angekommen. Laut der Karte auf einem Rastplatz, finden wir direkt in Vrådal den Roholtsfjell.

Ein schöner großer Berg, der eine schöne Aussicht verspricht. Klingt doch ganz gut, dass gehen wir an.

Der Parkplatz zum Startpunkt, ist etwas schlecht ausgeschildert. So das wir beide noch eine extra Runde drehen müssen. Als wir dann endlich angekommen sind, finden wir einen schönen großen Parkplatz direkt unter Hochspannungsmasten.

Während Kira schon durch die Gegend jagt, esse ich noch eine Kleinigkeit und zieh mich um. Auf dem Parkplatz ist auch schon direkt eine kleine Karte für die Wanderroute. Auf der sehe ich, dass es bis ganz nach oben wohl nicht reichen wird.

Denn schon hier unten wird darauf hingewiesen, dass das letzte Stück eher was für geübte Bergsteiger ist. Muss ich Kira ja jetzt nicht wirklich antun.

Aber die restliche Wanderstrecke, die im Winter als Skilanglaufstrecke benutzt wird, reicht uns vollkommen.

 

Also los geht’s. Um auf die Wanderstrecke zu gelangen müssen wir zunächst die Landstraße überqueren.

Das heißt für Kira natürlich erst mal an die Leine. Auf der anderen Seite angekommen, darf sie sich dann wieder frei bewegen.

Blöd ist nur, dass wir uns direkt in einem recht sumpfigen Gebiet befinden. Inklusive einen kleinen Bach am Wegesrand, der ausschließlich aus Matsch besteht. Dementsprechend sieht Kira dann auch aus.

Zum Glück habe ich gesehen das uns oben ein See erwartet.

 

Die Wanderroute ist von Beginn an sehr gut ausgeschildert. Wir finden nicht nur eine Menge Markierungen, sondern auch immer wieder eine Karte die uns anzeigt wo genau wir uns befinden.

Obwohl wir gute 1000 Meter in die Höhe steigen, bekommen wir davon nicht wirklich viel mit. Eine schöne und nicht zu steile Strecke.

Wir laufen sowohl durch große freie Felder, als auch durch richtig schöne Waldgebiete. Ab und an wird es aber immer wieder etwas Nass.

Wir befinden uns hier in einem recht modrigen Gebiet.

Was sich auch an dem angelangten See weiter fortsetzt. Für Kira eine schöne Möglichkeit sich hier abzukühlen. Aber für uns Menschen eignet sich der See nicht wirklich zum baden. Nicht einmal um es sich am Ufer bequem zu machen. Zumindest nicht ohne nasse Decke.

Nach dem See, gelangen wir wieder an eine ähnliche Stelle wie schon in Skrelia. Ein trockender Fluss oder Wasserfall (Ich kann es einfach nicht einordnen), der bis hoch ins Gebirge streckt.

Mit dem einzigen Unterschied das wir hier von einem dichteren Wald umgeben sind. Das Ganze hat schon etwas Mystisches und wir müssen uns das näher anschauen. Dazu müssen wir uns von dem markierten Weg entfernen.

 

Irgendwie laufen wir beide dann so kreuz und quer, dass wir plötzlich völlig verwirrt auf diesen kargen Fels stehen. Also bleiben uns jetzt zwei Möglichkeiten.

Entweder blind los laufen und hoffen auf den Weg zu kommen, oder zurück zum Anfangspunkt was einen Umweg bedeutet.

Solche Entscheidungen lassen sich doch prima während einer Pause treffen. Da wir ja hier sind um Abenteuer zu erleben, entscheide ich mich für die erste Variante.

Einfach mal blind in das Gelände laufen. Was nicht lange gut geht.

Der Wald ist einfach zu dicht um irgendwie weiter zu kommen. Bleibt uns also nichts anderes übrig, als den ganzen Weg wieder zurück zu laufen um auf die Wanderroute zu kommen.

Von da aus ist es dann auch schon wieder übersichtlicher. Der Weg führt uns um das ausgetrocknete Fluss/Wasserfallbett und schon sind wir wieder beim Abstieg.

Auf diesem laufen wir ausschließlich durch einen sehr dichten Wald.

 

Die Markierungen finden wir jetzt kaum noch am Boden, sondern meist in den Bäumen hängen.

Zum Ende hin, führt uns der Weg durch das Dorf Vrådal. Laut der letzten Wegbeschreibung, müssen wir nur der Hauptstraße entlang und dann führt uns ein Weg wieder direkt zu unseren Parkplatz.

Nur leider ist dieser Weg nicht mehr so gut ausgeschildert. Besser gesagt gar nicht.

Wir sehen am Ende der Hauptstraße zwei Wege, die zumindest in die Richtung unseres Wohnmobils führen. Das heißt für uns jetzt auf gut Glück einen der beiden Wege gehen. Mit richtig Pech, laufen wir einige Kilometer völlig umsonst.

Glücklicherweise entscheiden wir uns für genau den richtigen Weg. Obwohl es zunächst den Anschein macht, das wir nur zu den Häusern in den Bergen geführt werden. Ist im Endeffekt auch so.

Doch beim letzten Haus, an dem der Weg zu Ende zu sein scheint, finden wir einen kleinen Trampelpfad in den Wald hinein. Und siehe da, wir sind genau richtig.

 

Irgendwann sehen wir auf dieser Strecke dann auch kleine Schilder für eine Nordic Walking Strecke.

Wer diese also sieht, ist auf dem richtigen Weg. Eventuell sind diese ja auch schon in Vrådal irgendwo zu sehen.

Das letzte Stück zum Parkplatz zieht sich ungemein. Auch weil die Strecke sehr steil ist.

Am Wohnmobil angekommen schnaufen wir beide nochmal durch und machen uns auf die Suche nach einem schönen Nachtlager.

 

Wanderroute - Roholtsfjell


Bilder


Anfahrt - Roholtsfjell



Tag 6 - 11.06.2016 Städtetour & Ankunft Carsten

Heute holen wir meinen Kumpel Carsten ab, der sich entschlossen hat uns 3 Tage Gesellschaft zu leisten.

Er landet am Abend in Oslo und wir entscheiden uns heute eine kleine Städtetour zu machen.

So viel kann ich schon mal vorweg nehmen. Es ist nicht gelaufen wie geplant.

 

Aber der Reihe nach.

Unser erstes Ziel heißt Kongsberg. Hier hat noch alles ganz gut geklappt. Wir haben relativ schnell einen Parkplatz gefunden und sind ein wenig den Fluss Numedalslågen entlang gelaufen.

Im Stadtzentrum konnten wir hier auch einen schönen Wasserfall betrachten. Das Ufer des Numedalslågen ist sehr sauber und eine kleine Parkanlage lädt zu einem schönen Spaziergang ein.

Nachdem wir unsere kleine Runde gedreht haben, haben wir uns noch auf ins Zentrum gemacht. Eine schöne kleine Innenstadt mit reichlich Gastronomie und Geschäften.

Auf den Straßen spielen 2 Orchester richtig gute Musik und haben viele Zuhörer. Da unser Parkticket nur eine Stunde gilt, konnten wir uns leider nicht lange aufhalten.

Nach einem kleinen Snack beim Bäcker, geht es für uns auch schon weiter.

 

Das nächste Ziel sollte eigentlich Drammen heißen.

Aber irgendwie sind wir da komplett dran vorbei gefahren. Also gleich auf nach Oslo.

Wenn wir schon in der Nähe sind, können wir uns auch die Hauptstadt anschauen. Aber was soll ich sagen:

Wir sind glaube 2 Stunden durch die Stadt gefahren und haben keinen Parkplatz gefunden.

Anfangs war ich noch gutgläubig genug, irgendwo einen kostenfreien zu finden.

Aber das kann man sich gleich abschminken. Zumindest so wie wir es erkennen konnten.

Wir haben es in der Zeit auf 2 verschiedenen Parkplätzen versucht, ohne wirklich Erfolg haben zu können. Jedes Mal waren die Parklücken einfach zu klein.

Was ziemlich schade ist. Denn was wir von Oslo gesehen haben, sah sehr gut aus.

Große Parks, schöne Gebäude und schöne Häfen. Aber sich mit so einem Wohnmobil durch die engen Straßen und vielen Touristen zu kämpfen, macht auch nicht wirklich Spaß.

Blieb uns nichts anderes möglich, als Oslo liegen zu lassen und weiter zu fahren. Wenn ein Plan nicht funktioniert, geht man eben einen anderen an.

Bis zur Ankunft von Carsten waren es immer noch ein paar Stunden. Also haben wir es uns zum Ziel gemacht, Richtung Flughafen zu fahren und das erst beste Gebiet zu Erkunden.

 

Doch leider erinnert die Umgebung von Oslo eher an Brandenburg. Was nichts Schlimmes ist, denn wir lieben Brandenburg.

Aber außer jede Menge Landwirtschaft und kleineren Dörfern war für uns einfach nichts Einladendes dabei. Nach Stundenlangen umher irren, standen wir dann irgendwann neben einem Fußballfeld auf denen 3 Jungs ein wenig gekickt haben.

Mit denen habe ich mich dann unterhalten, um irgendwie herauszufinden ob es in der Nähe einen See oder sonstiges gibt.

Die Hoffnung haben mir die drei gleich genommen.

Nach langer Suche und ewigen hin und her gefahren, war es jetzt auch nicht mehr lange bis zur Ankunft von Carsten. Fahren wir eben zum Flughafen und haken den Tag als doof gelaufen ab.

Eigentlich passte es auch ganz gut. Denn die Akkus der Videokamera waren mal wieder leer und vielleicht haben wir ja am Flughafen die Chance diese aufzuladen.

Auf dem Parkplatz am Flughafen essen wir beide noch eine Kleinigkeit und gehen dann in die Empfangshalle.

Da es hier gratis W-LAN gibt auch eine gute Gelegenheit sich mal mit der Außenwelt in Verbindung zu setzen.

Die restliche Zeit bis zur Ankunft, unterhalte ich mich noch mit 3 Leuten aus Italien.

 

Ein sehr nettes Gespräch in dem ich mal wieder erfahren konnte, wie andere so leben.

Um nicht den Rahmen zu sprengen: Die Jungs ziehen von Land zu Land und arbeiten dort um Geld für Ihre Familien zu verdienen. Heftige Sache, wenn man sich das mal so durch den Kopf gehen lässt.

Dann kam auch endlich der Carsten an.

Der Flug war pünktlich, aber wir mussten uns dennoch ein wenig sputen. Es war schon recht spät und wir mussten ja noch irgendwo einen Schlafplatz finden.

 

Ich hatte mir vorher ein paar Gedanken gemacht und einen See in der Nähe raus gepickt.

An sich mussten wir nur eine halbe Stunde fahren. Aber zum einen waren die guten Plätze am See leider schon alle belegt und zum anderen haben wir uns total dämlich verfahren. So dass wir fast 3 Stunden gebraucht haben endlich einen geeigneten Schlafplatz zu finden.

Manchmal läuft aber auch alles schief.

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Tag 7 - 12.06.2016  Der Weg zum Langsua Park

Auch der heutige Tag sollte irgendwie ganz und gar nicht so laufen wie geplant.

 

Dadurch das wir gestern erst sehr spät im Bett waren, sind wir natürlich auch etwas später aufgestanden. Was uns ein paar Stunden gekostet hat.

Daher entscheiden wir uns auch erst mal nicht zu Frühstücken und uns stattdessen auf dem Weg zu machen. Das Ziel heute heißt Langsua Nationalpark.

Dieser liegt etwa 3 Stunde von uns entfernt und verspricht eine schöne Wanderstrecke zu werden. Außerdem soll man hier die größte Möglichkeit haben, Elche in freier Wildbahn zu sehen.

 

Irgendwann auf der Fahrt musste dann aber doch Frühstück gegessen werden.

Es ist mittlerweile schon 15 Uhr und irgendwie scheint der Tag an uns vorbei zu fliegen. Aber wenigstens sind wir jetzt wieder in einem schönen Gebiet voller Berge und nicht mehr nur Umgeben von Feldern und Bauernhöfen.

 

Auf dem Weg machen wir noch 2-3 kleine Stopps um ein wenig die Aussicht zu genießen.

Haben aber leider keine Zeit für längere Touren.

Gegen 17:30 Uhr sind wir dann auch endlich am Langsua Nationalpark angekommen. Jetzt ist nur die Frage ob wir wirklich noch wandern gehen.

Denn das Gebiet ist in jedem Fall größer als erwartet.

Das noch zu schaffen ohne sich einen abzuhetzen ist fraglich.

Also kurze Lagebesprechung und entscheiden was nun gemacht wird. Wir beschließen das Ganze auf morgen zu verschieben, damit wir auch was davon haben.

Für heute wollen wir einen Platz zum schlafen finden, der auf irgendeine Weise Strom beinhaltet und uns dann nur auf eine kleine Tour zu begeben.

 

Mein Navi erfasst zwei Campingplätze in der Nähe und wir beschließen uns diese anzuschauen.

An den ersten fahren wir sportlich vorbei, weil wir nur kleine Ferienhäuser sehen und denken dass wir nicht mit dem Wohnmobil rauf können.

Am zweiten Campingplatz angekommen, merken wir dass dies hier in der Gegend normal ist. Kleine Grundstücke mit Ferienhäusern und einer Wiese für Wohnmobile.

Wieder 30 Km zu viel gefahren. Aber was solls.

 

Der Preis ist für 2 Personen auch annehmbar.

Jeder zahlt für die Nacht ca. 10 Euro. Inklusive Strom und Dusche. Das ist mehr als Ok.

Nachdem Carsten und ich den Norwegern mal zeigen wie wir deutschen so kicken können, machen wir uns dann auf den Weg zu einer kleinen Wanderung.

Soll ja nicht der ganze Tag verschenkt sein.

In unmittelbarer Nähe von unserem Campingplatz fließt ein schöner Fluss entlang.

Wir lassen Kira durch die Gegend toben und genießen nach einem Tag im Auto einfach nur die Natur.

Am Ufer des Flusses finden wir noch eine große Industrieanlage mit vielen alten Schätzen.

Ich will nicht wissen was hier an Wert vor sich hin rostet. Das war dann auch schon der Tag heute.

Abendessen und früher ins Bett, damit der Tag morgen mal wie geplant verlaufen kann.

Wanderroute



Anfahrt - Campingplatz



Tag 8 - 13.06.2016 Langsua Natjonalpark

Früh aufstehen, Frühstücken, Duschen und dann ab zum wandern.

Zwei Tage die nicht nur etwas chaotisch verlaufen sind, sondern auch für Kira nicht viel Auslauf geboten haben müssen wieder gut gemacht werden.

 

Eigentlich müssen wir nur auf dem gleichen Weg zurück, auf dem wir gestern gekommen sind. Aber unser Navi möchte unbedingt das wir quasi querfeldein über die Bauernhöfe fahren. Warum nicht?!

Nach einer kurzen engen Passage sind wir dann auch wieder auf der bekannten Landstraße. Ob wir mit diesem Weg wirklich eine Abkürzung genommen haben, lassen wir mal in den Sternen stehen.

Nach gut einer Stunde haben wir dann den Eingang zum Nationalpark erreicht.

Zumindest glauben wir das. Wirklich sicher sind wir uns nicht. Da die geliebte ADAC Karte diesen Nationalpark auch einfach mal anders nennt.

Beziehungsweise haben die Norweger aus vielen kleinen Arealen einen großen Nationalpark gemacht.

 

Wie dem auch sei, wir stehen jetzt auf dem Parkplatz vor einen Restaurant mitten im Nirgendwo und wissen nicht so recht weiter.

Wir sehen Schilder die uns sagen dass wir eine Maut bezahlen, aber keinen Hinweis darauf wo wir diese genau entrichten sollen.

Zum Glück ist der Betreiber des Restaurants eine gute Stunde vor Ladenöffnung bereits da und kann uns helfen. Von ihm erfahren wir nicht nur welche Gegend sich am besten für eine Tour eignet, sondern auch wie viel wir bezahlen müssen.

Carsten besorgt sich noch einen Kaffee und dann geht es für uns weiter in das empfohlene Gebiet.

 

Dieses erreichen wir nach ca. einer halben Stunde.

Auf dem Weg dahin fahren wir an zwei Campingplätzen vorbei. Wieder mal gut gelaufen. Hätten wir uns das ganze gefahre gestern sparen können. Aber egal.

Unser Startpunkt ist ein Hotel dessen Name mir einfach nicht mehr einfallen will. Es liegt auf jeden Fall soweit im Nirgendwo, dass wir hier keinen einzigen Menschen sehen. Als wir uns alle wander bereit gemacht haben, geht’s auch endlich los.

Kira freut sich natürlich, dass sie heute mal wieder etwas mehr laufen kann. Zunächst geht es vorbei an dem riesen Gelände der Hotelanlage.

Nette kleine Berghütten und jede Menge pure Natur lassen schon mal schönes vermuten. Als wir dann auf den Wanderweg gelangen, die ersten verwirrten Blicke.

Wir haben uns eigentlich für die kleine Tour entschieden, die mit grünen Markierungen versehen sein soll. Aber irgendwie sehen wir nur rote.

Also dann eben den Weg. Der macht auch ganz schön was her.

 

Gleich am Anfang überqueren wir eine kleine Holzbrücke und Kira springt sofort in dem darunterliegenden Fluss. Schon von hier aus können wir auf ein riesiges Gelände blicken, das kein Ende zu nehmen scheint.

Da liegt eine ganze schön große Tour vor uns. An der Brücke machen wir auch Bekanntschaft mit einer Herde Schafen, die uns die Hälfte des Weges immer wieder vor die Füße laufen wird.

Da Kira mal wieder den Wachhund raushängen lassen will und zur Jagd ansetzt, muss ich sie zunächst an die Leine nehmen. Das ist mir hier alles zu riesig und ich habe keine Lust Stundenlang den Hund zu suchen.

Glücklicherweise verliert Kira jedoch schon bei der dritten Begegnung das Interesse an den Schafen.

Währenddessen schaue ich mir mit Carsten mal die Bäume an.

Ich hatte schon vorher gelesen, dass wir hier 300 Jahre alte Bäume sehen werden. Ich hatte die Hoffnung auf gewaltige Baumstämme und hundert Meter große Bäume. Da habe ich nur knapp daneben gelegen.

Die Bäume sind nicht größer als 5 Meter und der Stamm nicht dicker als 20 cm.

Nichts desto trotz, sind sie unheimlich interessant anzuschauen. Denn sie sehen aus als hätten sie schon 3 mal gebrannt.

Die Rinde ist mit so etwas wie Moos umgeben. Sieht schon sehr cool aus.

 

Der Weg ist ziemlich gut zu begehen. Auch wenn es ab und an mal ein wenig modrig wird.

Kurz vor dem Gipfel stoßen wir dann wieder auf die Schafsherde, die jetzt um einiges gewachsen ist. Anscheinend sind wir hier an deren Sammelpunkt angekommen.

Kira ist mittlerweile etwas vorsichtiger. Beide Parteien beschnuppern sich und laufen lieber einen großen Bogen um die anderen.

Bevor wir uns jetzt aufmachen den Gipfel zu stürmen, legen wir eine Pause ein. Ein kleiner Fluss am Wegesrand lädt förmlich dazu ein.

Der gute Mann im Restaurant hat uns ja gesagt, dass wir vom Gipfel eine schöne Aussicht auf den Nationalpark haben.

Was wir erwartet haben, war eine kleine Bergspitze mit Panoramablick. Was wir dann wirklich sehen, ist der Blick auf die Berge der ganzen Umgebung.

Wir stehen mitten auf einem riesigen Platon und können Kilometerweit in jede Richtung schauen.

Wir haben viel erwartet, aber nicht so ein gewaltiges Gebiet. Inprinziep kann man alleine hier 2 Wochen Urlaub machen.

Ein Tag reicht gar nicht aus um das ganze Gelände zu erkunden. Wirklich der absolute Wahnsinn.

 

Das ist auch der Grund, warum wir irgendwann umdrehen und auf gleichen Weg zurück zum Wohnmobil gehen.

Es war einfach nicht abzusehen wie weit dieser Weg noch geht. Einen kleinen Schauer haben wir dann auch noch abbekommen.

Das wurde auf einem Schlag ganz schön frisch da oben.

Da wir den gleichen Weg zurück gehen, gibt es auch nicht mehr viel zu erzählen. Außer das wir leider doch keinen Elch gesehen haben.

Das hätte den Tag aber auch zu genial gemacht.

Da Carsten morgen früh schon wieder die Heimreise antritt, haben wir uns entschieden so nah wie möglich an den Flughafen zu fahren.

Wir haben keine große Lust wieder ewig zu suchen und fahren einfach wieder an den See vom ersten Tag. Jetzt wissen wir ja wo wir hin müssen.

Auf den Weg dahin besorgen wir uns noch ein wenig was zum Grillen und lassen den letzten Tag gemütlich ausklingen.

Mit einem Grill, deren Einzelteile nicht zusammen gepasst haben und wir improvisieren mussten.

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Anfahrt



Tag 9 - 14.06.2016 Geilo

Im Urlaub um 4 Uhr aufstehen ist ja nicht so das Highlight. Aber Carstens Flug geht heute schon recht früh.

Und für die nette Geste mir ein paar Tage Gesellschaft zu leisten, dass mindeste was wir tun können.

 

Nach einem kleinen Frühstück ist es auch nur noch ca. eine dreiviertel Stunde zum Flughafen.

Unterwegs nochmal volltanken und ab geht's.

Da ich irgendwie auf die Spur der städtischen Busse gelange, fällt der Abschied sehr kurz aus. Für Kira und mich heißt es jetzt überlegen wie es weiter geht.

Die letzten beiden Tage war eigentlich klar dass wir uns die restlichen Tage an der Küste aufhalten. Jedoch wurmt es mich, es nicht bis zum Eidfjord geschafft zu haben.

Das kann ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen.

So entschließen wir uns vor dem Besuch an der Küste nochmal einen großen Bogen in den Westen Norwegens zu fahren. Man gönnt sich ja sonst nix.

Mein geliebter ADAC Reiseführer empfiehlt uns ein Gebiet in der Stadt Geilo. Der Name kann ja kein Zufall sein.

Für uns heißt das zunächst 3 Stunden Autofahrt. Daraus werden natürlich wieder gut 4 1/2, da wir bei allem was gut aussieht anhalten.


Angekommen in Geilo, merken wir dass wir uns in einem richtig schönen Skigebiet befinden. Ein klein wenig Schnee liegt noch da und wir sehen vom Tal aus sehr viele Pisten. Muss im Winter der Wahnsinn sein.
Den empfohlen See finden wir zunächst nicht.

Da ich es heute etwas ruhiger angehen wollte, da Kira sich eine Vorder Pfote verletzt hat, suchen wir eine Touristeninfo.

Kira Verletzung ist soweit nicht schlimm. Ich kann es nicht genau erkennen, aber sie scheint sich nur etwas vertreten zu haben.

Also wollen wir steiniges und steiles Gebiet möglichst vermeiden. Die junge Dame in der Touristeninfo weist uns dann den Weg und wir haben eine ungefähre Peilung. Ungefähr deshalb, weil wir nur wissen es geht von der örtlichen Kirche los.

Einen wirklichen Wegweiser finden wir nicht. Vielleicht bin ich auch einfach nur blind. Denn auf dem restlichen Weg sind mehr als genug Schilder.

Zumindest sind wir auf den richtigen Weg und laufen von Beginn an am Ustedal (See) entlang.

Die Dame in der Info meinte dass der Rundweg etwa 10 Km lang ist. Wenn ich mir den See anschaue, kommt er mir deutlich länger vor.

 

Während Kira freudestrahlend das Wasser unsicher macht, bin ich damit beschäftigt die Umgebung auf Fotos festzuhalten. Unser erstes Ziel auf dem Rundweg sind alte Wikinger Gräber.

Leider ist es hier so, wie auch überall anders. Wenn etwas beschriftet ist, dann nur auf Norwegisch.

Keine deutsche oder englische Übersetzung. Schlau wie ich bin, habe ich auch die uns ausgehändigte Karte im Wohnmobil liegen lassen. Also bleibt uns nichts anderes übrig, als nach dem Weg zu fragen.

Was sich als sehr leicht heraus stellt. Denn wir treffen hier sehr viele deutsche. Und auch zum ersten Mal so wirklich auf viele andere Hunde.

Was natürlich vor allem Kira sehr freut. Irgendwann treffen wir dann einen älteren Herrn, der wie sich später raus stellt, vor 50 Jahren von der Schweiz hier hergezogen ist. Sein Deutsch ist noch gut genug um ein interessantes Gespräch zu führen und ein wenig über den Ort Geilo zu erfahren.

Die wichtigste Info ist jedoch, wo wir die Wikinger Gräber finden. Als wir dann so nichtsahnend den Weg lang laufen, fallen diese uns eher zufällig auf.

So ein Grab ist nichts weiter als ein kleiner Hügel mit einem Stück Sperrholz drin. Andere Länder andere Sitten. Was jedoch ganz cool ist, ist die kleine "Ausstellung" auf dem Weg. Laut dem Herren aus der Schweiz, wird diese ständig erneuert. Zur Zeit sind mehrere Klangspiele ausgestellt. Manche größer, manche kleiner.

Kann ich mir nicht nehmen lassen das auszuprobieren, was Kira mit einem verwirrten Blick beobachtet.

Das nächste Ziel ist eine Brücke, die ganz nach Wikinger Art gebaut ist. Ob noch von Wikingern selbst, oder einfach nur nachgebaut, kann ich nicht in Erfahrung bringen.

Denn wieder einmal finden wir nur eine norwegische Beschreibung. Anzuschauen ist die Brücke auf jeden Fall gut.

Keine Nägel, kein Leim. Nur Holzstämme die ineinander gesteckt sind. Darunter fließt ein herrlicher Fluss, den wir leider nicht bis ganz zum Ufer betreten können.

Dafür hat er eine zu große Strömung und zu sperrige Felsen. Auf der Brücke haben sich schon einige Leute verewigt, was wir dann auch tun.

Kira in großen Buchstaben und für die Ewigkeit.

Auf dem Rückweg am anderen Ufer des Sees laufen wir direkt am Fuß des anliegenden Bergs entlang. Umgeben von einem richtig schönen Wald, bietet der Weg also jede Menge Abwechslung.

Immer wieder haben wir die Möglichkeit an den See zu gelangen und Kira eine Erfrischung zu verschaffen. Abgesehen von einer kurzen Rast, geht es dann schnurstracks in Richtung Wohnmobil.

 

Am Ende des Rundwegs, kommen wir dann noch an einem Golfplatz vorbei.

Wer einen genauso Ballverrückten Hund hat wie ich, sollte hier die Leine anlegen. Kira war schon drauf und dran einem gerade abgeschlagenen Ball nach zu jagen.

Am Wohnmobil angekommen, noch mal kurz durch schnaufen und weiter geht die Reise.

 

Morgen wollen wir den Vøringsfoss in der Nähe vom Eidfjord besuchen und machen uns deshalb schon mal auf den Weg in die Richtung.

Was unsere Karte jedoch verschweigt, ist das wir mal eben durch den Hardangervidda Nationalpark fahren.

Der stand ganz zum Anfang auf meiner Liste. Da wir ja ein paar Tage vorher schon durch eine Tundra Landschaft gefahren sind, wollte ich hier eigentlich nicht hin.

Zum Glück bin ich aber hier lang gefahren!

Diese Tundra ist noch viel beeindruckender als die erste.

Riesige zugefrorene Seen, gewaltige Berge und jede Menge Schnee. Der pure Wahnsinn was wir hier zu sehen bekommen.

Wir haben auch direkt am Anfang die Möglichkeit auf einem großen Parkplatz halt zu machen. Vom Parkplatz aus, machen wir uns auf den Weg zu einem Staudamm. Es ist kein weiter Weg, aber wir brauchen dennoch lange. Denn das Gelände ist alles andere als einfach zu laufen.

Der Reiz, die Nacht hier oben zu verbringen ist groß. Aber es ist so verdammt kalt und wir haben keine dicke Decke mit.

So fahren wir die gut 60 Km lange Strecke nur ab und halten so oft wie möglich. Was hier auch definitiv besser funktioniert als in dem anderen Gebiet. Die restliche Fahrt komme ich wieder nicht aus dem staunen heraus. Bei unserer nächsten Reise, steht hier in jedem Fall eine längere Tour an.

 

Als wir am Vøringsfoss ankommen, sind wir ein wenig erstaunt.

Der Blick auf den Wasserfall ist super. Aber warum gibt es hier kein einziges Geländer? Vor allem da schon jede Menge Kreuze hier rumstehen! Hat es nicht schon genug Leute erwischt?

Da wir eine große Möglichkeit zum übernachten finden, entschließe ich mich dagür den Tag dann so langsam ausklingen zu lassen. Der Vøringsfoss kann morgen in Ruhe betrachtet werden. Dazu haben wir uns die Aussichtsplattform auf der gegenüberliegenden Seite ausgesucht.

Jetzt heißt es Essen und den Tag Revue passieren zu lassen.

Wanderroute - Geilo


Bilder

Anfahrt



Tag 10 - 15.06.2016 Wasserfalltour

Neben einen Fluss plus Wasserfall aufzuwachen, ist nicht unbedingt das schlechteste.

Ich hatte ein wenig Sorge, dass es Nachts zu kalt wird. Aber dank der zusätzlichen Decke, die Carsten bei uns gelassen hat, war es auszuhalten.

 

Bevor wir uns jetzt zum Voringsfossen aufmachen, gibt es zunächst ein reichhaltiges Frühstück. Auf dem Weg zum Wasserfall habe ich Kira die ganze Zeit über an der Leine. Es ist mir hier schlicht und einfach zu unsicher.

Sie darf nicht einmal in den angrenzenden Fluss. Der zwar an unserem Wohnwagen recht ruhig ist, jedoch schon wenige Meter weiter ziemlich an Fahrt aufnimmt.

An dem Restaurant und dem Aussichtspunkt angekommen, tummeln sich außer uns schon einige Leute hier rum.

Ich gehe mit Kira wieder ganz langsam an den Abgrund, um nochmals einige Fotos zu schießen.

Die Touristen um uns herum sind da weniger vorsichtig. Obwohl wirklich gar nichts gesichert ist und nur eine lockere Stelle im Boden Feierabend bedeuten würde.

Auch auf dem mehr schlecht als recht gekennzeichneten Weg zum Wasserfall, habe ich Kira weiterhin an der Leine. Denn die Situation in Sachen Sicherheit ändert sich nicht wirklich. Eher im Gegenteil.

Nicht nur das keine Zaun oder Geländer existiert, nein jetzt stolpern wir auch noch über sehr unebenes Gebiet.

Wenn ich mich mal näher an den Abgrund traue, binde ich Kira jedes Mal einige Meter weiter weg an einem Baum.

 

Leider merken wir auch ziemlich schnell, dass wir uns irgendwie auf der völlig falschen Seite befinden. Das ist gar nicht der Weg hoch zum Wasserfall.

Stattdessen kommen wir noch an einem kleineren Wasserfall unmittelbar in der Nähe von unserem Fluss.

Da mir der Weg echt zu unsicher ist, will ich auch gar nicht mehr rausfinden wie es auf der anderen Seite aussieht. Von daher hake ich den Voringsfossen als gesehen, aber eben nicht als erklommen ab.

Ich bin deswegen zwar ein wenig genervt, aber wir wollen heute ja auch noch andere sehen. Wir beide kämpfen uns auf demselben Weg wieder zurück und machen uns Startbereit.

Das muss heute gut geplant sein. Denn direkt an dem Restaurant beginnt eine Baustelle.

Bebaut wird eine lange Strecke mit einigen Tunneln. Was bedeutet, dass wenn man zum falschen Zeitpunkt losfährt, man mit ein wenig Pech eine gute Stunde an der Ampel warten muss.

Also machen wir soweit alles zur Abfahrt bereit und springen sofort in das Auto, wenn die Ampel auf Grün zeigt. Klappt uch prima - Was sind wir doch schlau.

 

Schon auf den ersten Metern sehe ich, dass hier einfach mal eine lange und vor allem gesicherte Strecke als Aussichtspunkt dient. Habe ich ja mal wieder schön verbockt.

Durch die Baustelle ist es uns natürlich nicht möglich nochmal anzuhalten oder zu wenden.

Was mich unheimlich ärgert, denn man hat von hier aus einen viel besseren Blick auf den Voringsfossen. Wenn das nicht wäre, würde ich keinem von euch empfehlen dort mit einem Hund hinzufahren.

Wäre einfach nur verschwendete Zeit. Aber wie ich später erfahren habe, wird hier auch gerade ordentlich um den Voringsfossen gebaut. Es entstehen wohl einige neue Aussichtsplattformen und die Wege werden saniert. Hoffen wir auf das Beste.

 

Unsere Reise geht jetzt weiter Richtung Latefossen.

Auf den Weg dahin, fahren wir an unzähligen Wasserfällen vorbei. Zu viele um immer wieder anzuhalten.

Aber dennoch einer schöner anzusehen als der andere. Also auf dieser Strecke könnt ihr überhaupt nichts falsch machen.

An dem einen Wasserfall, an dem wir eine kurze Rast machen, finden wir auch einen Wanderweg. Wäre das ganze anders auf unserem Schirm gewesen, hätten wir hier bestimmt eine schöne Tour machen können.

Wir beide machen noch einen kleinen Stopp in der Stadt Odda um die Tanks aufzufüllen und uns mit frischen Brot zu versorgen. An einem unheimlich schönen Fjord, lasse ich Kira ein wenig baden, während ich mir eine kleine Stärkung gönne.

 

Den Latefossen könnt ihr überhaupt nicht verfehlen. Sobald euer Auto plötzlich Nass ist, seid ihr daran vorbei gefahren.

Denn die Landstraße führt unmittelbar daran vorbei. Direkt über eine alte und sehr coole Brücke.

Durch die ganzen Touristen, die unüberlegt über die Straßen rennen und das plötzliche Bremsen eurer Vordermänner, solltet ihr hier ein wenig vorsichtig fahren. Hat ein wenig was von Schaulustigen, die an einem Unfall vorbei fahren. Ohne Hirn und Verstand.

Ich muss aber auch dazu sagen, dass der Parkplatz unheimlich klein ist. Vor allem auch sehr unübersichtlich. Durch den regen Verkehr bleibt einem nichts anderes möglich, als Vorwärts einzuparken.

Was das ausparken mit einem Wohnmobil recht schwierig macht. Denn man sieht so gut wie gar nichts.

Mir hat zum Glück in freundlicher Herr aus Italien geholfen. Aber kommen wir zum Wasserfall.

Einfach nur WOW! Da plätschert schon eine heftige Gewalt den Berg herunter. Dazu noch diese coole alte Brücke, neben der ein breiter Fluss entlang fließt.

Wie ich erst später gemerkt habe, habe ich es nicht geschafft, ein einziges richtig gutes Bild hinzubekommen. Zumindest keins was den ganzen Wasserfall auf einem Bild zeigt. Aber das ist an dieser Stelle auch schwer.

Alle 2 Meter steht ein Tourist und die Fläche ist extrem klein. Für diesen Wasserfall muss man sich wohl den absolut richtigen Zeitpunkt raussuchen. Wann auch immer dieser ist.

Wir bleiben dementsprechend auch nicht lange stehen. Ist uns einfach zu viel Trubel hier.

 

Da die Akkus meiner Videokamera mal wieder alle sind, will ich heute auf einen Campingplatz.

Aber nur um mich für 3-4 Stunden mit Strom zu versorgen und dann weiter zufahren. Das Ganze geht sonst zu sehr ins Geld. Einen bestimmten Campingplatz mache ich dabei nicht wirklich aus.

Wir bleiben einfach auf unserer Route und fahren an den nächstbesten ran. Doch zunächst führt uns unser Weg mal wieder durch eine kleine Tundra Landschaft.

Genießen kann ich das heute nicht. Das Wetter hat ziemlich schnell ungeschlagen.

Wir fahren jetzt in dieser kalten Gegend durch recht starken Regen. Was sich natürlich auch auf der Fahrbahn bemerkbar macht. Die Jungs aus Norwegen stört das herzlich wenig. Für mich ist das heute einfach nur anstrengend.

Ich sehe so gut wie gar nichts und die Straßen sind hier auch unheimlich eng. Dazu kommen noch sehr viele kleine Baustellen, die die Fahrbahn noch enger machen.

Und Tunnel über Tunnel. Alle nicht unbedingt hell beleuchtet und sie scheinen mir heute auch sehr eng.

Alles in allem macht mich das Autofahren heute zum ersten Mal richtig fertig. Ich bin froh, als wir endlich die ganzen Tunnel und Baustellen hinter uns gelassen haben. Wenn es auch gut 150 Km dauert.

Dementsprechend fahre ich auch auf den ersten Campingplatz.

 

Zunächst merke ich gar nicht wo wir hier gelandet sind. Der Eigentümer kommt auch direkt auf mich zu und wir beginnen ein Gespräch auf Deutsch-Englisch-Norwegisch. Ich versuche ihm klar zu machen dass ich nur ein wenig Strom brauche und anschließend weiter möchte.

Er will natürlich dass ich über Nacht bleibe. Anfänglich liegt der Preis bei gut 40 Euro. Das ist mir natürlich zu teuer. Als er das merkt, drückt er den Preis auf ca. 30 Euro. Da ich echt platt bin überlege ich kurz ob ich es nicht einfach mache.

Aber eigentlich will ich heute nicht auf einen Campingplatz. Also bedanke ich mich bei ihm für sein entgegenkommen, aber lehne freundlich ab.

Als ich mich dann auf den Weg zu meinen Auto machen will, schreibt er eine letzte Zahl in den Sand. Gut 10 Euro für Strom und einen Platz am Wasser.

Jetzt kann ich einfach nicht mehr nein sagen. Wir haben also großes Glück. Und das bemerken wir auch, als wir uns zum ersten Mal die Gegend genauer anschauen.

Die ganze Umgebung ist in einem richtig schönen Nebelschleier gehüllt. Ein großer See liegt vor unserer Tür und wir haben die Möglichkeit ein großes Gebiet zu bewandern. Einschließlich eines Wasserfalls der in gut 3 Km Luftlinie entfernt liegt.

Also verbinde ich das Wohnmobil mit Strom und wir beide laufen eine große Runde.

Leider schaffen wir es nicht zum Wasserfall, laufen aber dafür fast um den ganzen See und an einem schönen Fluss entlang.

Auch der wieder einsetzende Regen macht diese kleine Wanderung nicht schlechter. Eher im Gegenteil. Das passt einfach super zu dieser Mystischen Umgebung.

Der heutige Abend wird dann auch nicht sonderlich lang. Die Fahrt hat einiges an Kraft gekostet und es geht heute mal sehr früh ins Bett.

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Anfahrt - Voringsfossen


Anfahrt - Latefossen



Tag 11 - 16.06.2016 Gygrestolen

Nach der schnellsten dusche meines Lebens, (nur 3 Minuten warmes Wasser) ging es für uns gleich los.

Das Wetter ist noch nicht wirklich besser, aber wenigstens regnet es nicht mehr. Heute geht es ohne großen Zwischenstopp direkt in die angepeilte Region.

Wir haben und die Stadt Bø raus gepickt. Einfach weil mir der Name so gut gefällt.

Vor Ort machen wir uns in der Touristeninfo schlau, wo wir hier am besten unsere Runde drehen können. Die Dame empfiehlt uns den Gygrestolen, da man von da oben einen schönen Ausblick haben soll. Da wir die nächsten Tage an der Küste verbringen, klingt eine letzte Bergwanderung sehr einladend.

Sie erklärt uns noch wie wir zum Startpunkt kommen und los geht's für uns zwei.

 

Leider verpassen wir die Ausfahrt. Denn es gibt kein Schild mit der Aufschrift "Gygrestolen".

Als wir dann irgendwann einfach auf einen Bauernhof fahren, sagt uns die Besitzerin wo es lang geht. Wäre vor dem Beginn der Wanderroute nicht ein kleiner Parkplatz, hätten wir auch das kleine Schild übersehen.

Besonders gut ausgeschildert ist es hier also nicht. Aber was soll's, wir sind ja heil angekommen.

Schon zu Beginn der Tour sehen wir, dass dies eine anstrengende Route wird. Obwohl es anfangs noch recht gemütlich zu laufen ist, wird die Strecke schnell ziemlich steil. Wir reden hier wirklich von Aufstiegen, die Teilweise in 45 Grad Neigung nach oben gehen.

Dafür, dass uns die Dame in Bø sagte das ist eine schöne Tour mit einem Hund, müssen wir hier ganz schön kämpfen.

Der Regen am gestrigen Tag hat das Ganze noch zusätzlich zu einer schönen Schlitterpartie gemacht. Wir kämpfen uns über nasse Felsen und ein paar Wurzeln die aus dem Boden ragen. Es ist so hart zu laufen, dass ich kurzzeitig überlege wieder umzudrehen. Es ist nicht der beste Tipp den wir da bekommen haben.

 

Als es dann endlich wieder etwas eben wird, bin ich guter Dinge das wir gleich an der Spitze angekommen sind.

Was auch zum Teil stimmt. Mir kommt es nur komisch vor, dass der vorgegebene Weg von dem weg führt, was ich für den Aussichtspunkt halte.

Also entfernen wir uns beide mal kurzer Hand von der Wanderroute.

Bis hier hin habe ich Kira ohne Leine laufen lassen. Da ich nicht weiß was uns gleich erwartet, kommt sie jetzt aber an die Leine. Nach einem phänomenalen Panorama Blick auf die Umgebung, sehe ich jedoch das dies nicht notwendig ist.

An dieser Stelle kann sie sich noch frei bewegen.

Wir machen eine kleine Pause und genießen die Aussicht. Bis hierhin hat sich das Ganze auf jeden Fall gelohnt. Die riesige felsige Landschaft muss jedoch noch weiter erforscht werden.

Nach wenigen Metern wird mir das Gelände dann doch zu unsicher. Man sieht nicht wirklich was nach dem nächsten Felsvorsprung kommt und ich nehme Kira wieder an die Leine.

Als wir dann wieder auf der vorgegebenen Wanderroute gelangen, merke ich dass wir noch lange nicht auf dem Gipfel sind. Es geht noch ein gutes Stück nach oben.

Leider Gottes alles sehr unübersichtlich und sehr unangenehm zu laufen. Es ist schon klar das so ein Berg nicht einfach ist. Aber meiner Meinung nach, ist das hier was für geübte Bergsteiger. Zumindest nicht gerade ein schönes Gebiet für einen Hund.

Wir gehen sehr vorsichtig weiter und Kira muss so nah wie möglich bei mir bleiben. Denn mittlerweile kreuzen auch einige Felsspalten unseren Weg. Wenn ihr schon mit euren Hund hier rauf wollt, lasst ihn hier oben nicht frei laufen!

 

Nach einiger Zeit haben wir dann auch endlich den richtigen Gipfel erreicht.

Zugegeben, die Aussicht ist überragend! Wir haben einen sehr weiten Einblick über die Telemark. Ein Ausblick der definitiv die ganze Mühe des Aufstiegs Wert ist.

Aber hier ist auch absolut nichts gesichert. Von einem auf den andern Mal, ist da plötzlich ein gewaltiger Abgrund. Wer sein Hund hier frei laufen lässt, dem ist nicht mehr zu helfen.

Gut 50 Meter vom Abgrund entfernt, ragt ein Spitzer Felsvorsprung hervor. Die Bergsteiger hangeln sich hier gerne mal rüber. Ich mit meiner dezenten Höhenangst bekomme schon 10 Meter vor dem Abgrund das zittern. Wir beide machen uns jetzt auf zum Abstieg und hoffen dass dieser etwas entspannter wird.

Aber warum sollte dem auch so sein. Wir steigen genauso ab, wie wir aufgestiegen sind. Steil, rutschig und eng. Durch die teilweise spitzen Steine die aus dem Boden ragen, für Kira nicht gerade eine angenehme Strecke.

Da ich keine steilen Abhänge mehr sehe, kommt sie jetzt dennoch wieder von der Leine. Weil wir uns sonst einfach nur gegenseitig vor die Füße rennen.

Zum Glück geht alles gut und das letzte Stück geht dann durch ein kleines Waldstück.

Wir wollten eine letzte Bergtour und haben auch eine bekommen. Die Aussicht ist super und auch etwas Anstrengung ist nicht verkehrt.

Aber hier wird es uns nicht noch mal hin verschlagen.

Das ist einfach nichts für einen Hund.

 

Am Wohnmobil angekommen muss ich erst mal runter kommen. Der Parkplatz ist eigentlich super und wir könnten hier bleiben.

Aber ich will noch ein paar Meter zur Küste gut machen. Wir finden dann auch nach einigen Kilometern einen abgelegenen Rastplatz direkt hinter einer großen Felswand.

Zwar ziemlich nah an einer Landstraße, aber der Felsen eignet sich super als Schallschutz.

Wir genießen noch ein paar Minuten den Ausblick auf den angrenzenden See und lassen uns die Tour noch mal durch den Kopf gehen. Beide KO aber glücklich.

Wanderroute


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Anfahrt



Tag 12 - 17.06.2016 Tønsberg & Sandefjord

Die letzte Nacht war nicht besonders gut. Die ganze Nacht hatten die Träume nur einen Inhalt:

Kira und tiefe Abgründe. Was wäre gewesen wenn ich das nicht frühzeitig gesehen hätte? Was wenn plötzlich ein Tier auftaucht und Kira jagt wild auf den Abgrund zu?

Solche Dinge lassen mich ja eine ganze Weile nicht los.

 

Aber wir müssen das jetzt abschütteln und freuen und einfach nur auf ein paar schöne Tage an der Küste.

Die erste Station heißt Tønsberg. Hier sollen wir eine alte Burg finden.

Was mich ganz besonders freut. Ich stand schon immer auf alte Burgruinen usw.

Wir könnten auf den schnellsten Weg, sprich über die Autobahn nach Tønsberg gelangen. Das ist mir aber zu langweilig. Also gebe ich die entsprechenden Optionen im Navi ein. Woran ich natürlich nicht gedacht habe, ist das wir dann auch über schwieriges Gelände fahren.

Eine gut 10 Km lange Strecke ist so eng und steil, dass wir unsere Lotte ganz schön quälen müssen. Es geht jedoch alles gut und wir kommen unbeschadet an.

Den Tipp mit der Ruine haben wir von unserer ADAC Karte. Selbstverständlich ohne Angabe einer Straße. Daher bleibt uns nichts anderes übrig als „Zentrum“ im Navi einzugeben.

Was uns sportlich mitten in eine Einfamilienhaus Gegend führt. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass die Straßen eng sind. Also Kurs korrigieren und das Navi nach Parkplätzen suchen lassen.

 

Wir landen dann direkt am Bahnhof. Das Parken muss natürlich bezahlt werden und wir verstehen kein Wort der Anleitung. Also ab zu der Taxifahrerin gegenüber und mal eben erklären lassen.

8 Euro für gut 3 Stunden parken-alles klar. Noch schnell versichern, dass ich auch wirklich mit dem Wohnmobil hier parken darf-auch alles klar.

Wie es der Zufall so will, stehen wir auch keine 500 Meter Luftlinie von der Ruine entfernt. Der alte Turm ist schon zu sehen und wir begeben uns auf den Weg.

Die Ruine steht auf einem kleinen Hügel und wir finden uns direkt am angrenzenden Restaurant ein. Dieses wird jedoch links liegen gelassen.

Zur Burg kommen wir über eine kleine Treppe, vor der eine kleine Nachbildung der ursprünglichen Burg zu sehen ist. Oben angekommen, sehen wir das nicht mehr viel übrig geblieben ist. Lediglich der Turm ist noch in einem guten Zustand. Der Rest ist schon lange nur noch Ruine.

Wir sehen einen kleinen Teil der alten Mauer, ein paar Grundmauern alter Gebäude und ein halbes Dutzend Kanonen.

Vor dem Turm ist eine schöne große Wiese mit jeder Menge Sitzmöglichkeiten. Auf der einen Seite können wir über die Stadt gucken und auf der anderen Seite auf den Hafen und das Meer.

Außer jeder Menge Fotos tun wir hier oben nichts Weltbewegendes. Auch wenn uns die Antwort vorher schon klar ist, fragen wir trotzdem ob wir auf den Turm können. Kira darf da natürlich nicht rauf. Warum auch immer das so ist. Schade drum.

Aber wenigstens können wir einen Blick in die Eingangshalle werfen. Danach geht es für uns an den Hafen. Leider mehr Industrie als alles andere.

Der einzige Höhepunkt ist ein altes Wikinger Boot. Wenn doch nur der Hintergrund schöner wäre.

Da das Wetter mittlerweile wieder ziemlich heiß ist, gönnen wir uns beide ein schönes Softeis. Kira ist davon hin und weg und genießt es in vollen Zügen.

Jetzt noch ein kleiner Sparziergang durch die Innenstadt und schon geht es für uns weiter zum nächsten Ziel – Sandefjord.

 

Hier ist uns klar das wir nur eine einzige Sache sehen wollen. Den Brunnen der an den Walfang erinnert. Sandefjord ist eher eine Durchgangsstation und wir haben Glück, dass wir für den Parkplatz auch nichts zahlen müssen.

Wir gehen an einem gerade ausgeführten Beachvolleyball Turnier vorbei an den angrenzenden Hafen.

Ein wirklich schöner Hafen. Wenn doch nicht dieses riesige Schiff von Color Line wäre. Das zerstört den ganzen Blick. Kira will natürlich wieder einmal ins Wasser, was aber durch das hohe Ufer nicht möglich ist.

Der Springbrunnen liegt in mitten eines Kreisverkehres und ist richtig gut anzuschauen. Da haben sich die Jungs hier richtig Mühe gegeben.

Gleich in der Nähe ist auch das Walfangmuseum mit ausgestellten Blauwalskelett. Wäre sicherlich interessant zu sehen.

Aber mal davon abgesehen das es schon zu hat, wären wir mit Kira wahrscheinlich sowieso nicht reingekommen.

Wir beide gehen noch für einen Sparziergang in den Park hinter den Springbrunnen. Super Grün und super sauber. Da kann sich Berlin mal eine gewaltige Scheibe von Abschneiden. Lange bleiben können wir jedoch nicht.

Wir müssen noch einen Schlafplatz finden. Das ist hier unten an der Küste gar nicht so einfach, da hier alles dichter bewohnt ist.

Wir machen uns ein Gebiet in der Nähe von Porsgrunn zum Ziel. Dort ist auf unserer Karte noch ein wenig Natur zu sehen und wir hoffen das Beste.

Jedoch verfahren wir uns nicht nur gewaltig, sondern finden auch absolut nichts was als Nachtlager dienen kann.

Nach einer Irrfahrt von gut 2 Stunden kommen wir irgendwann an eine Stelle direkt an der Landstraße.

Die Nacht wird die anstrengendste der ganzen Tour.

Denn die Straße muss Unheilich beliebt sein. Wirklich Ruhe bekommen wir nicht und zu allem Überfluss werden wir von ziemlich garstigen und Angriffslustigen Mücken belagert. Schön ist anders.

Anfahrt - Tonsberg


Anfahrt Sandefjord



Tag 13 - 18.06.2016 Risor, Arendal & Mandal

Küstentour Tag 2.

Heute stehen die Städte Risør und Arendal auf den Plan.

In Risør befindet sich der Risørflekken und soll einen Besuch wert sein. In der Beschreibung steht, dass dieser weiße Felsen in Kalkfarbe noch heute den Schiffen als Orientierung hilft.

Wir erwarten demnach einen riesigen weißen Felsen ähnlich den Kreidefelsen auf Rügen.

 

Unser Navi führt uns mal wieder mitten in ein Wohngebiet mit engen Gassen. Das mit der „Zentrum“ Eingabe funktioniert wirklich super.

Da der Felsen ja irgendwo an der Küste sein muss, fahre ich einfach mal blind drauf los. Irgendwann gelangen wir auch an einen Parkplatz, den wir heute nur für eine Stunde bezahlen müssen. Am Wochenende ist parken ab 14 Uhr kostenfrei. Der ältere Pärchen, dass hier gerade auftaucht, wird auch direkt ausgefragt und ich lasse mir die Umgebung erklären.

Wir erfahren das wir den Risørflekken direkt am Hafen finden und machen uns auf den Weg.

Risør ist eine wirklich schöne Hafenstadt. Die Häuser sind größtenteils alle in Weiß gehalten. Leider ist Risør aber auch die erste Stadt die nicht ganz so sauber ist.

Es ist jetzt nicht total voll mit Müll, aber im Gegensatz zu den anderen Städten liegt hier schon so ein bisschen was rum.

Am Hafen angekommen genießen wir die schöne Seeluft. Kira will schon wieder ins Wasser und ist kaum zu halten. Doch leider ist es auch hier wegen des hohen Ufers nicht wirklich möglich.

Ich lasse sie nur 1-2-mal an den vorhandenen Treppen die Pfoten abkühlen.

Ansonsten bietet der Hafen alles was man so erwartet. Eine schöne Strandpromenade, jede Menge Anker am Ufer und unzählige Boote von Groß bis klein.

Den Risørflekken haben wir dann auch endlich gesehen. Irgendwo inmitten der ganzen Häuser, ragt da so ein kleiner weißer Felsen hervor. Nicht unbedingt das, was wir erwartet haben.

Nichts desto trotz, machen wir uns dennoch auf den Weg diesen zu erklimmen.

Dazu müssen wir einmal den kompletten Hafen unrunden. Hier treffen wir mal wieder auf viele Hunde und Kira schließt so manche kurze Freundschaft. Besonders ein Labrador Welpe hat es ihr angetan.

Da heute Samstag ist, ist hier natürlich ordentlich was los. Viele Touristen und noch mehr Einheimische, die das perfekte Wetter genießen.

Der Aufstieg zum Risørflekken ist kurz, aber anstrengend. Ziemlich steil geht es an den Häusern vorbei und rauf zur Spitze. Die Aussicht ist schon cool.

Hier oben befinden sich auch einige Bänke um das Ganze zu genießen. Die sollte man auch benutzen. Denn wer sich auf den Felsen setzt, hat danach einen weißen hintern. Nachdem wir uns genug entspannt haben, gehen wir auf der anderen Seite wieder runter und drehen noch einmal eine Runde um den Hafen.

Noch ein kleines Eis und dann geht es für uns weiter nach Arendal.

 

In Arendal soll das größte Holzhaus der Welt stehen. Dieses soll gerade für Fotografen ein beliebtes Motiv sein. Der gute ADAC Reiseführer sagt uns aber mal wieder nicht wo genau wir das finden.

Also geht es blind drauf los und wir gurken mehr schlecht als recht durch die Stadt. Glück haben wir leider nicht.

Ich fahre an jeder ausgeschilderten Attraktion ran, finde aber einfach nicht dieses Haus. Finde ich schon ein wenig ärgerlich, lässt sich aber nicht ändern.

 

Für die letzten beiden Tage wollte ich einen festen Schlafplatz finden. Das ganze Reisen geht auch Kira langsam an die Substanz und ein wenig Ruhe wäre nicht verkehrt. Die Überlegung ist jetzt nur wo?

In der Nähe vom Fährhafen in Kristiansand soll es auf jeden Fall sein. Kristiansand ist auch unsere erste Adresse. Dort findet unser Navi ein Campingplatz direkt am Strand und wir schauen mal was das ganze kostet.

40 Euro pro Tag! Das ist mir dann doch ganz schön happig! Zumal die Umgebung, vom Strand mal abgesehen, nicht sonderlich schön ist.

Also auf zur zweiten Adresse – Mandal.

 

Es ärgert mich schon, dass ich die Stadt am ersten Tag nur durchfahren habe. Wäre doch der krönende Abschluss dieser Reise, hier doch noch mal eine Runde drehen zu können.

Gut 2 Km von Mandal entfernt liegt ein Campingplatz direkt an einem kleinen Berg. Da es mittlerweile schon gegen 18 Uhr ist, überlege ich dann doch noch einmal wild zu campen und nur eine Nacht auf dem Campingplatz verbringen. Man muss das Geld ja nicht zum Fenster rauswerfen.  Aber erst mal schauen was es kostet.

Die junge Dame an der Rezeption sagt mir das ein Tag ca. 25 Euro kostet.  Da der heutige Tag nur noch 6 Stunden hat will ich das Geld lieber sparen und entscheide mich dafür morgen nochmal zu kommen.

Leider habe ich auf der Suche nach einem Platz im „freien“ nicht viel Glück. Ich versuche es in einigen kleinen Waldwegen, aber manövrier mich eigentlich nur in Unebenes Gebiet.

Also klein beigeben und doch zurück zum Campingplatz. Diesmal steht ein Mann an der Rezeption. Ich sage ihm das ich gerne für 2 Tage bleiben will und er macht die Unterlagen klar.

Nanu? Plötzlich nur noch 20 Euro pro Tag? Bin ich in eine Art Happy Hour gelandet oder machen die hier die Preise wie sie wollen?

Mir soll es egal sein. 10 Euro gespart und ab geht es einen freien Platz suchen. Den finden wir auch. Nur leider reicht unser Stromkabel nicht bis zum nächsten Anschluss.

Also nochmal um parken.

Da der Campingplatz sehr gut besucht ist, gar nicht mal so einfach noch einen freien Platz zu finden.

Aber nach ein paar netten Gesprächen findet sich noch eine kleine Lücke und wir machen es uns bequem. Hinter uns ist ein großer Wald, den wir mal kurz an schnuppern. Laut einer Karte haben wir hier die Möglichkeit drei verschieden Wanderrouten zu laufen.

Dann hat sich das ganze ja gelohnt und wir haben morgen noch jede Menge zu tun.

Wandrroute - Risor


Bilder


Anfahrt - Risor

Anfahrt - Sandness Camping



Tag 14 - 19.06.2016 Mandal & Bergwanderung

Der letzte Tag bricht an.

Den wollen wir noch mal richtig auskosten und machen uns als erstes auf den Weg Mandal zu erkunden.

Dafür müssen wir vom Campingplatz zunächst an der Landstraße lang laufen. Was nicht unbedingt ungefährlich ist.

Es fahren hier zwar nicht viele Leute lang, aber ein sicheres laufen am Wegesrand ist nicht wirklich möglich.

Die gut 1,5 Km lange Strecke wird also sehr vorsichtig gelaufen und Kira ist selbstverständlich an der Leine.

 

Um nach Mandal zu gelangen, müssen wir zunächst über eine große Brücke, auf der wir schon eine schöne Aussicht haben. Aus der Ferne hören wir ordentlich Trubel in der Stadt. Als wir dann am Hafen sind, merken wir auch warum. Hier geht irgendein großes Fest ab, auf dem unzählige Marschkapellen spielen.

Dafür das Sonntag ist, haben die Mädels und Jungs jedoch recht wenige Zuhörer.

Der Hafen von Mandal ist recht groß und sehr sauber.

Auf der anderen Seite sehen wir eine große Halle, in der laut Plakaten immer gut was los ist. Die Hafenpromenade lang zu laufen macht wirklich unheimlich Spaß.

Wir sehen das ein oder andere Segelboot und können sehen wir die Restaurants sich langsam auf die Besucher vorbereiten.

Kira kann hier mal wieder nicht ins Wasser. Aber ich weiß ja mehr als sie und wir sind schon auf dem Weg zu einem großen Strand.

Doch vorher machen wir es uns im Stadtzentrum gemütlich und lauschen den ganzen Kapellen.

Jede hat so ihre Art zu spielen und in jeder Ecke sieht man sie durch die Straßen ziehen. Warum nur schaut sich das keiner an?

 

Auf dem Weg zum Strand laufen wir noch durch ein kleines Waldstück und machen es uns dann am Strand gemütlich. Ich sehe kein Verbotsschild für Hunde und lasse Kira von der Leine. Es ist immer wieder schön zu sehen wie viel Spaß sie im Wasser hat.

In den gut 2 Stunden die wir hier verbringen, jage ich Kira immer wieder ins Wasser, während ich mir die Sonne auf den Bauch scheinen lasse.

Eine schöne Ruhe die wir hier erleben. Kein Mensch regt sich auf das der Hund frei läuft.

Dann geht es für uns weiter. Wir wollen ja noch das Wandergebiet an unserem Campingplatz erkunden.

Dafür gehen wir durch den angrenzenden Campingplatz, auf dem wir am ersten Tag nicht raufgekommen sind.

Das ist wirklich ein super Platz.

Die haben hier alles. Wasserrutsche, Minigolf, saubere Toiletten, Restaurants uvm.

Leider finde ich nicht raus wie viel hier eine Nacht kostet. Hätte mich ja schon mal interessiert.

Bevor es jetzt wieder an den den Hafen von Mandal zurück geht, laufen wir noch durch den Wald auf der Rückseite des Campingplatzes. Schön groß, schön sauber und sehr weitläufig.

Als wir so die Natur genießen, sehe ich beim umdrehen, dass hinter uns ein Reh samt Rehkitz da stehen.

Wir haben schon auf unseren Campingplatz von anderen gehört, dass die hier rum laufen. Ja sogar von den Campern aus der Hand essen.

Da ich aber Kira bei habe, sind die zwei natürlich sehr scheu und rennen weg, als sie uns sehen. Nicht mal für ein gutes Foto hat es gereicht.

Zurück am Campingplatz, schlagen wir beide uns noch mal den Bauch voll und machen uns dann auf den Weg auf die Wanderstrecke.

 

Es gibt hier drei verschiedene Routen.

Ich werde jetzt nur unsere größere Tour näher erläutern. Die anderen beiden Wege haben wir selbstverständlich auch ausprobiert, aber im Großen und Ganzen nehmen sie sich nicht viel.

Eine der Routen führt zu einem kleinen See, an dem man direkt an einem alten Steg ankommt.

Es gibt einen klitzekleinen Strand, mehr aber auch nicht. Diese Strecke dauert ungefähr 20 Minuten.

Der andere Weg, ist ein ganz kleiner Rundweg, dessen Höhepunkt ein schöner Ausblick auf unseren Campingplatz ist. Dieser ist in gut 10 Minuten abgelaufen.

Nun aber zu unserer kleinen Bergwanderung.

Der ganze Wald hier hinter dem Campingplatz ist richtig cool. Typischer Norwegischer und mystischer Wald. Teilweise sogar ziemlich dunkel und durch die riesigen Felsen recht beängstigend. Ich weiß nicht wirklich warum, aber große Felsen jagen mir irgendwie ordentlich Respekt ein.

Der Weg auf die Spitze des Berges ist sehr angenehm zu laufen. Nicht zu steil und nicht zu gefährlich.

Kira läuft die ganze Zeit ohne Leine und rennt mit großer Freude durch den Wald. Auf der Spitze angekommen dann etwas kurioses.

Da steht doch tatsächlich ein Piano mitten im nirgendwo. Das gute Stück ist dafür, dass es hier mitten in der Natur steht, sogar noch recht gut in Schuss.

Ich kann es mir nicht nehmen lassen ein paar Takte zu spielen. Nicht das ich das irgendwie könnte, aber so ein klein wenig Rhythmus habe ich ja schon im Blut.

Kira beobachtet das ganze aus sicherer Entfernung und mit leicht verwirrten Blick.

Danach geht es für uns auf eine kleine Aussichtsplattform, von der aus wir auf den Hafen von Mandal schauen können. Wir genießen noch einmal diesen phantastischen Ausblick und machen uns dann wieder auf selben Weg zurück zum Wohnmobil.

Schon mal ein klein wenig aufräumen und etwas zum Abendbrot machen.

Den restlichen Abend lassen wir die ganzen 14 Tage noch mal Revue passieren und schauen uns zum ersten Mal so richtig unsere Bilder an.

Wo wir doch alles gewesen sind. Ein Blick auf die Karte und unsere eingezeichneten Tour und wir können gar nicht fassen wo wir überall waren.

Wir haben alles mitgenommen, was wir uns vor der Reise vorgenommen haben und noch viel mehr gesehen als gedacht.

Durch die lange Fahrt die uns morgen bevor steht, wird der Abend nicht sonderlich lang und so endet auch der letzte Tag.

Wanderung - Mandal


Wanderung - Sandness Camping


Bilder


Der Campingplatz

Der Sandness Campingplatz ist sauber und die Betreiber allesamt nett. Warum und wie die verschiedenen Preise zustande kommen, kann ich nicht beantworten.

Auch die restlichen Camper sind super nett und wir konnten das ein oder andere freundliche Gespräch führen.

Wir treffen auch auf viele Hunde, die aber leider meist irgendwo angebunden sind.

 

Der Platz hat zur Straße hin eine Neigung. Das sollte man vor allem dann beachten, wenn man nichts dabei hat, um sein Wohnmobil dennoch in eine aufrechte Lage zu bringen.

 

Die Wanderstrecken im angrenzenden Gebiet reichen nicht für eine Tagestour, aber definitiv für etwas Bewegung für euren Hund. Vor allem die Bergwanderung ist sehr angenehm und bietet einen schönen Blick auf Mandal.

 

Negativ sind die Sanitären Anlagen. Sie sind zwar sehr sauber, aber definitiv nicht ausreichend.

Mit uns waren ungefähr 50 Leute auf dem Platz. Für diese gab es ganze 3 Toiletten. Eine für Frauen, eine für Herren und eine für körperlich Behinderte. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass die Schlange morgens dementsprechend lang war.

 

Für 1-2 Tage auf jeden Fall in super Platz. Gerade für die Leute die gerade von der Fähre kommen, oder am nächsten Tag auf die Fähre müssen. Hier gibt es immer ein ständiges kommen und gehen.



Tag 15 - 20.06.2016 Abreise


Von der Rückreise gibt es nicht sonderlich viel zu berichten. Ausser, dass Norwegen genauso traurig ist wie ich und das mit einem heftigen Wetterumschwung belegt.

Es regnet nicht nur wie aus Kübeln, sondern ist dazu auch noch stürmig.

Die Damen und Herren bei Fjordline erklären mir am Schalter das die Hunde auch mit nach oben auf das Schiff genommen werden können.....und zwar ganz nach oben mitten im Sturm. Na vielen Dank!

Dann muss Kira leider doch wieder im Auto warten.


Gesamtfazit

Wenn ich so im Nachhinein auf die Tour Blicke, wünsche ich mir schon wir hätten an einigen Orten mehr Zeit verbracht.

Es gab ja von Anfang an nicht wirklich einen Plan, sondern nur eine grobe Route wo es lang gehen soll.

Gerade die verpasste Chance im Hadangervidda Nationalpark zu wandern, oder auch der eine Tag mit Carsten auf der Straße wurmen mich ein wenig. Da hätte ein wenig mehr Planung wohl doch mehr Sinn gemacht.

Für Carsten ist es Schade, dass er einem Tag im Auto verbringen musste. Wir beide hatten ja wenigstens noch andere schöne Erlebnisse. Aber dennoch bin ich froh über die Route, die wir gefahren sind.

Wir hatten die Gelegenheit, viele verschiedene Gegenden zu erkunden und wissen für zukünftige Urlaube besser Bescheid. Die nächsten Urlaube in Norwegen werden wir somit in bestimmten Regionen verbringen können und noch viel mehr erleben. Wenn ich da so an die Wasserfalltour denke und das riesige Gebiet das dort bewandert werden kann.

Oder der Langsua Nationalpark, in dem man Tage verbringen kann.

Auch die Küste war ein Wahnsinns Erlebnis. Auch wenn ich mich schwer getan habe dort einen Platzt zum Übernachten in der Wildnis zu finden. Entweder ist das wirklich so schwer, oder ich einfach nur zu doof.

Auf jeden Fall will man ja nicht jede Nacht auf einem Campingplatz verbringen, wenn man schon mit Wohnmobil unterwegs ist. Dann können wir ja gleich ein Haus buchen.

Auch die Norweger sind alle unheimlich nett. Ich hatte so einige interessante Gespräche und auch Unterstützung.

Das da oben auch so gut wie jeder Englisch sprechen kann, ist bemerkenswert.

Aber liebe Norweger – so ein paar Übersetzungen der Schilder wäre nicht schlecht. Wenn das einer für euch machen soll, erkläre ich mich gerne bereit den Job anzunehmen.

 

Kira hatte auf der Tour jede Menge Spaß und Erlebnisse, die auch sie nicht vergessen wird.

Alleine die ganzen Seen, die sie unsicher machen konnte. Auch die Wanderungen in den Bergen, haben ihr wahnsinnig Spaß gemacht. Selbst der Gygrestolen, an denen wir beide an unsere Grenzen gestoßen sind.

Leider haben wir auf unseren ganzen Touren recht wenige Hunde getroffen. Das hätte ich mir für sie noch gewünscht.

Die Fahrt in dem Wohnmobil hat sie im Großen und Ganzen auch gut überstanden. Auch wenn es ihr zum Schluss glaube etwas zu viel wurde. Sie ist so einen ständigen Ortswechsel halt nicht gewohnt.

Und Auto fahren war ja noch nie wirklich ihre Stärke. Obwohl sie sich echt gut gemacht.

Durch die körperliche Anstrengung, hat sie auch ein wenig an Gewicht verloren. Aber nach gut 2 Monaten in Berlin hat das dicke Monster wieder ordentlich zugelegt.